Kwasniok: "So eine Seuchensaison gab es noch nie"

Verbandsliga Süd: Rückzug bei Bruchköbel kein Thema

18. Oktober 2017, 09:45 Uhr

Ein häufiges Bild in dieser Saison. Der Gegner jubelt, die SG Bruchköbel ist am Boden. Foto: Steffen Turban

Es läuft einfach nicht bei der SG Bruchköbel. Aus den ersten zwölf Spielen in der Verbandsliga Süd hat das Ligaurgestein nur einen Punkt geholt und liegt schon früh in der Saison abgeschlagen am Tabellenende. 14 Punkte beträgt der Abstand auf das rettende Ufer bereits. Doch ans Aufgeben denkt der Verein nicht.

"So eine Seuchensaison gab es noch nie und ich bin seit 1980 im Verein. Einen schlechten Start hatten wir immer mal, aber so dramatisch war es noch nicht. Das ist historisch", beschreibt Medienvertreter Michael Kwasniok die derzeitige Situation bei der SG Bruchköbel und vergleicht diese, mit der von Germania Großkrotzenburg im Vorjahr. Auch der Trainerwechsel von Andreas Arr-You zu Carsten Keller ist zumindest ergebnistechnisch verpufft. Aber da ist Kwasniok sowieso der Meinung: "Damit kann man nur ein Zeichen setzen. Die Spieler auf dem Feld und im Kader sind dafür verantwortlich", fügt aber auch an, dass eine "Stabilisation" unter dem neuen Trainer "erkennbar ist."

Vor allem im Angriff fehlt es der SGB an "Durchschlagskraft", so Kwasniok, der die Probleme an der "Formschwäche einiger Spieler, die teilweise neben sich stehen" und "fehlender Klasse" festmacht. "Das hat man auch am Sonntag wieder gesehen." Da hatte Bruchköbel in einem Spiel "auf mehr als mäßigem Niveau" gute Chancen zur Führung, brachte diese aber nicht im Tor unter. "Uns fehlen so Spieler wie (Rene) Brunner von Wald-Michelbach oder (Noah) Michel von Nidda. Die können ein Spiel mit ihrer Klasse und Cleverness alleine entscheiden", so der Medienvertreter, der anmerkt: "Ein Ugur Erdogan (vor der Saison von Bruchköbel zum FV Bad Vilbel gewechselt, Anm. d. Red) würde uns meiner Meinung nach auch nicht weiterhelfen, weil er momentan nicht die Zuspiele bekommen würde."

Zudem kommt auch "das fehlende Glück hinzu. Wenn man die Seuche an den Füßen hat, kommt das dann noch dazu", so Kwasniok, der einige Schiedsrichterentscheidungen wie die Elfmeter für Usingen und Sandzak gegen Bruchköbel nennt. "Ob es dann anders gelaufen wäre, sei mal dahingestellt. Die Aufgaben werden auf jeden Fall nicht leichter. Wenn man gegen Mannschaften wie Usingen nichts holt, dann weiß ich nicht, gegen wen wir was holen wollen."

Rückzug steht nicht im Raum

Trotz der Probleme will Kwasniok mit seinem Verein "positiv nach vorne schauen", richtet sich aber schon auf eine Verbandsligasaison ohne Bruchköbel ein. "Wir müssten schon eine Serie starten und selbst dann punkten die anderen Mannschaften ja auch." Ein Rückzug vom Spielbetrieb noch in der laufenden Runde steht aber laut dem Medienvertreter nicht im Raum. "Ohne dem Abteilungsleiter Oliver Gust vorgreifen zu wollen, aber das ist kein Thema. Da müssten uns schon alle Spieler weglaufen", sagt Kwasniok, der die Hoffnung dennoch nicht so ganz aufgegeben hat. "Vielleicht holen wir ja am Sonntag etwas gegen Vatanspor und das gibt uns dann Auftrieb."

Autor: Daniel Bolz

Kommentieren