Krasse Rückkehr in die sportliche Realität
Gruppenliga: Schlüchtern geht unter
Nach zuletzt 13 Punkten aus fünf Spielen ohne Niederlage war es für Beobachter, die zuletzt nicht jedes Spiel verfolgten, schwer nachvollziehbar, wie die gegen Ehrenberg reichlich konfuse Mannschaft jüngst so erfolgreich hatte aufspielen können. Die Spielgemeinschaft mit den Gästen vergleichen zu wollen, käme für Ehrenberg eher einer Beleidigung gleich.
Freilich ging Schlüchtern/Elm trotz der jüngsten Erfolgsserie als Außenseiter in das Spitzenspiel. Dementsprechend sah auch das taktische Konzept aus: Mit Ausnahme von Florian Reichler, dem in neuen knallbunten Schuhen auflaufenden und bisher mit acht Treffern erfolgreichsten Torschützen der Liga, waren alle Akteure mit defensiven Aufgaben betraut. Was freilich auch gegen die sicher und mit präzisen Kurzpässen operierenden Ehrenberger auch dringend geboten war.
Krasser Leistungsunterschied
So gelang es der Hirsch-Elf, die Offensivkraft der Gäste eine knappe halbe Stunde lang einigermaßen im Zaume zu halten. Mehr noch: Sven Köhler besaß nach 17 Minuten mit seinem versuchten Kopfballheber über Torhüter Simon Voll hinweg die bis dato beste Möglichkeit. Der Führungstreffer Ehrenbergs durch Maximilian Hohmann gab dann die Richtung vor. Während der Tabellenzweite weiter sicher kombinierte, erlaubte sich die Heimelf allein in der ersten Hälfte ein Dutzend Ballverluste beim Versuch, es im Spielaufbau den Gästen mit Kurzpässen gleichzutun. Solch ein Aufbauversuch von Dennis Scholz ging zehn Minuten vor der Pause gründlich schief, Marius Bublitz „stahl“ ihm das Leder, scheiterte jedoch mit seinem Schuss an Torhüter Fabian Zarnack, der damit einen 0:2-Rückstand zur Halbzeit verhinderte. Letztlich war die Spielentwicklung Schlüchtern/Elms bei weitem nicht gruppenligareif, die weit nach vorne geschlagenen Bälle kamen zudem prompt wieder zurück.
Auch in punkto Schnelligkeit bestand ein krasser Leistungsunterschied. Schienen die Ehrenberger einige leichtathletische Sprinter aufgeboten zu haben, so vermochte bei Schlüchtern/Elm lediglich Bilal Qamar diesbezüglich mitzuhalten. Im Bemühen, besser ins Spiel und zu mehr Offensivaktionen zu kommen, setzten sich beim Gastgeber drei bis vier Spieler in Bewegung, bei Ehrenberg rochierte nahezu die gesamte Elf. So war es in der zweiten Halbzeit nur eine Frage der Zeit, bis für Schlüchtern/Elm die zweite Klatsche der Saison feststand. Fünf verschiedene Torschützen sprachen eine klare Sprache für die Stärke der SG Ehrenberg im Spiel nach vorne. / osl
Die Statistik:
Schlüchtern/Elm: Zarnack; Qamar, Schulz, Schlichting, Hrkic – Scholz (52.Puric), Schulz, Slowinski, Arapi, Köhler (63. Gaye) – Reichler.
Ehrenberg: Voll; Dinkel, Diel, Schorstein, Beck – Jaksch, Bublitz, Brehl, Hohmann (46.Bartl), van Leeuwen – Geier (73. Bleuel).
Schiedsrichter: Sebastian Poth (Limeshain).
Zuschauer: 150.
Tore: 0:1 Maximilian Hohmann (27.), 0:2 Niklas Diel (46.), 0:3 Sebastian Bartl (60.), 0:4 Niklas Bleuel (82.), 0:5 Marius Bublitz (85.).


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