A-Liga-Titel ist historisch
Lüder-Reserve schreibt Geschichte – Bildergalerie
Die Reserve des SV Teutonia Großenlüder schreibt Geschichte und steigt erstmals in die Kreisoberliga auf. Foto: Jonas Wenzel
Hört sich skurril an, ist aber wirklich so. Zur neuen Saison wird im Lüdertalstadion Gruppen- und Kreisoberligafußball gespielt. Wurde in der Winterpause viel über den Erfolg der "Ersten" gesprochen, hat nun die Reserve alle Blicke auf sich gezogen. "Das ist doch krank. Die steigen auf", hallte es mehr als einmal aus dem Fan-Block der Teutonen, der größtenteils aus Spielern der Gruppenliga-Mannschaft bestand. War der Jubel beim nie gefährdeten 3:0 gegen Grebenhain/Bermutshain bei den Toren selbstredend groß, war kurz nach Wiederanpfiff die Laune schon prächtig. Der Führungstreffer von Vogelsberg II gegen Spitzenreiter Ilbeshausen flatterte herein. Nach und nach realisierte es der Allerletzte: "Das reicht, das reicht!", war nach dem 2:0 der Vogelsberger der Tenor.
Wie es klingt, fortan Kreisoberligist zu sein? "Sau geil. Einfach nur sau geil. Das ist einfach nur verdient und reißen heute noch irgendwas ab", platzte es nur so aus Adrian Giemza heraus. Der Meister-Coach nahm das Vereinshäuschen in Augenschein. "Das wird sowieso neu gemacht. Dann können sie es auch grundsanieren", sagte Giemza, der langsam Heldenstatus genießen dürfte. Vor drei Jahren rettete er das Gruppenliga-Team am letzten Spieltag vor dem Abstieg in die KOL – und nun führt er die Reserve just in diese. "Das alles haben wir nur über den Zusammenhalt erreicht. Was beide Teams untereinander abliefern ist genial", führte der Lüder-Coach aus.
Fabian Lehmann darf nun gegen die Reserve der alten Liebe spielen
Selbst von der Schwächephase im April – nur vier von zwölf möglichen Punkten wurden geholt – ließ sich die Teutonia nicht beirren. Die junge Truppe spielte bedingungslos ihren Stiefel herunter, siegte gegen Ilbeshausen und Stockhausen/Blankenau jeweils doppelt. "Guck dir die Mannschaft an. Das sind junge Kerle, die allesamt von hier kommen. Wir bekommen aus der Jugend immer wieder was raus und die passen in beide Mannschaften hinein", schilderte Giemza, dessen Elf von Unterstützung der "Ersten" nie Gebrauch machen musste.
Den Dank an Vogelsberg vergaß Großenlüder nicht. Und wer war logischerweise stetiges Thema? Natürlich Fabian Lehmann. Der langjährige Teutonen-Goalgetter wird bekanntlich Spielertrainer des Vogelsberger KOL-Teams, war deshalb bereits beim Saisonabschluss vor Ort und darf nun mit seiner neuen Mannschaft gegen die Reserve des alten Clubs spielen. Für alle Beteiligten wohl wunderbar.
Die Statistik:
SV Teutonia Großenlüder II: Dietrich; Haus, Ziegler; Mohr, Schönherr, Medler, Jestädt, Niedling, Zacher, Gofryk, Strehl (Zeitoun, Jo. Hendler, Ja. Hendler).
SG Grebenhain/Bermutshain: Gerich; Kreller, Brand, Stein, Höhl, Schwarzhaupt, Hintz, Ittmann, Braun, Schure, Minnert (Kreller-Beetz, Berting).
Schiedsrichter: Thomas Gram (TSV Dalherda).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 Niklas Zacher (39.), 2:0, 3:0 Mohammad Zeitoun (88., 90.+4).

