Keine Nebelkerzen, keine Kampfansagen
Verbandsliga: Weber und Müller verkneifen sich Sticheleien
Mit André van Leeuwen (links) kehrt ein Ex-Hünfelder in die Rhönkampfbahn zurück. Foto: Charlie Rolff
Hünfelder SV - SV Steinbach (Sonntag, 17 Uhr).
Geheimnisse zwischen den beiden Teams und deren Trainern gibt´s keine und doch versuchen sie sich immer wieder zu überraschen. Kein Wunder, dass Hünfelds Dominik Weber, sonst gerne mal redselig in Sachen Marschroute, sagt: „Die taktische Ausrichtung gehört in die Kabine und nicht in die Zeitung.“ Es ehrt ihn, dass er zumindest keine Nebelkerzen leuchten lässt. Vielmehr sagt Weber zur Personalie Christoph Neidhardt, der als Ex-Steinbacher logischerweise besonders brennt, allerdings mit einer Schienbeinverletzung zu kämpfen hat: „Wir wollen kein Risiko eingehen, das wäre absoluter Quatsch. Die zehn Tage Sportverbot sind aber am Sonntag vorbei. Mal sehen, wie es nach dem Fädenziehen bei ihm ausschaut.“ Neidhardt wäre eine willkommene Alternative im schmalen Kader, der zuletzt in Bad Soden quasi nur aus zehn Feldspielern bestand. Lukas Budenz wird nach seiner Hüft-OP derweil definitiv erstmals wieder auf der Bank Platz nehmen.
„Kalle“ Müller will sich von den Ausfällen beim Gegner nicht beirren lassen: „Die, die spielen, haben Qualität“, sagt der SVS-Trainer mit Hünfelder Vergangenheit, der selbst nur auf sein Team schauen möchte: „Wir werden auf alles eingestellt sein. Beschäftigen uns aber vor allem mit uns. Wir sollten das Derby genauso wie die letzten Spiele angehen. Mit aller Konzentration, dann haben wir gute Karten.“ Zuletzt haperte es gegen Neuhof (2:2) lediglich bei der Chancenauswertung, die Leistung stimmte hingegen voll und ganz.
Dass der eine oder andere Hünfelder mächtigen Spaß daran finden würde, Steinbach die erste Niederlage in der Fremde zuzufügen und damit Steinbach einen Dämpfer im Titelkampf zu verpassen, weiß natürlich auch Weber, doch er selbst gibt sich lieber ein wenig diplomatisch: „Mir ist das egal, wer da kommt. Wir wollen gewinnen, ganz egal ob der Gegner Steinbach, Sand oder Eschwege heißt.“ Wichtig sei, sich zwar mit der nötigen Anspannung auf das Spiel vorzubereiten, gleichermaßen aber nicht die positive Lockerheit zu verlieren. Diese machte den HSV in den vergangenen Wochen so stark: 13 Punkte aus fünf Spielen bedeuten, dass am Ende neben der besten Defensive der Liga (aktuell 35 Gegentore, Steinbach hat vier mehr kassiert) auch noch ein versöhnlicher Tabellenrang winken könnte. Sechs Punkte fehlen auf Platz vier.
Auf eben jene sechs Punkte könnte Steinbachs Vorsprung zusammenschrumpfen, setzt es in Hünfeld eine Niederlage. Danach kommt mit Schwalmstadt gleich noch ein Spitzenteam an den Mühlengrund, die Sinne beim Tabellenführer sollten geschärft sein. Auf eine gute Kulisse hoffen derweil beide Trainer, schließlich wird am Sonntag kaum Fußball gespielt. So sollten, glaubt Müller, die 450 Zuschauer beim Hessenliga-Derby zwischen Flieden und Lehnerz aus der Vorwoche klar übertroffen werden.
1. FC Schwalmstadt - SG Bad Soden (Samstag, 15.30 Uhr).
Gegen den Hünfelder SV lieferte die SG Bad Soden das Lehrstück der bisherigen Restrunde ab: Viele einfache Dinge passten nicht zusammen, sodass der Gegner, der ohnehin schon stark war, noch stärker gemacht wurde. Daher appelliert Trainer Sead Mehic erneut: „Wir müssen schauen, dass wir vom Kopf und der Einstellung her frisch sind.“ Der Kopf sei nach wie vor das größte Problem, ein Sieg - gegen egal wen - könnte helfen: „Ich dachte aber auch nach dem Sieg bei Hessen Kassel II vor Wochen, dass die Leichtigkeit zurück ist, dass wir den Bock umgestoßen haben. Das war aber leider nicht so“, blickt Mehic noch einmal zurück.
Beim neuen Tabellenzweiten gelang der bislang letzte Sieg, danach war die Ernte mit zwei Punkten aus fünf Spielen mehr als überschaubar. Dennoch fehlen nur vier Punkte auf die Kassler und den begehrten Platz zwei. Gelingt in Schwalmstadt ein Sieg, würde zumindest am Gegner vorbeigezogen und wieder der dritte Platz eingenommen werden.
SC Willingen - SV Neuhof (Samstag, 15.30 Uhr).
An den bislang letzten Auftritt erinnert sich Neuhofs Sportlicher Leiter Alexander Bär ungern: Osman Özlük brachte Neuhof in Führung, flog dann vom Platz, der SVN schenkte das Spiel noch her und stieg wenig später ab. „Ich weiß wie das ist, wenn man zwei Stunden nach Willingen fährt, dann verliert und sich auf der Heimfahrt wieder zwei Stunden anschweigt“, sagt Bär und kann schon jetzt versichern, dass es diesmal anders wird, denn Bär hat ein Rahmenprogramm inklusive Übernachtung organisiert. „Wir gehen feiern, egal wie das Spiel ausgeht“, kündigt Bär an und hofft, dass das Team nach dem Erreichen des Saisonziels (40 Punkte) nun nicht überheblich werde und das erwartete Kampfspiel genau als solches annehme.
SVA Bad Hersfeld - SSV Sand (Sonntag, 15.30 Uhr).
Da Buchonia Flieden in der Hessenliga kaum noch zu retten ist, deutet alles auf mindestens vier Absteiger aus der Verbandsliga hin. Asbach belegt somit mittlerweile einen direkten Abstiegsrang. Und Willingen ist mittlerweile auch schon drei Punkte enteilt. Soll sportlich der Gang in die Gruppenliga noch vermieden werden, müssen schleunigst Punkte her. Dabei könnte das Brett, das die Ullrich-Elf am Sonntag zu bohren hat, kaum voluminöser sein, schließlich ist Sand die beste Rückrundenmannschaft, musste zuletzt allerdings eine 0:1-Pleite im Topspiel gegen Hessen Kassel II hinnehmen und ist damit - mit Sicht auf Tabellenrang zwei - in Asbach eigentlich schon zum Siegen verdammt.

