Maikranz will von Pflichtaufgabe nichts wissen
Verbandsliga: Primus gegen abgeschlagenes Schlusslicht
Hamid Noori (links) kehrt in Johannesbergs Kader zurück, Sergiu Sorin Leucuta fehlt hingegen. Foto: Marzena Traber
RSV Petersberg – SC Willingen (Samstag, 15.30 Uhr).
Im Spiel eins nach Rolf Gollin wird in Mathias Lissek der Sportliche Leiter das Team interimsmäßig coachen, er leitet auch heute Abend das Abschlusstraining, während gestern Julian Wehner und somit ein mit Trainerlizenz ausgestatteter Spieler die Einheit übernahm. Vorstand Tom Reinhard ist zuversichtlich, dass die Mannschaft die Entscheidung gut verdauen wird, zumal gegen Willingen ein Big Point möglich sei. „Die Mannschaft war natürlich enttäuscht, denn Rolf war ihr Wunschtrainer, niemand wollte ihn nicht. Aber die Mannschaft hat sofort wieder nach vorne geblickt, weiß, dass die Sonne auch morgen wieder aufgeht. Die Mannschaft lebt, und das hat sie ja auch die ganze Zeit.“ Gut für Petersberg: Sturmfüher Boris Aschenbrücker ist nach seiner Knieverletzung wieder ein Stück weiter, auch Patrick Wingenfeld könnte wieder eine Alternative sein. Willingen scheint zur rechten Zeit zu kommen, musste sich ob der überraschenden 2:3-Heimniederlage gegen Rothwesten vorerst aus dem Verfolgerrennen hinter dem Spitzenduo Johannesberg und Sand verabschieden.
SG Johannesberg – TSV Mengsberg (16 Uhr).
Mit 0:6 ging der Spitzenreiter, der an diesem Wochenende in Johannesberg sein Oktoberfest feiert, zuletzt beim CSC Kassel unter. Da kann der kommende Gegner eigentlich nur recht kommen, denn die SGJ empfängt am Samstag das Schlusslicht, das in den ersten 13 Spielen nur gegen den RSV Petersberg nicht unterlag. Alles andere als ein Heimsieg gleiche einer Sensation. Doch Trainer Jochen Maikranz will davon im Vorfeld nichts wissen: „Ich erinnere mich noch an die Worte von Rolf Gollin nach der Niederlage bei uns, als er gesagt hat, dass Petersberg jetzt unbedingt in Mengsberg gewinnen müsse. Ob es eine Pflichtaufgabe war, wissen wir nachher.“ Nachdem sein Team bei CSC in alle Einzelteile zerlegt worden sei, gelte es sich erst einmal auf die eigene Mannschaft zu konzentrieren, um schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückzukehren. Einziger Lichtblick sei Benjamin Mwanza gewesen, der ehemalige Spieler von Sporting Lissabon und Stade Rennes, dränge in Richtung Startelf. Mittelstürmer Sergiu Sorin Leucuta (gesperrt) und Innenverteidiger Patrik Kaizar (Heimaturlaub) fehlen, dafür kehren in der Offensive Alin Cotan, Onur Özger und Hamid Noori zurück.
SG Bad Soden – CSC 03 Kassel (Sonntag, 15 Uhr).
„Wir können nicht erwarten, dass wir in vier Wochen ein Spitzenteam sind“, sagte Anton Römmich im Interview mit Torgranate vor einigen Tagen und verwies auf die schweren Aufgaben, die nun folgen. Doch Bad Sodens neuer Trainer hat sich bereits einen Plan zurechtgelegt, wie CSC 03 am Sonntag bespielt werden kann: „Wir werden nicht ganz so defensiv wie in Dörnberg stehen, sondern fünf, sechs Meter weiter vorne, weil wir den Hebel im Abwehrbereich des Gegners ansetzen müssen“, erläutert er und hat in jenem Bereich die Schwachstelle des Gegners ausgemacht. Die Offensive sei hingegen das Prunkstück der Kassler, die zuletzt den Spitzenreiter Johannesberg mit 6:0 vom Feld fegten. „Deswegen dürfen wir zu keiner Sekunde die eigene Abwehrarbeit vernachlässigen“, betont Römmich, der wieder auf Lars Jordan zurückgreifen kann, hinter Tim Paulowitsch (Grippe) steht noch ein Fragezeichen.
SV Neuhof – FSV Dörnberg (Sonntag, 15 Uhr).
Der SVN dümpelt weiterhin in den Niederungen der Liga vor sich hin, konnte auch aus Eschwege keinen Ertrag mitbringen, spielt in Summe allerdings weit besser als noch zu Saisonbeginn. „Wir dürfen uns aber nicht jede Woche sagen, dass wir besser spielen und die Tabelle eng ist, wir brauchen Punkte“, betont Neuhofs Co-Trainer Martin Döppenschmidt, der erklärt, wo es anzusetzen gilt. So müsse sein Team schlichtweg mehr Druck über das Mittelfeld aufbauen, um so wieder zu mehr Torchancen zu kommen. In Eschwege sei das Aufbauspiel phasenweise zu behäbig, auch zu viele Ballannahmen seien unsauber gewesen. Gegen Aufsteiger Dörnberg, der auswärts kaum einen Fuß vor den anderen bringt, zähle ohnehin nur ein Heimsieg.
SV Adler Weidenhausen – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).
Mittlerweile darf TSV-Coach Sedat Gören wieder etwas beruhigter auf die Tabelle schauen, denn dank des jüngsten Derbyerfolgs findet sich sein Team mittlerweile auf einem einstelligen Tabellenplatz wieder. Dies hat für das schwere Auswärtsspiel in Weidenhausen zwei direkte Folgen: Erstens kann das Team mit breiter Brust antreten, zweitens ist der Druck äußerst überschaubar. Am Chattenloh ist Weidenhausen auch in dieser Saison wieder eine Macht, konnte nach der Auftaktpleite gegen Johannesberg fünf Siege in Folge feiern und schlug sich zuletzt auch im Hessenpokal-Achtelfinale gegen Hessenmeister Hessen Dreieich (3:5-Niederlage) mehr als achtbar. Allerdings ließen die Adler am Dienstag auch eine Menge Kraft, schließlich ging es über 120 Minuten. Gut für Lehnerz: Weidenhausens Torgarant Sören Gonnermann droht wegen einer Mandelentzündung auszufallen.
SV Kaufungen 07 – Hünfelder SV (Sonntag, 15.30 Uhr).
Bereits ein Blick auf die Tabelle sollte dem HSV nach dem 6:3-Coup gegen Sand genügen, um die kommende Aufgabe nicht zu unterschätzen: Aufsteiger Kaufungen ist starker Siebter, hat seit neun Spielen nicht verloren und daheim setzte es nur gegen Spitzenreiter Johannesberg eine Pleite – und HSV-Coach Dominik Weber weist auf zwei weitere Tatsachen hin: „Bei den beiden anderen Aufsteigern hat es 0 Punkte und 3:9-Tore gehagelt. Wir müssen anders auftreten als in Dörnberg und Johannesberg und überhaupt in den Auswärtsmodus umschalten, da haben wir uns bislang deutlich schwerer als Zuhause getan.“ Sechs der kommenden sieben Spiele finden für den HSV in der Fremde statt. Weber legte nach dem Sand-Spiel den Finger in die Wunde, aber ganz bedacht, „weil ja auch nicht alles bombe war, allerdings ohne die positive Stimmung zu beeinflussen“. Personell ist der Stand fast identisch: Innenverteidiger Franz Faulstich trainierte zu Wochenbeginn individuell, Keeper Jonas Hosenfeld ist nach Schulterverletzung wieder ein Stück weiter.


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