Spitzname die Ehre erwiesen
Jetzt stand „Schmadtke“ endlich auch im Tor
Dass es Marcel Schmitt auch mit den Händen kann, zeigte er am Sonntag gegen Spitzenreiter Edelzell/Engelhelms auf ungewohnter Position. Foto: Charlie Rolff
Damals, als Schmitt die Schulbank drückte, trafen sich ein paar Schüler und Lehrer mittwochs zum Kicken in der Hünfelder Kreissporthalle. Schmitt, aus Ermangelung an willigen Mitschülern, ging regelmäßig ins Tor, obwohl er für den HSV im Sturm spielte. Kurzerhand verpasste ihm Kumpel Mario Notarangelo den Spitznamen, der ihn bis zum heutigen Tage begleitet. Und hat Schmitt wahrlich schon jede Feldspieler-Position in seiner langen Laufbahn ausgefüllt, so stand der 43-Jährige dennoch nie bei einem Punktspiel im Tor. Bis zum vergangenen Sonntag. Als sich Stammkeeper Julian Göltner nach einer Stunde zerrte, blieb ihm keine Wahl.
„Manchmal sind es schon merkwürdige Zufälle. Julian war zwar angeschlagen, aber wir waren uns sicher, dass es bei ihm gehen würde und entsprechend habe ich unserem Ersatzkeeper Paul Lachmann gesagt, dass er nach dem Spiel mit der Reserve im tiefsten Vogelsberg nicht mehr nach Engelhelms reisen muss. Und dann verletzt sich Julian tatsächlich bei einem Abstoß“, erklärt Schmitt, der bislang in jedem Spiel auf dem Bogen stand, sich aber noch nicht ein einziges Mal hatte einwechseln lassen.
"Eigentlich Zeit zum Aufhören"
Diesmal aber schon – und beim Spiel seiner im Sommer übernommenen FSG Kiebitzgrund/Rothenkirchen bei KOL-Spitzenreiter Edelzell/Engelhelms trat er auch ein paar Mal positiv in Erscheinung, lenkte einen Freistoß von Christian Lehmann an die Latte und klärte ein weiteres Mal vor dem einschussbereiten Lehmann in höchster Not. 2:2 hatte es gestanden, als Schmitt das Feld betrat. 2:2 stand es auch nach Abpfiff. „Schmadtke“ hielt die Null, sein Team feierte den Punkt wie einen Sieg.
Auch weil bei der FSGdie Personalsituation desolat ist. So hatte Schmitt damit geliebäugelt, sich selbst in die Anfangsformation zu stellen – und zwar als Mittelstürmer. Er entschied sich aber kurzfristig für Adrian Happe, der eigentlich Innenverteidiger ist. Happe dankte es ihm mit zwei Toren zur frühen 2:0-Führung, Schmitt erledigte später den Rest und hielt den Punkt fest. Und kann nun eigentlich auch aufhören, wie er mit einem Schmunzeln sagt:„Ich habe jetzt von der Verbandsliga bis zur C-Liga jede Klasse gespielt, habe auch wirklich alle Positionen durch. Eigentlich ist‘s jetzt an der Zeit.“


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