Klaus Wächter: „Normale Menschen machen das nicht“
Der neue Trainer der SG Ober-/Untergeis im Interview
Herzlich Willkommen zurück auf der osthessischen Fußballbühne, Klaus! Eigentlich wolltest du nach deinem Engagement bei Bad Hersfeld II eine Pause einlegen, dieser Plan wurde nun überworfen …
Ja, das stimmt, eigentlich (lacht). An den Ruhestand habe ich nie gedacht, aber ursprünglich wollte ich eine Pause einlegen. Als dann am Sonntagabend der Anruf kam, war ich selbst überrascht. Ich musste eine Nacht darüber schlafen, dann hatte ich mich entschieden.
Wie konnte dich Ober-/Untergeis für das Engagement begeistern?
Der Zeitpunkt ist alles andere als gewöhnlich und auch die Aufgabe ist gewiss nicht leicht. Mir ist schon bewusst, dass ich mich auf sehr dünnes Eis begebe, da ich die Mannschaft auch noch nicht gesehen habe und nur wenige Spieler kenne. Letztlich hat mich Benny Schwarz überzeugt, den ich schon lange kenne. Wenn er nicht gewesen wäre, dann hätte ich es wohl auch nicht gemacht. Er kennt mich schon lange und weiß, dass ich fußballverrückt bin. Normale Menschen hätten das wohl nicht gemacht (lacht).
Trotzdem steigst du erst in der kommenden Woche ein. Wieso?
Ich habe diese Woche noch einige Dinge privat als auch beruflich zu erledigen, da es doch sehr kurzfristig ging. Die Jungs sollen sich in Ruhe auf den Saisonauftakt am Wochenende gegen Hohenroda vorbereiten, danach steige ich ein.
Du hast in der abgelaufenen Saison den SVA Bad Hersfeld in der Kreisoberliga Nord trainiert und kennst dementsprechend die Klasse. Kannst du schon eine Prognose wagen, wie sich das Team in der neuen Liga schlagen wird?
Wir müssen uns nichts vormachen, die Nord-Staffel ist nicht überragend. Es gibt fünf bis sechs Team, die sind richtig stark. Beispielsweise Hohe Luft: Wenn die mit der Mannschaft nicht Meister werden, dann weiß ich auch nicht. Dann sind aber auch zehn bis elf Mannschaften in der Klasse, die vom Niveau sicherlich mit uns auf Augenhöhe sind.
Noch ein Satz zu deiner Zeit beim SVA Bad Hersfeld. Dort hast du mit Ante Markesic zusammengearbeitet, dem deiner Meinung nach besten Trainer der Region. Wie viel hast du in der knapp neunmonatigen Zusammenarbeit mitgenommen?
Ante ist das Maß aller Dinge und ich darf mich glücklich schätzen, dass ich bei ihm ein Jahr lernen durfte. Das hat auch mir mit meinen 62 Jahren noch einmal einen Riesenschub gegeben, gerade sein taktisches Verständnis und Repertoire an Trainingsübungen ist sensationell. Ohne Ante wäre ich auch nie in Bad Hersfeld gelandet. Es war schade, dass er dann im März zurückgetreten ist, aber Ante braucht einfach mehr Professionalität im Umfeld.


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