Kullmann meldet sich goldrichtig zurück

Verbandsliga: Für drei Team geht's um was

11. Mai 2017, 21:00 Uhr

Sascha Rumpeltes (links) muss eventuell passen, Coach Meik Voll darf sich aber dafür auf einen Rückkehrer freuen. Foto: Charlie Rolff

Die Zeit der Entscheidungen in der Verbandsliga steht an: Am drittletzten Spieltag geht es für drei osthessische Teams noch um richtig viel. Während Petersberg und Bad Soden für den Klassenerhalt punkten wollen und diesen vielleicht sogar schon in trockene Tücher packen können, zählt für Buchonia Flieden im Titelkampf nur ein Sieg.

GSV Eintracht Baunatal - SV Buchonia Flieden (Freitag, 19.30 Uhr).

"Wenn wir dem Spiel unseren Stempel aufdrücken, wird es für Baunatal schwer gegen uns was zu holen", gibt sich Buchonen-Coach Meik Voll vor dem drittletzten Endspiel äußerst selbstbewusst, weiß aber auch, "dass es für den Gegner ums nackte Überleben geht". Ein Geduldsspiel, wie beim 2:0-Hinspielerfolg, könne die logische Konsequenz sein. Dass zudem bereits am Freitagabend gespielt werde, mache die Konstellation wegen Arbeit, Schule und Anreise der Spieler nicht einfacher. Dennoch: Da Spitzenreiter Sand spielfrei ist, kann Flieden mit einem Sieg die Tabelle bei dann gleicher Spielzahl endlich wieder anführen und somit in der Pole Position in die letzten zwei Spiele gegen Hünfeld (A) und Lehnerz II (H) gehen.

Personell gestaltet sich die Situation auf den ersten Blick schwierig, denn neben dem gesperrten Linksverteidiger Felix Hack droht auch der linke Innenverteidiger Sascha Rumpeltes aufgrund einer Familienfeier auszufallen. Da trifft es sich gut, dass am Montag Marius Kullmann von seinem halbjährigen USA-Aufenthalt zurückgekehrt ist und laut Voll eine "direkte Option" darstellt: "Er hat in den Staaten sicherlich auf professionellerem Niveau trainiert als das hier im Amateurbereich der Fall ist. Da er auch keinen Jetlag hat, im Training einen super Eindruck hinterlassen konnte und die Mannschaft aus der Sommervorbereitung kennt, würde ich mir keine Gedanken machen, ihn zu bringen." Kullmann spielte in den USA darüber hinaus stets Innen- oder Linksverteidiger und könnte so eine der beiden vakanten Positionen einnehmen.

RSV Petersberg - Melsunger FV (Samstag, 15.30 Uhr).

Die Ausgangslage ist klar: Gewinnt der RSV Petersberg, kann in Sachen Klassenerhalt eigentlich nichts mehr schiefgehen - und bei den passenden Ergebnissen vielleicht schon am Wochenende gefeiert werden. Doch dafür muss gegen den Vorletzten eben erst ein Sieg her: "Allein das Ergebnis von Melsungen gegen Sand sagt alles. Wer nur 0:1 gegen den Spitzenreiter verliert, hat sich noch längst nicht aufgegeben.“ Außerdem sei seine Mannschaft gar nicht berechtigt dazu, den Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen, aber dahingehend mache sich Gollin auch wenige Gedanken und fordert: "Wir müssen auf uns schauen, mit Selbstvertrauen und einer breiten Brust ins Spiel gehen.“ Dagegen spricht auch rein gar nichts, schließlich holte sein Team aus den vergangenen fünf Spielen satte zwölf Punkte. Melsungen muss hingegen alle drei restlichen Spiele gewinnen und hat selbst dann nur theoretische Chancen, den Klassenerhalt doch noch zu realisieren.

SG Bad Soden - SC Willingen (Samstag, 16.30 Uhr).

Die Wochen der Wahrheit stehen für die „Sprudelkicker“ an - in der Hauptverantwortung stehen nach der Demission Tino Schmitts die Römmich-Brüder Anton und Wladimir. Für die Interimstrainer geht es vorrangig darum, wieder für gute Stimmung im Team zu sorgen und die unbestrittene Qualität auch auf den Platz zu bekommen. Hauptaugenmerk gilt der Defensive, die zwei Treffer pro Spiel kassiert: "Zu viel“, sagt Anton Römmich und hofft selbstredend bereits gegen Willingen auf den Brustlöser in Form eines Sieges. Die Sauerländer kommen derweil personell arg geschröpft an die Bornwiese, hatten zuletzt kaum noch Alternativen auf der Bank, schaffen es aber fast immer zumindest einen Punkt mitzunehmen. Die einzige Niederlage kassierte das Team von Uwe Schäfer in diesem Jahr bei Buchonia Flieden.

Hünfelder SV - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr).

Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen hatte sich der HSV zum Ziel gesetzt und nachdem in Willingen nur ein Unentschieden heraussprang, müsste nun der Rest gewonnen werden. Aber gerade vor der Aufgabe gegen Neuhof warnt Trainer Dominik Weber: "Das ist für mich das schwerste Spiel. Ich habe Neuhof in dieser Saison öfters gesehen, die Mannschaft ist individuell top besetzt, wenn sie ins Rollen kommen sind sie richtig stark und haben auch genügend Spieler in ihren Reihen, die ein Spiel entscheiden können.“ Deswegen müsse sein Team noch mal hochfahren und dürfe die Saison keinesfalls austrudeln lassen. Im Vergleich zum Pokal-Halbfinale am Mittwoch in Neukirchen kehren Sebastian Schuch, Oliver Krenzer, Thorsten Trabert, Maximilian Fröhlich und Robert Simon zurück, Sebastian Ernst wird nach seinem Ausflug im Sturm wieder ins Tor zurückkehren.

SV Adler Weidenhausen - TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).

Nichts mehr mit dem Kampf um den Klassenerhalt zu tun hat die Hessenliga-Reserve des TSV Lehnerz: Denn dank der Konstellationen im Tabellenkeller können den TSV nach dem 1:0-Sieg am vergangenen Wochenende nicht mehr als vier Mannschaften noch überholen. Am Weidenhausener Chattenloh kann die Elf von Sedat Gören somit vollkommen ohne Druck antreten.

Autor: Johannes Götze