Kalbach verzichtet auf möglichen Aufstieg

Gruppenliga Frankfurt West: Neue Möglichkeiten für Verfolger

07. Mai 2018, 19:53 Uhr

Trotz guter Ausgangssituation im Kampf um die Meisterschaft wird der neue Coach Karol Drynda mit dem FC Kalbach in der nächsten Saison nicht in der Verbandsliga spielen. Foto: Pedro Acebes

Der FC Kalbach wird unabhängig vom aktuellen Meisterschaftskampf auch in der neuen Saison in der Gruppenliga spielen. Das gab der Verein heute auf seiner Homepage bekannt. Im Fünfkampf um die Aufstiegsplätze erhöhen sich also die Chancen der insgesamt vier Verfolger.

Was lange Zeit zu einem immer hartnäckigeren Gerücht wurde, hat der FC Kalbach heute bestätigt. Der aktuelle Tabellenführer der Gruppenliga Frankfurt West wird auch im Falle einer Meisterschaft auf den Aufstieg in die Verbandsliga verzichten: „Die Trainer sind neu und es werden 15 vielversprechende neue Spieler in den Aktivenbereich kommen. Die 'Neuen' müssen also mit den 'Alten' schrittweise verschmelzen, trainieren, Erfahrungen sammeln und – vor allem – eine Einheit bilden. Für eine dauerhaft stabile Truppe ist diese Zeit immens wichtig. Und genau diese Zeit geben wir ihnen und verzichten schon heute auf einen (möglichen) Aufstieg der ersten Mannschaft in die Verbandsliga in der nächsten Saison. Wirtschaftlich und sportlich eine vernünftige und langfristig gut durchdachte Entscheidung“, war auf der vereinseigenen Homepage zu lesen.

Am Ziel des letztjährigen Verbandsligisten ändert sich jedoch nichts, wie der sportliche Leiter Christian Fischer bestätigte: „Wir wollen klar Meister werden.“ Für die vier Verfolger verbessert sich die Lage durch den Aufstiegsverzicht hingegen enorm. Im Falle einer Kalbacher Meisterschaft würde der Zweitplatzierte direkt in die Verbandsliga aufsteigen, während der Dritte für die Aufstiegsrunde berechtigt wäre. Den zweiten Platz belegt momentan die SG Bornheim, vier Punkte beträgt der Vorsprung auf Dortelweil, die Speuzer und Oberrad. Trainer Maik Rudolf zollte dem FCK ob der Entscheidung seinen Respekt: „Ich ziehe meinen Hut davor, denn sowas muss man als Verein erstmal sagen. Die Spieler haben 29 Spiele lang alles versucht, um das Ziel zu erreichen, da muss man als Verein auch die Stärke haben, einen neuen Weg zu gehen. Andere Vereine haben diesen Absprung nicht geschafft, Negativbeispiele gibt es genug.“

Bornheim-Trainer Rudolf: „Bereit, das Abenteuer mitzugehen“

Mit Blick auf die eigene Situation sieht Rudolf die Bornheimer vor den direkten Duellen gegen Dortelweil und die Sportfreunde in einer „guten Ausgangsposition, mehr aber auch nicht. Wir sind unserem Ziel sehr nahe. Wenn wir das in den drei Spielen schaffen, haben wir den Aufstieg auch verdient. Wir haben es in der eigenen Hand.“ Unabhängig davon, wer den Aufstieg schafft, rechnet der Übungsleiter damit, dass auf die Verbandsliga-Neulinge ein schweres Jahr zukommt: „Alle Vereine werden in der Liga zu kämpfen haben. Es wird sehr schwierig werden, die Klasse zu halten. Aber wir sind bereit, das Abenteuer mitzugehen, falls wir es schaffen.“

Einen Tag vor der Bekanntgabe des Aufstiegsverzichts der Kalbacher hoffte bereits Dortelweils Vorstand Martin Gunkel darauf, dass auch der dritte Platz für die Aufstiegsrunde berechtigen würde. Angesprochen auf die nächste Partie gegen den FC Neu-Anspach nahm er die Mannschaft in die Pflicht: „Wir müssen dieses Spiel einfach gewinnen. Alles andere wäre aufgrund der tabellarischen Situation eine Enttäuschung. Wenn das so kommt, sehe ich unsere Chancen auf den Aufstieg realistisch“, so Gunkel nach dem 4:1-Erfolg über den SKV Beienheim. „Wir sind gut drauf und haben einen Lauf. Wenn es am Ende trotzdem nicht reicht, wissen wir auch, woran es liegt. In der Hinserie hatten wir das ein oder andere Unentschieden zu viel, da haben wir die Konstanz aus der Rückrunde noch nicht gehabt.“

Speuzer-Coach Somun: „Froh, dass Klarheit herrscht“

Die Spvgg. Oberrad hat nach wie vor lediglich Außenseiterchancen auf die Aufstiegsplätze. Der Grund dafür liegt auf der Hand: „Dadurch, dass wir nur noch zwei Spiele haben und die anderen Mannschaften noch drei, sehe ich unsere Chancen bei 20 zu 80. Da muss schon bei mehreren Mannschaften etwas schieflaufen“, konzentriert sich Trainer Baldo di Gregorio darauf, dass „wir unsere Hausaufgaben machen. Und das wird nicht einfach. Gegen Merzhausen haben wir im Hinspiel verloren und am letzten Spieltag kommt der Kracher gegen Kalbach. Wie man hört, wollen sie trotzdem die Meisterschaft feiern, auch wenn sie nicht aufsteigen werden.“ Insgesamt attestiert der Trainer seiner Truppe „eine überragende Saison. Wir haben über unserem Limit gespielt und überraschend viele Punkte geholt. Darauf sind wir stolz und das macht uns auch sehr glücklich.“

Die Sportfreunde – momentan punktgleich mit Dortelweil und Oberrad – nahmen die Nachricht aus dem Norden Frankfurts positiv auf: „Wir freuen uns, dass die Chancen auf den Aufstieg jetzt etwas realistischer sind. Trotzdem machen wir ganz normal weiter wie gehabt und denken nur von Spiel zu Spiel“, so Trainer Mehmet Somun, der sich bereits tags zuvor nach dem 3:0-Erfolg über den FC Kalbach erfreut zeigte, dass die Sportfreunde den Kampf um die Aufstiegsplätze „weiter interessant gestalten konnten. Der Sieg gegen Kalbach hat aber nur dann Bedeutung, wenn wir gegen Beienheim nachlegen.“ Im Falle eines Aufstiegs hat der FFV dem Klassenleiter bereits mitgeteilt, diesen auch anzunehmen. Generell sei man im Lager der Speuzer „froh, dass jetzt Klarheit herrscht. Für die Kalbacher Spieler tut mir die Entscheidung leid, aber ich respektiere die Gründe des Vereins. Der Aufstiegskampf wird dadurch natürlich noch spannender.“

(sly)