Krawczyk schreckt auch vor Sand nicht zurück

Verbandsliga: RSV-Trainer hat Matchplan längst fertig / Sedat Gören schwärmt von Soden

22. März 2018, 21:00 Uhr

Petersbergs Tim Stenger überzeugte zuletzt als Doppelpacker gegen Mengsberg, musste zuletzt aber im Training aussetzen. Foto: Charlie Rolff

Für Petersberg, Lehnerz II und den Hünfelder SV stehen die Chancen gut, auch am Wochenende Verbandsliga-Fußball hautnah erleben zu können. Johannesbergs Auftakt könnte sich hingegen noch eine Woche verschieben, der SV Neuhof ist spielfrei.

RSV Petersberg – SSV Sand (Samstag, 15.30 Uhr).

Im vergangenen Jahr gehörte der 2:1-Heimsieg auf dem engen Kunstrasen zu den ganz großen Highlights im Waidesgrund und sorgte gleichzeitig dafür, dass der damalige so souveräne Tabellenführer eine mittelschwere Leistungsdelle davontrug, die sich mitverantwortlich für Fliedens Meistertitel zeichnete. Gleiches könnte nach der Saison auch für Hünfeld oder Johannesberg gelten, denn Sand kämpft erneut mit zwei Osthessen um den Titel. „Wir schauen doch lieber auf uns“, sagt RSV-Trainer Jürgen Krawczyk und betont, „dass wir uns mit dem angestrebten Sieg immer noch selbst am meisten helfen“. Denn die Brust des RSV ist nach wie vor breit, die Mittel, wie Sand geschlagen werden soll, präsentiert der Trainer-Routinier gleich mit: „Wir müssen den ohnehin engen Raum noch enger machen, müssen ständig doppeln, wollen früh stören und durch Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte kurze Wege zum Tor entwickeln“. Julian Wehner und Tim Stenger mussten zuletzt pausieren, doch Krawczyk betont, „dass uns genügend Spieler für Samstag zur Verfügung stehen“.

1. FC Schwalmstadt – Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr).

Die Chancen stehen gut, dass die Partie auf dem Kunstrasen im Stadtteil Treysa stattfinden kann. Dort konnte der FCS bereits zwei Spiele im neuen Jahr bestreiten und dabei dank des Siegs gegen Petersberg und des Unentschiedens gegen Sand wichtige Schritte aus dem Tabellenkeller gehen. Auch HSV-Trainer Dominik Weber ist nicht entgangen, dass sich die Schwälmer berappelt haben. „Ich glaube, dass die Mannschaft mit Vedran Jerkovic jetzt ganz einfach auch wieder ein Stabilisator im Team hat, der etwas fehlte. Das ist eine gute Mannschaft, die sicherlich auch gegen uns zeigen will, was sie fußballerisch kann.“ Beim 0:0 im Hinspiel taten sich dahingehend beide Teams schwer, Weber weiß aber zumindest, „dass wir uns seitdem weiterentwickelt haben“. Dennoch dürfe man von seinem Team, bei dem weiterhin die beiden Rechtsverteidiger Sebastian Körner und Niklas Wahl fehlen, keinen „Hurra-Fußball“ erwarten.

Bei aktuell acht Punkten Vorsprung auf Johannesberg und zehn auf Sand, wagt Weber auch einmal einen Blick auf die Tabelle und stellt fest, „dass sich das nicht lohnt, weil Johannesberg zwei Spiele weniger hat und bei Sand beispielsweise neun Heimspiele am Stück im Spielkalender stehen“. So müsse mindestens Ostern – und damit auch bis dann drei Auswärtsspiele am Stück für den HSV – abgewartet werden, um sich ein etwas besseres Bild verschaffen zu können.

SG Johannesberg – SC Willingen (Samstag, 16 Uhr).

Längst zur „Never-Ending-Story“ verkommen und drauf und dran, auch am Samstag ein neues Kapitel hinzuzufügen: Das Verschieben des Restrundenauftakts der SG Johannesberg. Doch mittlerweile wird auch Klassenleiter Horst Riemenschneider (Kassel) aktiv und sagt, „dass ich Johannesberg ansprechen werde, ob ein geeigneter Kunstrasenplatz zum Ausweichen zur Verfügung steht, weil die Termine immer enger werden“. Der Tabellenzweite steht bei 18 Spielen – kein Verbandsligist hat weniger, der für Samstag auf dem Spielplan stehende Gegner, der SC Willingen, nicht mehr. Willingen spielt seine Heimspiele aktuell im westfälischen Medebach; Eschwege und Weidenhausen weichen nach Reichensachsen aus, für Johannesbergs Trainer Jochen Maikranz kommt so etwas jedoch nicht infrage: "Wir werden als Heimverein sicherlich nicht selbst auf die Idee kommen, ein Heimspiel auf einen anderen Kunstrasen zu verlegen." Gleichzeitig kann er keine wirkliche Prognose für Samstag wagen, weiß allerdings auch, dass Johannesberg nicht über Flutlicht verfügt und Willingen bei einem etwaigen Spielausfall an einem Wochentag zu einer ziemlichen Unzeit seine Zelte in Johannesberg aufschlagen werden muss.

SG Bad Soden – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Auf der Bornwiese ist noch nicht an Fußball zu denken, doch dafür der Kuntrasenplatz nebenan, auf dem die „Sprudelkicker“ an guten Tagen ihr komplettes Repertoire an feinem Fußball abrufen kann – was auch Sedat Gören nicht entgangen ist. „Ich habe die Mannschaft beim 3:3 gegen Hünfeld gesehen. Das ist eine tolle Mannschaft mit feinen Kickern, die keine Probleme haben wird, sich noch weiter von den Abstiegsplätzen zu entfernen.“ Marco Di Maria hat Gören als „Dreh- und Angelpunkt“ ausgemacht, Lukas Ehlerts „feinen linken Fuß“ als echte Waffe, Daniele Fiorentinos Routine als Faustpfand im Sturm und Lars Jordans „unwahrscheinliche Power“ als Trumpf im rechten Mittelfeld. Dementsprechend verlangt er von seinem Team, dass es die nötige Konzentration mit nach Bad Soden nimmt, denn gerade diese hochzuhalten, ist an den so zahlreichen spielfreien Wochen nicht so einfach. Mit Lennart Fladung fehlt einer der Torhüter und Sechser Kaan Say wartet ob seiner Mittelfußproblemen noch auf eine aufschlussreiche MRT.

2012, seinerzeit noch in der Gruppenliga, konnte Bad Soden letztmals ein Punktspiel gegen Lehnerz II gewinnen. Die Torschützen beim 3:2-Erfolg hießen Samet Degermenci, Daniel Keim und Taner Harmancioglu. „Es wird Zeit, dass wir Lehnerz auch mal in der Verbandsliga schlagen“, weiß auch Soden-Coach Anton Römmich um die unrühmliche Serie, ist sich allerdings bewusst, „dass Lehnerz gegen uns traditionell eine gerade in der Offensive top Truppe stellt, weil die Spieler natürlich auch mehr Lust auf ein Spiel gegen Soden wie gegen beispielsweise Rothwesten haben“. Römmich, der aus dem Vollen schöpfen kann, weiß allerdings, wo es anzusetzen gilt. „Mal schauen, wer von oben dazustößt, aber ich glaube, dass wir zu unseren Chancen kommen werden, weil Soden eher hinten verwundbar ist“. Nach dem starken Spiel gegen Hünfeld (3:3) und dem schwachen Pokalauftritt gegen Kressenbach/Ulmbach (0:1) ist Römmich auch ein bisschen froh, „dass die Mannschaft jetzt selbst weiß, dass sie immer an die Grenze gehen muss“.

Autor: Johannes Götze