Keller setzt den Lucky Punch

Verbandsliga: Johannesberg siegt weiter

30. August 2017, 20:20 Uhr

Foto: Charlie Rolff

Mit Fortuna im Bunde, die in der Regel vor allem Spitzenteams zur Seite steht, hat die SG Johannesberg im sechsten Saisonspiel den fünften Dreier eingefahren. Julian Keller wurde beim glücklichen 1:0 (0:0) über den RSV Petersberg zum Matchwinner.

Der Youngster kam nach dem Spiel aus dem Strahlen nicht mehr heraus. Beim Aufwärmen hatte Keller noch mit den Zuschauern geflachst („Das wird heute nichts mehr mit einem Einsatz“), eine gute halbe Stunde später war der Großenlüderer der gefeierte Matchwinner. Als sich alles schon auf ein zweifelsohne verdientes 0:0 eingestellt hatte, gelangte eine eher verkorkste Linksflanke zu Keller, der den Ball in letzter Sekunde trocken zum Siegtreffer ins lange Ecke setzte.

„Ein ganz toller Moment für Kelly“, war auch Trainer Jochen Maikranz stolz auf seinen jungen Schützling. „Er hat sich vielleicht bisher mehr Einsatzzeiten erhofft, umso mehr freut mich, dass er das Tor geschossen hat. Am Sonntag gegen Hünfeld war es ja noch Yannick Kretsch, der von der Bank kam und getroffen hat. Das zeigt, dass wir in der Breite gut besetzt sind.“ Wirklich gerechnet hatte Maikranz mit dem Siegtreffer allerdings auch nicht mehr. „Man muss schon zugeben, dass ein 0:0 am Ende verdient gewesen wäre, Petersberg hatte gar die Chance, um hier den ganz großen Sack an Punkten mit auf die Heimreise zunehmen.“

Der SGJ gelang es gestern nämlich nicht, genügend Tempo ins letzte Spieldrittel zu bringen, wobei Petersberg sehr diszipliniert verteidigt hatte. „Es war klar, dass es heute zäh wird. Wir haben uns gegen Hünfeld am Sonntag physisch verausgabt, während Petersberg jetzt sechs freie Tage hatte. Umso höher ist unsere Leidenschaft bis zum Schluss zu werten“, lobte Maikranz.

Im gesamten Spiel gab es nur wenige Chancen, wenn es denn aber mal gefährlich wurde, dann eher vor dem Johannesberger Tor. So hatten Julian Elm (18.) und allen voran Julian Wehner (73.) die dicke Chance zum 1:0. Bitter für den RSV: Adrian von Pazatka grätschte innerhalb von drei Minuten zweimal und flog zu Recht mit Gelb-Rot vom Platz. „Das darf nicht passieren, allerdings gab es bei Eric-Stephane Kengni-Fotsing die nahezu gleiche Szene auf der anderen Seite. Wir haben sehr diszipliniert agiert, dem Referee ist das leider nicht immer gelungen“, haderte Petersbergs Coach Rolf Gollin auch mit der in der Tat nicht immer einheitlichen Linie des Unparteiischen Gahis Safi aus Erlensee.

Gollin hatte kurzfristig noch auf Boris Aschenbrücker verzichten müssen, der sich seit dem Montagstraining mit Knieschmerzen herumplagt und nun zum MRT muss. Schwacher Trost: Pazatka ist nun für ein Spiel gesperrt, hätte am Sonntag in Mengsberg wegen seiner Schicht bei der Polizei aber ohnehin gefehlt. / hall

Johannesberg: Hofacker – Vlk, Kaizar, Dechant, Wiesner – Kengni-Fotsing, Reksius – Balz (76. Keller), Bese (64. Mwanza), Noori – Özger (59. Cotan).
Petersberg: Beikirch; Elm, M. Aschenbrücker, Brzoza, Vogt – Wehner, Lindiger (68. Wingenfeld) – von Pazatka-Lipinski, Nüchter, Zehner (84. Kilian) – Stenger (89. Kilian).

Schiedsrichter: Gahis Safi (Erlensee).
Zuschauer: 350.
Tor: 1:0 Julian Keller (90.+2).

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