Operation
Karriereende für Veitsteinbachs Julian Möller
A-Liga Schlüchtern: Hüftprobleme zwingen 30-jährigen Keeper zum Aufhören
„Die Gesundheit spielt nicht mehr mit. Die Ärzte raten mir, dass ich keinen Fußball mehr spielen soll und wegen der Sitzhaltung auch Dinge wie Rennradfahren sein lassen soll“, erklärt Möller, der sich Anfang Februar nach jahrelangen Problemen endgültig einer Hüftoperation unterziehen muss. Für den 30-Jährigen ein Schlag ins Gesicht, denn der Fußball bedeutet ihm viel.
Ein Blick auf seine persönliche Statistik verdeutlicht dies. Von den 197 Meisterschafts- oder Aufstiegsspielen, die Veitsteinbach seit Möllers Rückkehr zu seinem Heimatverein bestritten hat, fehlte Möller ganze zwei Mal. Und zwar in dieser Saison, als er nach einem Feldverweis in Nieder-Moos die Spiele gegen Weichersbach und Oberzell/Züntersbach II verpasste. „Das war schon schwer genug, da draußen zu stehen.“ Und deshalb wünscht sich der Torhüter auch zumindest noch einen anderen Abschied: „So ganz abgeschlossen habe ich noch nicht. Ein Spiel will ich wenigstens noch machen.“
Möller war bereits im D-Junioren-Alter aus seiner Heimat Veitsteinbach zu Buchonia Flieden gewechselt, dort durchlief er alle Jugendmannschaften, schaffte bereits im zweiten A-Jugend-Jahr den Sprung in den Kader der ersten Mannschaft. Trainer Jörg Meinhardt zog ihn nach oben, Möller bildete gemeinsam mit Sven Bormann das Torhüterduo der Buchonia. „Als dann Jürgen Kreß als Trainer kam, brachte der Daniel Werner und Dennis Theisenroth mit. Da war für mich kein Platz mehr“, spürt man in der Aussage Möllers noch heute die Enttäuschung. Doch Aufstecken war nie sein Ding. Gerhard Wiegand hielt ihm in der zweiten Mannschaft die Stange und als Martin Hohmann die Fliedener als Trainer übernahm, gehörte Möller wieder zu der Mannschaft, die 2010 den legendären Aufstieg feierte, als der VfB Süsterfeld wegen finanzieller Probleme zurückzog und Flieden am letzten Spieltag noch am TSV Lehnerz vorbeizog.
Unvergessliches Erlebnis am Darmstädter Böllenfalltor
„Es gab schon einige Erlebnisse, die man nicht mehr vergisst. Ich denke da an ein Spiel am Darmstädter Böllenfalltor vor Tausenden von Zuschauern. Ich saß in diesem Spiel zwar nur auf der Bank, aber die Atmosphäre war schon einmalig“, schaut Möller zurück. Doch schon zu dieser Zeit begannen die Probleme mit der Hüfte. „Die Ärzte haben mir schon damals geraten aufzuhören. Vor jedem Training habe ich mir Schmerztabletten eingeworfen, weil es sonst nicht gegangen wäre. Irgendwann war dann auf höherklassiger Ebene endgültig Schluss, weil es einfach nicht mehr ging.“ So wechselte Möller 2013 als erst 23-Jähriger zurück zu seinem Heimatverein SG Veisteinbach in die A-Liga Schlüchtern. „Auch hier habe ich eigentlich vom ersten Tag an reduziert trainiert. Torwarttraining habe ich quasi überhaupt keines mehr gemacht, weil ich nicht ständig auf die Hüfte fliegen konnte. Aber immerhin: Es ging viele Jahre gut“, so der Schlussmann.
Bis zum Sommer diesen Jahres. „Ab September wurde es immer schlimmer. In der Vorbereitung habe ich schon gemerkt, dass sich der Zustand verschlechtert, dann habe ich komplett mit dem Training aufgehört und mich nur noch sonntags ins Tor gestellt.“ Wie es nun fußballerisch mit dem Cousin von Fliedens Sturmtank Fabian Schaub weitergeht, darüber macht sich Möller bereits einen Kopf. Eine Trainerlaufbahn will er jedenfalls nicht ausschließen. „Jetzt brauche ich aber erst mal Abstand, will die Operation hinter mich kriegen und wieder auf die Beine kommen. Danach muss man sehen, wie es wird.“ Eines steht aber fest. Ab März wird Möller Woche für Woche an den Spieltagen am Spielfeld stehen und mitfiebern. „Das ist ganz sicher, denn Veitsteinbach ist mein Heimatverein und da werde ich sonntags dabei sein.“


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