"Lieber 1:0 als 6:4 gewinnen"
Fabian Kallée spricht über sein zukünftiges Amt
Fabian Kallée gibt in Zukunft die Anweisungen in Unterhaun – dann aber auch auf dem Platz. Foto: Friedhelm Eyert
Fabian, Heiko Hummel ist in den Ausführungen rund um deine Verpflichtung kaum einzufangen. War seine Fußballverrücktheit der Hauptgrund für dein Engagement?
Ich habe tatsächlich nur ein Gespräch mit Heiko führen müssen, beim zweiten habe ich ihm gleich zum Einstieg zugesagt. Heiko ist so positiv fußballverrückt wie ich und ich hatte von Anfang an das Gefühl, dass er zu 100 Prozent nur mich will. Wir haben schnell festgestellt, dass wir auf einer Wellenlänge schwimmen und die gleichen Ansichten vertreten. Zusätzlich hat die Mannschaft auch schlicht und einfach Potential und auch die Rahmenbedingungen mit der Sportanlage sind natürlich einmalig für die A-Klasse und suchen auch noch in höheren Ligen ihresgleichen.
Der Torjäger Kallée geht zu einem A-Ligisten, der ohnehin schon für seine Offensive bekannt ist. Sehen wir jetzt nur noch Offensivspektakel bei den Wölfen?
Ich glaube, dass das jetzige Torverhältnis daraufhin deutet, dass der Hebel zunächst einmal in der Defensive anzusetzen ist, zumal ich lieber ein 1:0 als ein 6:4 mag, weil die meisten Spiele nunmal in der Abwehr entschieden werden. Ich habe auch bereits einige Ideen im Hinterkopf, die ich aber nun zunächst einmal gerne mit Eindrücken füllen möchte, denn letztlich entscheidet ja das Spielermaterial darüber, wie du eine Mannschaft formierst.
Hast du dir bereits selbst ein erstes Bild machen können?
Nein, noch nicht, weil dies Frank Ullrich (Trainer des SVA Bad Hersfeld, d. Red.) mit seinem Anruf verhindert hat. Am Freitag werde ich mir aber das Spiel in Kirchhasel anschauen und mich in den kommenden Tagen auch der Mannschaft vorstellen. Das ist aber natürlich alles mit den beiden Interimstrainern abgestimmt.
Du sprichst dein neuerliches Aushelfen beim SVA an. Wie oft können wir noch mit dir auf dem Asbacher Platz rechnen?
Sowohl Frank als auch der Verein wissen, dass ich mich nur zur Verfügung stelle, wenn wirklich Not am Mann ist. Und damit meine ich nicht, dass bei 14 Spielern noch ein Stürmer fehlt. Und in den kommenden Wochen habe ich auch ein paar Termine, an denen ich definitiv nicht spielen kann. Falls ich aber Zeit habe und dringender Bedarf herrscht, stelle ich mich aber auch noch zur Verfügung.
Bei dem was derzeit in Asbach abgeht, muss dir das Herz bluten. Wie stehst du einer möglichen Spielgemeinschaft gegenüber?
Ich muss zugeben, dass es schon ein komisches Gefühl ist, derzeit den Asbacher Sportplatz zu betreten. Und ich glaube, dass eine Spielgemeinschaft der beiden dominantesten Hersfelder Fußballvereine der letzten Jahre die richtige Entscheidung für die Zukunft wäre und eine große Chance darstellen würde.

