Schlitzerland bezwingt Vogelsberg

In Unterzahl ins Finale - Fotos

22. August 2020, 15:15 Uhr

Trotz Unterzahl brachte die SG Schlitzerland und Marius Hampl die Führung über die Zeit. Foto: Charlie Rolff

In einem spannenden Pokalfight behielt nach 90 Minuten die SG Schlitzerland trotz Unterzahl die Oberhand und trifft im Finale auf Hessenligist Hünfeld. Zwar war bei beiden Mannschaften gut zwei Wochen vor dem Ligastart noch etwas Sand im Getriebe, das Handicap machten aber beide Parteien durch eine kämpferische Komponente wett.

Zugegeben: Der spielerische Leckerbissen, den man in einem Halbfinale erwartet, war es nicht. Dafür war die Spannung, das Tempo und die Intensität sehr hoch – eben einem Halbfinale würdig. Nachdem sich die Stimmung auf dem Feld durch viele Nickligkeiten aufheizte, übertrieb es Jannik Schaub in der 52. Minute. Der Schlitzer, der seinen Verein bereits in der 4. Spielminute in Führung hätte bringen können, grätschte Niklas Hansel an der Außenlinie um. Schiedsrichter Jan Gutberlett entschied auf grobes Foulspiel und schickte den Offensivmann vom Feld.

Fortan gab der Gast aus dem Vogelsberg das Spielgeschehen an. Problem: Wie auch schon in der ersten Halbzeit fehlte der letzte Pass. Viel zu oft suchten die Gäste den Weg durch das Zentrum, anstatt die breite des Platzes auszunutzen. Der Matchplan war berechenbar und für Schlitz trotz Unterzahl leicht zu verteidigen – dennoch blieb es bis zum Ende spannend. „Wir haben uns heute auf die Defensive konzentriert. Umso mehr freut es mich, dass wir zu null gespielt haben“, freut sich Heimtrainer Marius Ebert. Bestes Beispiel: Erst in Minute 77 – 25 Minuten nach dem Platzverweis – war Schlussmann Christopher Köhler das erste Mal gefordert – es folgte lediglich noch ein Kopfball von Hansel in der Nachspielzeit. Somit war klar: Im Finale trifft Schlitzerland am 1. September um 18.30 Uhr auf Hessenligist Hünfeld. Schauplatz wird wieder der Sportplatz in Schlitz sein.

In Halbzeit Nummer eins erwischte der Heimverein den besseren Start, wirkte frischer und zwang den Gegner zu frühen Ballverlusten. Nachdem Schaub im eins gegen eins (4. Minute) noch scheiterte, belohnte sich die Ebert-Elf in Person von Julian Günther. Der Abwehrspieler beförderte das Leder bei einem Befreiungsschlag ins eigene Tor – 1:0 (8.). „Mit den ersten 30 Minuten war ich sehr zufrieden. Der Wille und die kämpferische Komponente haben gepasst“, betont Ebert.

Nach dem Führungstreffer wurde das Spiel etwas ruppiger. Vogelsberg kämpfte sich in die Partie zurück, war allerdings gegen die schnellen Marius Hampl und Jannik Schaub anfällig für Konter. Das 2:0 hatte Schaub auf dem Fuß, als er Schlussmann Max Fischer das Spielgerät beim Ablaufen abluchste (42.). Der Keeper zog das taktische Foul in Höhe der Torauslinie und sah den gelben Karton – auch rot wäre nicht abwegig gewesen. Für Vogelsberg hatte Henrick Schleuning (21.) und Lars Bourscheidt (43.) Chancen auf den Ausgleich in der ersten Halbzeit.

Die Statistik

SG Schlitzerland: Köhler – Post (16., Schäfer), Kurz, Trabes, M. Bachmann – Schaub, Rippl, H. Bachmann, Hampl – Wahl, Braun.
FSG Vogelsberg: Fischer – J. Günther, Hansel, Löffler, Staubach – Schleuning (58., F. Günther), Caspar (25., Gerson), Zengler (58., Szombierski), Bourscheidt – Ruhl – Schure.
Schiedsrichter: Jan Gutberlet (Burghaun).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Julian Günther (8., Eigentor),
Rote Karte: Jannik Schaub (52., Schlitzerland) wegen groben Foulspiels.

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