Kerzell schnappt sich Tabellenführung
Laufwunder Lazarevski belohnt sich doch
Wer ist der gefoulte? Niklas Hilfenhaus (Kerzell, weiß) oder Hosenfelds Branimir Velic? Foto: Charlie Rolff
"Jetzt genehmigen wir uns alle erstmal ein Bierchen", sagte Kerzells Trainer Uwe Bleuel mit Blick auf die Spitzenposition. Seine Youngster wirbeln weiter erfrischend durch die Liga. Doch Mann des Abends war ein Oldie. Einem Laufwunder glich Stürmer Darko Lazarevski, der unzählige Sprints abriss und deshalb wenig überraschend nach 81 Minuten ausgelaugt vom Feld musste. Doch nur drei Minuten zuvor belohnte sich der 32-Jährige mitsamt seiner Mannschaft für einen beherzten Auftritt. Zwar etwas glücklich über Umwege gelang das Leder zu ihm, Torhüter Christoph Grösch hatte keine Chance bei seinem platzierten Abschluss. Bereits Anfang der zweiten Hälfte hätte Lazarevski sich belohnen müssen, scheiterte aber da noch am stark reagierenden Grösch (52.).
Bleuel selbst war es derweil etwas unangenehm, nur den Siegtorschützen herauszuheben: "Klar, er hat den Unterschied gemacht. Aber es hat die ganze Mannschaft gekämpft. Das zählt einfach, da es bei uns nur über das Kollektiv geht. Unsere Art und Weise des Fußballs kostet viel Kraft." Allgemein war der Start nach dem Pausentee furios. Im unmittelbaren Gegenzug nach Lazarevskis Möglichkeit glich Hosenfeld aus, Eyanawa Landry Aquiteme Pitakani war plötzlich frei durch und netzte unter Mithilfe des Innenpfostens ein (53.). Und wiederum nur zwei Minuten später hatte Kerzells Patrick Kennel das dicke Ding am Fuß, Grösch war aber einmal mehr eine Nummer zu groß. Branimir Velic (62., Kopfball) hätte beinahe erneut ausgeglichen. Den spielerisch besseren Ansatz wussten die Gäste schlichtweg nicht zu nutzen. Für Hosenfelds Trainer Torsten Weber war der Kerzell-Sieg eine Frage der Effizienz. "Und wir haben sie eingeladen bei den Toren. Ich bin nicht enttäuscht über die Niederlage, da in Kerzell noch andere verlieren werden. Mir tut es nur für die Jungs etwas leid, da der Aufwand groß war", so Weber.
Temporeich war ebenfalls Durchgang eins, bis etwas vor den Toren passierte verging aber eine Weile. Während Hosenfeld lange Zeit einen Tick gefährlicher wirkte, war Kerzell Mitte des Durchgangs plötzlich eiskalt zur Stelle. Tristan Niklas brachte seine Farben per Lupfer in Front (30.), vorausgegangen war eine höchst kuriose Aktion. Denn Hosenfelds Julian Erb wollte den Ball ins Aus spielen, da Mitspieler Velic verletzt am Boden lag. Seine Mitspieler forderten ihn aber auf, weiterzuspielen. Und das flog den Gästen um die Ohren, denn Marc Wettels verlor in der Zentrale den Ball und das Unheil nahm seinen Lauf. Wettels war es auch, der zwei Minuten zuvor alles richtig machte, zwei Gegenspieler im Strafraum umspielte, doch partout nicht abschließen wollte. Und auch Kerzells "Robbery" war ein Torerfolg vergönnt, denn herrlich war es, wie Nikolcho Gorgiev Sascha Heils Ecke direkt nahm. Der Pfosten verhinderte den Sahnetreffer.
Die Statistik:
SG Kerzell: Ludwig – Müglich, Schnopp, N. Hilfenhaus, Reith – Kennel, Bleuel, S. Heil – Gorgiev – Niklas (90. N. Heil), Lazarevski (81. Xhaferi).
Spvgg. Hosenfeld: Grösch – Gajic, Vlk, Merker, Erb – Wettels, Hack – Aquiteme, Stachelski, Haile Negussie (69. Mouangue) – Velic.
Schiedsrichter: Justin Herbert (DJK FSV Schwarzbach).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Tristian Niklas (30.), 1:1 Eyanawa Landry Aquiteme Pitakani (53.), 2:1 Darko Lazarevski (78.).

