Koch fordert: "Fußball kämpfen statt zelebrieren"
Neuer Trainer des SV Hauswurz im Gespräch
Willkommen zurück auf der osthessischen Fußballbühne, Michael! Wie kam es zu diesem Engagement?
Ich pflege schon seit Jahren einen guten Draht zum Hauswurzer Vorstand und stand bei meinen Freunden dort gewissermaßen in der Schuld. Da die Gespräche sehr gut waren und ich der Überzeugung bin, dass die Mannschaft über jede Menge Potenzial verfügt, habe ich zugesagt.
Du hast die Mannschaft nach vier Spieltagen übernommen. Ist der Zeitpunkt Fluch oder Segen?
Das ist eine gute Frage (lacht). Es ist sicherlich kein Vorteil, dass wir keine gemeinsame Vorbereitung hatten und mir als Trainer die Zeit fehlt, um dem Team den eigenen Stempel zu verpassen. Dazu hatte ich natürlich keinerlei Einflüsse auf die Kaderzusammenstellung. Auf der anderen Seite ist es aber auch eine Chance. Nach vier Spieltagen ist noch nichts entschieden und wir haben weiterhin alle Möglichkeiten, zumal wir das erste Spiel bereits gewinnen konnten.
Das Saisonziel "oben mitspielen" hat sich ja nicht verändert...
Weil es unserem Empfinden nach auch realistisch ist. Es wäre vermessen zu sagen, wir wollen das Feld jetzt von hinten aufrollen und Meister werden. Für uns geht es in erster Linie darum, schnellstmöglich Punkte zu sammeln und einander kennenzulernen. Wir müssen von Anfang an liefern, das ist uns bewusst. Deswegen hat der Verein kurz vor Ende der Transferperiode noch einmal reagiert und mit Nebi Kocpinar (zuletzt Germania Fulda, Anm. d. Red.) einen erfahrenen Torwart geholt.
Wo willst als Trainer als erstes ansetzen?
Wir brauchen Ordnung auf dem Feld und müssen bereit sein, Fußball zu arbeiten. Das soll keinesfalls Kritik an meinem Vorgänger Mario Martinez sein, sondern das sind zwei Punkte, die für mich in der A-Liga unerlässlich sind. Versteht die Mannschaft, dass wir Fußball erst arbeiten und nicht zelebrieren müssen, ist die Grundlage in einer Staffel gelegt, die meines Empfindens nach vor allem über den Kampf kommt. Die Einstellung muss bei uns daher immer stimmen.
Welche Mannschaften hast du in puncto Titelkampf auf der Rechnung?
Stockhausen/Blankenau und Wartenberg/Salzschlirf natürlich. Beide Mannschaften sind individuell sehr stark besetzt und haben einige Top-Namen in ihren Reihen. Ich denke da nur an einen Patrick Scheibelhut, der trotz seiner 43 Jahre noch immer ein klasse Fußballer ist und nichts von seiner Qualität eingebüßt hat. Auch Bimbach habe ich auf der Rechnung, schließlich haben sie mit Mario Martinez noch kurzfristig einen super Stürmer verpflichtet.
Wirst du denn selbst die Schuhe noch einmal schnüren? Ein guter Fußballer warst du ja...
Das ist nicht geplant. Wir haben viele junge Spieler in unseren Reihen, denen möchte ich keinen Platz wegnehmen.

