Kallée rettet seinen SVA und verabschiedet sich vorerst
Gruppenliga: Asbach ganz souverän
So darf der Abschied aussehen: Fabian Kallée (rechts; mit Stephan Wiegand) hat in seinem vorerst letzten Fußballspiel mit dem SVA Bad Hersfeld den Klassenerhalt geschafft. Foto: Florian Volk
Den Sieg durfte sich natürlich Kallée höchstselbst auf die Fahnen schreiben: Einerseits hatte er seine Mannen richtig gut eingestellt, zweitens die richtige taktische Aufstellung gewählt und drittens seine Füßr bei den Treffern eins bis drei im Spiel: Keine drei Minuten waren gespielt, da traf nach Vorlage Stephan Wiegands per Gewaltschuss aus 13 Metern, exakt eine Viertelstunde war verstrichen, da bewies Kallée sein Näschen und stand nach einer abgefälschter Flanke Wiegands goldrichtig (15.) und bei der endgültigen Entscheidung hieß der Vorlagengeber Kallée für eben jenen Stephan Wiegand (54.). Und eben jener Wiegand holte schließlich noch einen Elfmeter raus, den Nils Wenzel, der zum Hünfelder SV gehen wird, souverän verwandelte (74.).
Viktoria Bronnzell hatte letztlich keine Chance, ohne dass sich die Truppe von Stefan Dresel völlig hängenließ. Doch der SVA bewies bei extremen Temperaturen echte Moral, pushte sich immer wieder und feierte jedes Tor wie eine Meisterschaft. Wobei beim vierten Treffer alles schiefging: Keeper Andreas Welle rannte nach vorne und verletzte sich wohl am Sprunggelenk, er musste raus. Den Klassenerhalt verdiente sich der SVA in der Rückrunde, denn nach 15 Spieltagen standen lediglich acht Punkte am Konto. In der Rückrunde legten die Asbacher deutlich zu, holten 24 Punkte und legten dabei vor allem ihre Blauäugigkeit ab, allzu oft spielte die sehr junge Mannschaft zu naiv, benötigte eine gewisse Zeit in der Klasse anzukommen - und schaffte das gerade noch rechtzeitig. Neu-Trainer Frank Ullrich, natürlich auch vor Ort, dürften ein paar Steine vom Herzen gefallen sein, während Kallée mächtig Tränen vergoss.
"Fabse" Kallée macht Pause
Derweil ist klar: Fabian Kallée wird eine Pause einlegen, der scheidende Spielertrainer hat seinem Nachfolger Frank Ullrich unmissverständlich verdeutlicht, dass die Kaderzusammenstellung ohne den 37-Jährigen vonstatten gehen muss: "Frank muss ohne mich planen. Ich werde meinen Pass in Asbach liegen lassen. In der Vorbereitung wird mich aber niemand sehen, ich nehme mir jetzt eine Pause", erklärt der Torjäger, der für Notsituationen gewiss auch bereitstehen würde. Gleichwohl ist ein Engagement als reiner Trainer möglich, zuletzt hatte der gebürtige Niederaulaer und mittlerweile in Asbach sesshafte zweifache Familienvater immer wieder betont, auch gerne einmal hospitieren zu wollen und Trainerscheine in Angriff zu nehmen.
Und so könnte es vielleicht sogar sein, dass die 200 Zuschauer in Asbach heute zum letzten Male Kallée in Aktion auf dem Fußballplatz gesehen zu haben. Und sollte als Spieler wirklich ganz Schluss sein, kann Kallée, aktiv gewesen in Niederaula, Asbach und Hünfeld, auf eine stolze Karriere zurückschauen: Sagenhafte 425 Treffer erzielte der Lehrer im Seniorenbereich allein in Ligaspielen. Seine gefürchtete "Pirouette en dehors" wird unvergessen bleiben: Schwierige Ballannahme mit dem Rücken zum Tor stehend, eine kurze Drehung nach rechts, Schuss und Tor.
Die Statistik:
SVA Bad Hersfeld: Welle (76. Schmidt) - Führer (79. Seitz), Steinberg, Schuch, Mainz, Holl - C. Wiegand, Ullrich (66. Müller-Siebert) - St. Wiegand, Kallée, Wenzel.
Bronnzell: Ihrig - Caspar (79. Steudter), Keim, Ganß, Kremer - Gaul (55. Weber), Hohmann, Kerfouf (79. Haile Negussie), Sandner - Horenkamp - Heil.
Schiedsrichter: Christoph Rübe (OSC Vellmar).
Zuschauer: 200.
Tore: 1:0 Fabian Kallée (3.), 2:0 Fabian Kallée (15.), 3:0 Stephan Wiegand (54.), 4:0 Nils Wenzel (74., Foulelfmeter).

