"In Halbzeit zwei habe ich ganz schön gefroren"

Steinbachs Aushilfskeeper David Fladung gibt sich ganz bescheiden

13. Oktober 2015, 10:00 Uhr

David Fladung im ungewohnten Torwarttrikot. Foto: Kevin Kremer

Mit 1,72 Meter hat David Fladung gewiss kein Torhüter-Gardemaß. "Doch als der Schiedsrichter in die Hintertasche gefasst und Marco Motzkus die Rote Karte gezeigt hat, war mir eigentlich klar, dass ich ins Tor muss", berichtet der Aushilfskeeper, der eigentlich im Mittelfeld zuhause ist, von seinem ersten Pflichtspiel im Kasten des Verbandsligisten Steinbach.

Da Fladung sich im Training gerne mal ins Tor stellt und Stammkeeper Motzkus oft warmschießt, musste Trainer Karl-Josef "Kalle" Müller nicht lange überlegen, wer im Derby gegen Bad Hersfeld nach der Roten Karte ins Tor geht, schließlich hatte der SVS keinen Ersatztorwart auf der Bank. "Der Kalle hat sicherlich gesehen, dass ich ein bisschen was kann. Ich bin zwar nicht der Größte, aber das mache ich durch meine Sprungkraft wett", flachst Fladung.

Zwar stand der 29-Jährige schon einmal bei einem Freunschaftshallenturnier im Tor, in einem Pflichtspiel bis Sonntag allerdings noch nie. "Ich muss meinen Mannschaftskollegen wirklich ein Riesenkompliment machen, wir waren trotz 80-minütiger Unterzahl eigentlich klar überlegen. Ein bisschen mehr Arbeit hätte ich mir aber schon gewünscht. In Halbzeit zwei habe ich ganz schön gefroren", berichtet Fladung lachend, der vor allem für seine tolle Parade in der 57. Minute gegen Lukas Müller-Siebert jede Menge Lob bekam. "Der Ball kam relativ zentral und ich habe ihn irgendwie gehalten. Wenn ich ehrlich bin, wurde ich mehr angeschossen. Ein kleiner Reflex war aber schon da."

Überhaupt liegen hinter Fladung eine ereignisreiche Monate. Gab der gelernte defensive Mittelfeldspieler zu Beginn der Saison noch den Stamm-Linksverteidiger, fand er sich nach sechs Spieltagen plötzlich in der zweiten Mannschaft wieder - und wusste dort mit acht Treffern in sechs A-Liga-Begegnungen zu überzeugen. "Eigentlich hätte ich schon die ersten Spiele auf der Bank gesessen, allerdings bin ich dann durch die Verletzung von Sebastian Bott in die Mannschaft gerutscht und habe auch ordentlich gespielt. Nach dem Spiel gegen Lehnerz II (4:2-Sieg, Anm. d. Red.) war ich dann aber wieder draußen, da beide Treffer über meine Seiten fielen und ich diese mehr oder weniger verschuldete. So schnell geht das manchmal", sagt Fladung, der kein Problem damit hatte, im A-Liga-Team Spielpraxis zu sammeln.

Ziel sei aber die Rückkehr in die Verbandsliga-Mannschaft - und zwar als Feldspieler. "Ich möchte mich wieder reinkämpfen. Am liebsten spiele ich natürlich auf der Sechs, aber da haben wir mit Petr Paliatka oder Michael Wiegand natürlich super Spieler. Ich nehme es, wie es kommt und spiele dort, wo Hilfe gebraucht wird", sagt Fladung ganz bescheiden. Notfalls eben auch im Tor.

Autor: Max Lesser

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