Lädierter Drews leitet Arbeitssieg ein

Verbandsliga: Flieden nach 2:0 in Baunatal Tabellenführer

12. Mai 2017, 20:15 Uhr

Andreas Drews besorgte die erlösende 1:0-Führung für Flieden. Foto: Charlie Rolff

Es war eine schwere Geburt, am Ende reichte es trotzdem zum zwölften Sieg in Folge für den SV Buchonia Flieden: Der an der Rippe lädierte Kapitän Andreas Drews wenige Minuten nach seiner Einwechslung und Marco Gaul stellten nach einer Leistungssteigerung in Durchgang zwei den 2:0 (0:0)-Erfolg bei Kellerkind Eintracht Baunatal für den neuen Tabellenführer sicher.

Wie schon so oft taten sich die Fliedener in der ersten Halbzeit sehr schwer: Der Gegner aus Großenritte stand wie schon beim Fliedener 2:0 im Hinspiel sehr tief, während die Buchonen gerade im Zentrum oft zu statisch agierten. Chancen gab es so nur nach Standards: Jörn Katluhn zielte für die Eintracht jedoch nach einem zweiten Ball zu mittig (26.), Niko Zellers Kopfball nach einer Götze-Ecke wurde noch vor der Linie geklärt (42.). Dass bei Flieden nicht viel zusammenlief, offenbarte sich im entnervten Ballwegschlagen von Imal Schersadeh, der dafür Gelb sah.

Ganz anders die zweite Hälfte: Nun zeigten beide Mannschaften mehr Zug nach vorne, wobei es zunächst lichterloh im Fliedener Strafraum brannte. Niels Willer behielt aus fünf, sechs Metern allerdings nicht die Nerven für den Abstiegskandidaten, Lukas Hohmann hielt klasse mit dem Fuß (50.). Auf der anderen Seite hatte Fabian Schaub im direkten Gegenzug die Chance zur Fliedener Führung. "Es war klar, dass die Baunataler ein Ding bekommen würden. Glücklicherweise hat Lukas klasse gehalten und wir sind dann langsam aufgewacht", hatte Trainer Meik Voll erkannt.

Dennoch fehlte es der Buchonia weiterhin an Durchschlagskraft, weil die offensive Dreierreihe um Marco Gaul, Imal Schersadeh und Marc Götze nie richtig in die Partie fand. Entsprechend tauschte Voll nach einer Stunde aus und brachte Kapitän Andreas Drews für Schersadeh - obgleich dem Weiperzer eine Rippenprellung zu schaffen macht. "Ich hatte keinen Spieler, der im Zentrum die Bälle festmacht. Fabi Schaub war ja völlig auf sich alleine gestellt. In der ersten Halbzeit hatten wir nur zugeschaut", begründete der Coach die Maßnahme, die sich umgehend auszahlen sollte: Schaub erlief einen langen Ball vor Baunatals Keeper Rudolph, umkurvte den Torwart und flankte mustergültig auf den Kopf von Drews (68.). Die Moral des Abstiegskandidaten war nun gebrochen, Marco Gaul legte nach einem katastrophalen Fehlpass von Jörn Katluhn sogar noch das 2:0 nach (76.).

"Ich habe meinen Spielern in der Pause noch einmal klar gemacht, welche Chance sie hier verspielen können. Vielleicht werden die Jungs nur einmal Meister in ihrem Leben", hatte Voll in der Pause wohl die richtigen Töne getroffen. Erleichtert war auch Marius Kullmann, der am vergangenen Montag aus dem Studium in den USA zurückgekehrt war. "Es war ein echtes Geduldsspiel, wir haben gerade in der ersten Halbzeit nicht den Spielaufbau praktiziert, den wir uns vorgenommen hatten", analysierte der Hauswurzer, der platt war. "Dennoch ging es über 90 Minuten, weil ich in Amerika viel im konditionellen Bereich gearbeitet habe." / hall

Die Statistik:

Eintracht Baunatal: Rudolph - Cobileanu (84. Hofmann), J. Katluhn, Preuss, Scott - D. Katluhn, Kraus - Schmidt, Bürger, Pusch (82. Agzikara) - Willer.
Flieden: L. Hohmann - Leibold, Zeller, Kullmann, Trenkler (60. C. Kreß) - Heil, Müller - Götze (68. Lingenfelder), Schersadeh (60. Drews), Gaul - Schaub.
Schiedsrichter: Philipp Metzger (Wolfhagen). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 Andreas Drews (68.), 0:2 Marco Gaul (76.).

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