Lembcke im Interview: Müssen den Abstiegskampf annehmen
Herr Lembcke, haben Sie die Niederlage gegen ihren Ex-Verein vom Freitag mittlerweile verdaut?
Lembcke: Die Pleite hängt mir schon nach, das 0:5 werde ich wohl erst gegen Ende der Woche abschütteln können, wenn es auf das nächste Spiel zugeht. Ich war schon ein wenig geschockt, dass wir nach dem Rückstand derart auseinandergefallen sind. Leider haben wir auch nur 15 Minuten den Fußball gespielt, der uns vorschwebt.
Was sind die Gründe für die Krise der Viktoria?
Erst einmal ist es die erste größere Schwächeperiode, die Bronnzell seit vielen Jahren durchmacht. Es ging ja die letzten Jahre immer nur bergauf mit den drei Aufstiegen. Da fällt es einigen schon schwer, sich mit der misslichen Lage zu arrangieren. In der vergangenen Saison haben wir mit Spielstärke und Engagement den fünften Platz erreicht, nun fehlt aber in allen Bereichen der letzte notwendige Tick. Wir müssen schnellstens wieder zu den Tugenden aus dem Vorjahr zurückkehren.
Das Saisonziel Bronnzells war ein einstelliger Tabellenplatz. Muss man diese Vorgabe bereits revidieren?
Wer so tief unten drinsteht wie wir, der muss den Abstiegskampf voll annehmen und sehen, dass er den Keller schnellstmöglich verlässt. Es kann in dieser Liga ganz schnell nach oben und nach unten gehen, die Ergebnisse sind ja teilweise echt verrückt.
Nach dem Achillessehnenriss vom Marcel Blum wurde für die Torwartposition Steffen Larbig nachverpflichtet. Deutet sich ein Zweikampf zwischen ihm und Johannes Ihrig zwischen den Pfosten an?
Aktuell ist die Torhüterposition unser geringstes Problem. Johannes war, wie ich finde, unser bester Mann gegen Petersberg und ist erst einmal die Nummer eins. Steffen soll sich nach seinem Aufenthalt in den Niederlanden und seinen Verletzungen erst einmal Spielpraxis in der Zweiten holen. Das weiß Steffen aber auch, er und Johannes arbeiten im Training sehr gut zusammen.
Nach einer Saison, in der Sie nur als Spieler für die Viktoria aktiv waren, haben Sie nun wieder das Amt des Spielertrainers inne. Birgt diese Konstellation Konfliktpotenzial?
Gerade wenn es sportlich nicht so läuft, wird natürlich nach Gründen gesucht. Da wird von ein oder anderen auch meine Rückkehr auf die Trainerposition ins Spiel gebracht. Ich sehe aber, dass das Team alles versucht, um den Bock jetzt umzustoßen und denke, dass ich meine Erfahrung aus anderen Abstiegskämpfen in die Trainingsarbeit einfließen lassen kann. Dazu spüre ich das Vertrauen vom Vorstand.
Am Sonntag (17 Uhr) wartet nun das Derby gegen die wiedererstarkten Eichenzeller. Eine undankbare Aufgabe?
Ganz im Gegenteil: Eichenzell hat zuletzt gegen Thalau seine wahre Klasse aufblitzen lassen und ist am Sonntag klarer Favorit. Wir können da nur gewinnen, dürfen aber natürlich kein Harakiri spielen.

