Kreß ist jüngster Cheftrainer der Verbandsliga

20. September 2024, 06:38 Uhr

Christian Kreß (links) trug schon mit drei Jahren das Flieden-Trikot – und ist nun Trainer des Verbandsligisten. © Charlie Rolff

Seit vergangener Woche ist Christian Kreß mit gerade einmal 30 Jahren jüngster alleinverantwortlicher Trainer der Verbandsliga Nord. Und das beim SV Buchonia Flieden, bei dem er als Dreijähriger mit dem Fußballspielen begann.

„Ich habe dem Verein viel zu verdanken und tolle Menschen kennengelernt“, betont Kreß, der bis zum B-Jugend-Alter nur im Königreich spielte und anschließend höherklassig bei Hannover 96 und Rosenhöhe Offenbach sein Glück versuchte. In den Senioren führte der Weg direkt zum SV Flieden zurück, wo er mit Ausnahme eines zweijährigen Intermezzos in Bad Soden durchgängig spielte. Größtes Highlight war die Verbandsliga-Meisterschaft 2017 unter Meik Voll. „Viele Mitspieler aus dieser Zeit sagen, dass das die schönste Zeit für sie war. Da sieht man ja, welche Strahlkraft der Verein hat. Dahin wollen wir wieder kommen“, unterstreicht Kreß.

SV Flieden: Christian Kreß jüngster Cheftrainer der Verbandsliga

Eine Nacht musste der bisherige Co-Trainer trotzdem darüber schlafen, als die Verantwortlichen ihm das Cheftraineramt von Mike Gaul anboten. Schließlich wird im Hause Kreß Nachwuchs erwartet. „Aber ich habe nach Zustimmung meiner Frau gesagt, dass ich dem Vereine gerne helfe, wenn er mich braucht. Ich stehe zu hundert Prozent dahinter“, so der 30-Jährige, der vor etwas mehr als einem Jahr seine erste Trainerstation antrat. Bei Gruppenligist SG Kerzell erlebte er an der Seite von Marc Röhrig ein „super schwieriges Jahr, das viel Kraft gekostet hat“. Am Ende glückte zwar der Klassenerhalt über die Relegation, da waren Kreß und Röhrig hinter dem jetzigen Trainer Florian Günther allerdings bereits ins zweite Glied gerückt.

Trotzdem stand für Kreß schnell fest, dass er den Trainerweg weiter verfolgen will. In Flieden ersetzte er Mike Gaul bereits einige Male in der Vorbereitung beziehungsweise während dessen Sperre, das 4:2 gegen Sandershausen war nun ein Cheftrainerauftakt nach Maß. „Die Jungs haben es trotz der turbulenten Woche super gemacht“, lobt Kreß, für den die Situation selbst nicht einfach war, weil er ein gutes Verhältnis mit Gaul pflegte. Noch spezieller ist sie für Luca Gaul, der als ehemaliger Trainersohn die Mannschaft weiterhin aufs Feld führen soll – sofern er denn wieder fit ist. „Luca hilft uns derzeit zwar nicht auf dem Platz, ist aber trotzdem ein wichtiger Teil. Er geht trotz allem vorne weg und bringt einfach eine super Einstellung zum Fußball mit“, lobt Kreß den 27-Jährigen.

SV Flieden: Rafael Best wie eins Kreß ins kalte Wasser geworfen

Die vielen Verletzten sorgten zuletzt dafür, dass mit Rafael Best ein 18-Jähriger sein Startelfdebüt gab. „Ich wurde damals in dem Alter von Martin Hohmann ebenfalls ins kalte Wasser geworfen. Unser Weg ist richtig gut, dass immer wieder Spieler aus der Jugend rauskommen können“, unterstreicht der neue Trainer, der bei seinem Debüt von Reservecoach Dennis Leinweber unterstützt wurde – eine Dauerlösung soll und kann dies aufgrund der A-Liga-Truppe aber nicht sein.

Über seine eigene langfristige Zukunft möchte Kreß, der bis Saisonende das Vertrauen des Vorstands genießt, keine allzu großen Gedanken verschwenden. Priorität habe es, „schnellstmöglich den Negativtrend zu durchbrechen“. Der nächste Schritt soll am Samstag (17 Uhr) auf dem Eiterfelder Oktoberfest unternommen werden – auswärts verlor die Buchonia bislang alle drei Spiele. Und Eiterfeld/Leimbach wird sicher eine Reaktion auf die 0:7-Klatsche in Bad Soden zeigen wollen.

Ein zweites Osthessen-Derby steigt am Sonntag (15 Uhr), wenn Eichenzell nach drei Spielen ohne Dreier gegen Barockstadts U23 – Niklas Herget an Sebastian Sonnenbergers Seite ist sogar noch jünger als Kreß – wieder auf die Siegerstraße zurückkehren möchte. Zeitgleich hat Bronnzell zuhause gegen Aufsteiger Wabern nach der 3:7-Klatsche in Lehnerz die Chance auf Wiedergutmachung. Außerdem ist Neuhof auf dem Kunstrasenplatz in Dörnberg gefordert.