Keine Leichtigkeit des Seins

Verbandsliga: Petersberg müht sich zu 3:1-Pflichtsieg

30. April 2017, 16:35 Uhr

Der Kapitän sorgte für das wichtige 2:1. Foto: Charlie Rolff

Lange hieß es Zittern, bis der Pflichtsieg des RSV Petersberg gegen Bosporus Kassel eingetütet war: Der Mannschaft von Rolf Gollin merkte man beim 3:1 (1:0)-Erfolg vor allem in Halbzeit eins den Druck des Gewinnenmüssens an. Die Nordhessen stehen derweil als erster Absteiger in die Gruppenliga fest.

"Jeder sagt dir vor dem Spiel, dass alles andere als ein Sieg eine Blamage wäre. Dazu gewinnen am Samstag Schwalmstadt und Melsungen. Da kannst du als Trainer viel versuchen, diese unterbewusste Last von der Mannschaft zu nehmen. Leider waren wir zunächst sehr verkrampft", hatte Gollin erkannt. Richtig gefährlich wurde es im ersten Durchgang so gut wie nie vor beiden Toren. Hajzeraj prüfte RSV-Keeper Beikirch per Kopf (27.), acht Minuten später setzte Boris Aschenbrücker einen Volley nach Vogt-Flanke zu hoch an. Trotzdem ging der RSV, der dem Gegner oft viel zu viel Raum zum Spielen gewährte, mit einem schmeichelhaften 1:0 in die Pause: Adrian von Pazatka, der mit etwas mehr Glück nach 20 Minuten einen Elfmeter hätte bekommen könnte, setzte seine Schnelligkeit endlich einmal gewinnbringend ein und nagelte den Ball unter die Latte (44.).

Auch nach der Pause taten sich die Mannen vom Waidesgrund unheimlich schwer, "während Kassel", so Gollin, "immer mehr die Leichtigkeit bekam, weil die ja eh schon abgestiegen sind." So durfte sich Bosporus über die rechte Petersberger Abwehrseite locker durchspielen, ehe Außenverteidiger Selcuk Yikar Beikirch per Schlenzer überwand (50.). Gollin brachte daraufhin den angeschlagenen Wehner, der sich ähnlich wie Kubilay Kücükler und Daniel Nüchter ob einer Blessur quälen musste - und der RSV kämpfte sich nun ins Spiel.

Diese kämpferischen Tugenden wurden - auch dank ein wenig Glück - belohnt: Nach einer Freistoßflanke des eingewechselten Patrick Wingenfeld irritierte Boris Aschenbrücker Kassels Keeper Daniel Aydin, der Ball klatschte dem danebenstehenden Andreas Brzoza direkt auf den Kopf - 2:1. Wie schon im vergangenen Heimspiel gegen Lehnerz II gelang dem RSV-Kapitän so das immens wichtige Führungstor. Der Widerstand der Nordhessen war nun gebrochen, Aschenbrücker durfte nach einem dicken Bock von Aydin, der Petersbergs Nummer 9 den Ball vom Abschlag weg direkt in den Fuß spielte, sogar noch erhöhen.

"Kassel hat echt gute Techniker in seinen Reihen, die wollten hier Spaß am Spiel haben. Sie haben letztlich aber den ein oder anderen individuellen Fehler zu viel gemacht", bilanzierte Rolf Gollin, für dessen Team am kommenden Wochenende nun das nächste Big-Point-Spiel beim direkten Mitkonkurrenten gegen den Abstieg, TSV Rothwesten, ansteht. Gollin hofft, dass Wehner und Co. bis dahin wieder fitter sind. / hall

Die Statistik:

Petersberg: Beikirch - Kilian, M. Aschenbrücker, Brzoza, Vogt - Lindiger (46. Wingenfeld), Nüchter - von Pazatka-Lipinski, Kücükler (62. Wehner), Stupp (72. Zehner) - B. Aschenbrücker.
Bosporus Kassel: Aydin - Hess, Kahraman, Bayoud, Yikar (82. Koc) - Nasseri, Hajzeraj - Alidrisi (71. Karci), Yantut - Latifiahvaz, Tanjic (37. Yilmaz).

Schiedsrichter: Jochen Burkard (Schleerieth).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Adrian von Pazatka-Lipinski (44.), 1:1 Selcuk Yikar (50.), 2:1 Andreas Brzoza (76.), 3:1 Boris Aschenbrücker (86.).

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