Kalbach, Bornheim und Friedrichsdorf mit Meilensteinen

Gruppenliga Frankfurt West: Drei Rote Karten im Abstiegskrimi

29. April 2018, 17:01 Uhr

Einer der drei Rotsünder im Abstiegskrimi zwischen dem FSV Friedrichsdorf und dem FV Hausen: Thomas Altvater. Foto. Jörg Schulz

Im Kampf um die Meisterschaft hat der FC Kalbach den SC Dortelweil mit 5:3 (1:1) bezwungen und den SCD damit so gut wie abgehängt. Auch Bornheim und die Sportfreunde gewannen ihre Partien. Im Kampf am anderen Ende der Tabelle siegte der FSV Friedrichsdorf in einem umkämpften Spiel mit 4:3 (1:1) gegen den FV Hausen.

FC Kalbach – SC Dortelweil 5:3 (1:1)

Im Topspiel des 30. Spieltags konnte der FC Kalbach einen wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft gehen und die Distanz zum direkten Konkurrenten aus Dortelweil vergrößern. Dabei ging der Gast früh in Führung. Nachdem Andrei Dogot zunächst einen Elfmeter verschoss, traf nur drei Minuten später sein Kollege Dawid Polotzek vom Punkt. Markus Hofmeier glich noch vor der Pause aus. "Nach dem Rückstand hat die Mannschaft einen tollen Charakter gezeigt. In der zweiten Halbzeit haben wir da weiter gemacht, wo wir vor der Pause aufgehört haben“, war Kalbach-Coach Elton da Costa Junior voll des Lobes über sein Team. Ivan Samardzic und der Spielertrainer selbst sorgten für eine 3:1-Führung. Dortelweil glich innerhalb von nur fünf Minuten durch Treffer von Kevin Cholewa und Cagdas Karagöz aus, ehe der Tabellenführer erneut doppelt zuschlug und durch Treffer von Ahmad Mohabat und Kadir Fil das Spiel für sich entscheiden konnte.

Schiedsrichter: Patrick Rodrigues (Offenbach).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Dawid Polotzek (11., Foulelfmeter), 1:1 Markus Hofmeier (45.), 2:1 Ivan Samardzic (58.), 3:1 Elton da Costa Junior (66.), 3:2 Kevin Cholewa (68.), 3:3 Cagdas Karagöz (72.), 4:3 Ahmad Mohabat (85.), 5:3 Kadir Fil (90.).
Besonderes Vorkommnis: Andrei Dogot (Dortelweil) verschießt Foulelfmeter (8.).

SG Bornheim – FG Seckbach 2:0 (0:0)

"Wir waren in den ersten 25 Minuten besser und hatten ein klares Chancenplus“, bewertete Seckbach-Trainer Thorsten Spahn die Anfangsphase, in der sowohl Ali Wardak als auch Steven Mühl nur die Latte trafen. Auch Spahns Gegenüber Maik Rudolf sah, dass "wir uns schwer getan haben. Es war ein taktisch geprägtes Spiel und alle 22 Mann hatten mit dem Wetter zu kämpfen.“ Tore fielen erst nach dem Seitenwechsel. In der 83. Minute traf Daniel Tewelde aus 25 Metern mit einem nicht ganz unhaltbaren Fernschuss. Nach einer Ecke von Simon Horn erzielte Moritz Schneider eine Minute vor dem Ende das entscheidende 2:0. "Wir müssen eingestehen, dass wir aus den wenigen Chancen das Maximale rausgeholt haben“, freute sich Rudolf nicht nur über die nächsten wichtig Punkte, sondern ebenfalls um den gezeigten "Derbycharakter.“

Schiedsrichter: Martin Prigge (Darmstadt).
Zuschauer: 350.
Tore: 1:0 Daniel Tewelde (83.), 2:0 Moritz Schneider (89.).

FSV Friedrichsdorf – FV Hausen 4:3 (1:1)

Im 6-Punkte-Spiel im Tabellenkeller wollte der FV Hausen mit dem Gegner aus Friedrichsdorf gleichziehen, in Führung ging jedoch der FSV. Einen Konter vollendete Francesco Marino zum 1:0. Dmitry Prikolotin erzielte das Tor zum 1:1-Pausenstand. Nach der Pause sorgte Burak Sahin mit einem weiteren Konter für die erneute Führung der Hausherren, Benjamin Celikcis schloss eine Einzelleistung mit einem schönen Schuss in die lange Ecke ab. Nach dem 4:1 durch Marino "haben wir wohl gedacht, das Ding ist gelaufen“, so FSV Trainer Metin Yildiz. Durch zwei späte Treffer kam Hausen nochmals ran, verpasste es aber, Zählbares aus Friedrichsdorf mitzunehmen. Dafür muss Hausen im Saisonendspurt auf Amin Anedam und Thomas Altvater verzichten, die sich ebenso wie FSV-Ersatztorwart Robert Seifert die Rote Karte abholten.

Das veranlasste Yildiz zu deutlichen Worten in Richtung Hausen: "Ich sage so etwas selten, aber das Auftreten von Hausen ist für mich nicht gruppenligawürdig und mehr als grenzwertig. Verbale Beschimpfungen und permanentes Lamentieren haben in insgesamt drei Roten Karten gegipfelt.“ Schiedsrichter Andreas Luschberger gab er keine Schuld an der hitzigen Endphase, im Gegenteil: "Er hat eine gute Leistung gezeigt.“ Die harsche Kritik an der eigenen Mannschaft konnte Hausens Coach Reyschmidt dagegen nicht auf sich sitzen lassen: „Das ist eine Frechheit, sich so zu äußern. Friedrichsdorf war keinen Deut besser, Zuschauer und Trainer haben uns nur beschimpft.“

Weder die Rote Karte für Anedam, noch die für Altvater konnte der Spielertrainer nachvollziehen. Seiner Auffassung nach seien mehrere Spieler des FSV nach dem Schlusspfiff auf Altvater losgegangen, der nach einem Handgemenge ebenso wie Seifert Rot bekam. Auch einigen Gegentreffern seien Foulspiele sowie Abseitsstellungen vorausgegangen: „Das passiert, wenn man einen 12-jährigen an die Seitenlinie stellt. Es ist traurig, du verlierst und dann wird verbal noch so nachgetreten“, so ein bedienter Reyschmidt.

Schiedsrichter: Andreas Luschberger (Rheingau-Taunus).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Francesco Marino (20.), 1:1 Dmitry Prikolotin (35.), 2:1 Burak Sahin (54.), 3:1 Benjamin Celikci (66.), 4:1 Francesco Marino (70.), 4:2 Martin Reyschmidt (86.), 4:3 Mohamed Bouhout (89.).
Rote Karten: Amin Anedam (Hausen, 83.), Thomas Altvater (Hausen, nach Schlusspfiff), Robert Seifert (Friedrichsdorf, nach Schlusspfiff).

TSG Nieder-Erlenbach – VfB Friedberg 1:1 (1:0)

Kein Befreiungsschlag im Abstiegskampf für Friedberg: Im Vergleich zum FV Hausen und dem FV Stierstadt, die ihre Spiele verloren, konnte der VfB zumindest punkten. Der 26. Punkt im 29. Spiel scheint dennoch zu wenig im Kampf gegen den Abstieg, zumal der VfB bereits ein Spiel mehr absolviert hat als alle weiteren Abstiegskandidaten. Die TSG aus Nieder-Erlenbach ging im ersten Durchgang durch Adrian Suarez sogar in Führung. Nach der Pause kam der Gast durch Tanyel Fedler zum Ausgleich, zu mehr reichte es nicht. Für Kalle Buhl aus der sportlichen Leitung der TSG war "der beste Mann auf dem Platz unser Torhüter. Der hat drei, vier Dinger zum Teil aus dem Winkel gekratzt. Wir hätten das Ding gewinnen können oder sogar müssen. Man hat gemerkt, dass bei uns der letzte Biss gefehlt hat.“

Schiedsrichter: Dominik Roß (Dieburg).
Zuschauer: 50.
Tore: 1:0 Adrian Suarez (37.), 1:1 Tanyel Fedler (54.).

TuS Merzhausen – FFV Sportfreunde 1:3 (0:1)

Die Sportfreunde haben ihre Aufstiegschancen weiterhin am Leben erhalten. Im ersten Durchgang traf Okan Ilkiz nach einer Ecke von Adam Brajanac zum 0:1. Danyal Tekin und Fatih Bosnak verpassten es, die Führung weiter auszubauen. "In der ersten Halbzeit waren wir dominierend und spielbestimmend. In den ersten 15, 20 Minuten nach der Pause gab es bei uns einen Knick“, beschrieb Speuzer-Coach Mehmet Somun die Phase, in der der TuS aus Merzhausen durch Damjano Demasi zum Ausgleich kam. "Danach haben wir gemerkt, dass wir wieder einen Gang hochschalten müssen“, so Somun weiter. Etwa eine Viertelstunde vor dem Ende gelang Emre Kadimli nach Vorarbeit von Ilkiz die erneute Führung. Ilkiz selbst machte fünf Minuten vor Schluss den Deckel drauf, Robert Kohns hatte vorgelegt.

Schiedsrichter: Bernd Henge (Gießen).
Zuschauer: 70.
Tore: 0:1 Okan Ilkiz (30.), 1:1 Damjano Demasi (55.), 1:2 Emre Kadimli (78.), 1:3 Okan Ilkiz (85.).


(sly)

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