Makkabi rückt Concordia auf die Pelle

Kreisoberliga Frankfurt: Fechenheim glückt 2:0-Coup beim Tabellenzweiten

19. Februar 2017, 22:12 Uhr

Fechenheims Kamil Yikilmaz erzielte zwei Tore und flog zu Unrecht vom Platz. Foto: Jörg Schulz.

Mit 28 Toren fiel die Torausbeute am ersten Spieltag nach der Winterpause in der Kreisoberliga Frankfurt recht moderat aus. Dabei gelang der Spvgg. 03 Fechenheim mit dem 2:0-Sieg beim Tabellenzweiten Concordia Eschersheim ein Überraschungscoup. In der Abstiegszone landete der SV 07 Heddernheim einen Befreiungsschlag. Mit dem neuen Trainer Andreas Berggold landete der SVH mit dem 3:0-Erfolg gegen den BSC SW 19 den langersehnten ersten Heimsieg und überholte die TSG 51, die gegen TuS Makkabi mit 1:2 unterlag.

VfR Bockenheim - 1. FC 02 Rödelheim 3:2 (2:1)

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SV 07 Heddernheim - BSC Schwarz-Weiß 19 3:0 (2:0)

Mit dem neuen Trainer Andreas Berggold an der Seitenlinie hat der SV 07 Heddernheim wichtige Punkte im Abstiegskampf eingefahren. "Das 3:0 geht in der Höhe in Ordnung. Läuferisch und spielerisch haben wir vieles abgerufen. Ein Kompliment für diese Mannschaftsleistung. Der BSC war nur mit Standards gefährlich", freute sich der Coach über die engagierte Vorstellung seines Teams. Stürmer Oliver Solarz hatte die Hausherren mit einem Doppelpack im ersten Durchgang mit 2:0 in Führung gebracht. Beim ersten Treffer spitzelte der Angreifer den Ball an BSC-Torhüter Christoph Herrmann vorbei, beim zweiten Tor köpfte er eine Flanke von Deniz Yatci ein. Vom Aufsteiger kam in der Offensive insgesamt zu wenig. "Das war nicht ansatzweise das, was wir in der Vorbereitung gebracht haben. Der SVH hatte heute Bock und wollte gewinnen. Wir müssen jetzt sehen, wie wir mit diesem Rückschlag umgehen", meinter der Sportliche Leiter Benjamin Heinrich. Auch der neue Trainer Selim Aljusevic, der sich in der zweiten Halbzeit selbst einwechselte, erkannte die klare Niederlage an: "Wir hatten zu viele Ausfälle auf dem Platz. Heddernheim hat verdient gewonnen".

Eine klare Fehlentscheidung leistete sich nach der Pause der Unparteiische Younes Moullig aus Dietzenbach. Nach einem langen Abstoß zog Solarz auf und davon und markierte den dritten Treffer. Zunächst entschied der Referee auf Abseits. Die Abseitsregel ist jedoch bei Abstößen nicht gültig. Nach Protesten der Heddernheimer gab der Schiedsrichter das Tor dann doch, um seine Entscheidung dann nach heftigen Protesten der BSC-Spieler erneut zu revidieren. SVH-Kapitän Philipp Siegel teilte Moullig daraufhin mit, dass sein Team nur unter Protest weiter spielt. Der Fehler war letztlich aber nicht spielentscheidend, weil Giuliano Amante wenige Minuten später auf Zuspiel von Yatci das 3:0 erzielte und weil die Gäste vom Rosegger außer einem Pfostenschuss von Kapitän Nadim Ahmed nichts mehr Konstruktives beitragen konnten. Spätestens nach dem dritten Treffer war die Begegnung entschieden. SVH-Doppeltorschütze Solarz handelte sich am Ende noch eine unnötige Gelb-Rote Karte wegen Ballwegschlagens ein.

Schiedsrichter: Younes Moullig (Dietzenbach). Zuschauer: 115.

Gelb-Rote Karte: Oliver Solarz (Heddernheim/83.).

Tore: 1:0 und 2:0 Oliver Solarz (22./33.), 3:0 Giuliano Amante (65.).

SG Westend - FC Posavina 1:1 (0:0)

Westends Vereinspatron Esad Golos sprach von einem "bitteren Punktverlust. Der Schiedsrichter wollte schon abpfeifen, da hat er noch einmal Freistoß gegeben und Posavina kam mit der letzten Aktion des Spiels zum Ausgleich". Franjo Orsolic ließ in der fünften Minute der Nachspielzeit die mitgereisten Posavina-Anhänger unter den 200 Zuschauern an der Sondershausenstraße jubeln. Zuvor hatte Mirsen Mehmedovic die SG Westend nach einer torlosen ersten Hälfte mit einem verwandelten Foulelfmeter mit 1:0 in Führung gebracht. Nach der Führung verpassten es Tahirovic, Assim und Sabljic mit Kontern den zweiten Treffer nachzulegen. "Wir konnten unser Spiel nicht durchziehen. Die Platzverhältnisse haben das nicht zugelassen. Zudem trafen wir auf eine robuste und läuferisch starke Posavina-Elf", fasste Golos zusammen.

Westend musste in der Schlussphase mit zehn Akteuren auskommen, da Asmir Isovic die Gelb-Rote Karte sah. Bei den Kroaten vom Riederwald herrschte Zufriedenheit über den Punktgewinn. Trainer Pero Bosnjak monierte "zwei große Verletzungspausen. Von daher war die lange Nachspielzeit berechtigt. Der Schiedsrichter hätte sogar noch mehr nachspielen lassen können". Den Punktgewinn fand der FCP-Trainer gerecht: "Es war ein Topspiel, in dem wir für unseren Mut belohnt wurden. Wir haben alles in die Waagschale geworfen und toll gearbeitet. Der Fahrplan wurde zu 100 Prozent erfüllt".

Schiedsrichter: Niels Picard (Laudenbach). Zuschauer: 200.

Gelb-Rote Karte: Asmir Isovic (Westend/81.).

Tore: 1:0 Mirsen Mehmedovic (52./Foulelfmeter), 1:1 Franjo Orsolic (90./+5).

SV Viktoria Preußen - SC Weiss-Blau 1:0 (0:0)

"Das war ein zerfahrenes Spiel. Nach dem 1:0 haben wir uns zurückgezogen und auf Konter gespielt. Bis in die Nachspielzeit hinein war es aber heikel, da Weiss-Blau alles nach vorne geworfen hat", resümierte der Fußball-Abteilungsleiter der Preußen Thomas Mahlau. In einer über weite Strecken chancenarmen Partie auf bescheidenem Kreisoberliga-Niveau gelang Darius Johnson nach einem Eckball von Renato Levy mit einem Direktschuss das goldene Tor. Weiss-Blau hatte mehr Spielanteile und ließ den Ball besser zirkulieren. Der neue Innenverteidiger Carsten Vermeer bildete mit Kapitän Christof Herrmann ein sicheres Abwehrduo bei den Hausherren. Die weiteren Neuzugänge Hassan Taadou und Renato Levy brachten Qualität und Erfahrung mit.

Die Gastgeber mussten auf drei gesperrte Spieler und auf die verletzte neue Sturmerwerbung Hicham Njel verzichten. WB-Trainer Rene Möbus sprach von einer "wie so oft in dieser Saison bitteren Niederlage, in der wir wieder nicht zugeschlagen haben. Es fehlt die Saison über der Killerinstinkt sowie das Quäntchen Glück". Zwei Spieler der Gäste von den Sandhöfer Wiesen mussten ausgewechselt werden, weil sie im Sechzehner gefoult worden waren. "Aber wir haben es selbst nicht geschafft nach gefühlten 15 Standards mit unserer Lufthoheit und 10:3 Torchancen das Ding über die Linie zu drücken. Spaß hat das Duell nur gemacht, da es sich um einen sehr fairen und respektvollen Gegner handelte".

Schiedsrichter: Ömer Tasci (Mainz). Zuschauer: 55.

Tor: 1:0 Darius Johnson (51.).

Concordia Eschersheim - Spvgg. 03 Fechenheim 0:2 (0:1)

"Fechenheim war effektiver und den Tick besser. Wir waren extrem dünn besetzt. Da war es klar, dass es schwer wird", kommentierte Concordias Trainer Roland Stipp die unerwartete Heimniederlage gegen die Ostfrankfurter. Bei den Gästen von der Birsteiner Straße war Kamil Yikilmaz der große Protagonist des Nachmittages. Der schnelle Flügelflitzer markierte nicht nur beide Tore für Fechenheim, sondern sah in der Schlussphase in einer unübersichtlichen Situation die Rote Karte. Zu unrecht, wie selbst Heimcoach Stipp bestätigte: "Der Schiedsrichter hat in dieser Szene etwas die Übersicht verloren. Da hätte er andere Leute vom Platz stellen können, aber nicht Yikilmaz, der mit der Sache nichts zu tun hatte".

Auch Fechenheims Sportlicher Leiter Asghar Ali-Jaali konnte die Hinausstellung des Doppel-Torschützen nicht nachvollziehen: "Yikilmaz hatte damit nichts zu tun. Der Referee hat die Übersicht verloren". Bei den Toren zeigte sich das Fechenheimer Eigengewächs hellwach, überlistete Concordia-Torhüter Benjamin Kress mit einem listigen Heber und umspielte den Keeper nach einem Zuspiel von seinem mitspielenden Trainer Cem Caput zum 2:0-Endstand. Der Tabellenzweite hatte mit David Schestag eine Kopfballchance und noch mit dem eingewechselten Willie Laubenheimer einen Pfostenschuss zu verzeichnen. "Insgesamt war das zu dünn", räumte der Eschersheimer Coach ein. Zufriedenheit herrschte dagegen bei Ali-Jaali: "Es hat alles gepasst. Wir sind der verdiente Sieger, weil wir die Fehler aus dem Hinspiel nicht wiederholt haben. Wir waren in den entscheidenden Szenen besser und standen in der Abwehr sehr gut".

Schiedsrichter: Richard Klenner (Reichelsheim). Zuschauer: 100.

Rote Karte: Kamil Yikilmaz (Fechenheim/83.).

Gelb-Rote Karte: Joscha Stein (Eschersheim/90.+5).

Tore: 0:1 und 0:2 Kamil Yikilmaz (14./74.).

FFV Sportfreunde 04 - SV Griesheim Tarik 4:1 (0:0)

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TSG 51 - TuS Makkabi 1:2 (1:1)

"Ein Punkt wäre drin gewesen. Wir können auf der ersten Halbzeit aufbauen. Wir müssen nun sehen, dass wir in den wichtigen Spielen gegen die Mitkonkurrenten unsere Punkte holen", kommentierte Patrick Dorrmann, der Spielertrainer der TSG 51, die Heimniederlage und den damit verbundenen Absturz auf den vorletzten Tabellenplatz. Dabei gaben die 51er auf ihrem Hartplatz an der Niedwiesenstraße vom Start weg den Ton an und gingen nach einem langen Einwurf von Alec Gansen durch den Kopfball von Florian Weber mit 1:0 in Führung. Dabei sah Gästetorhüter Ahmed Selimovic nicht gut aus. Von den Makkabäern kam dann die Antwort durch den Ausgleichstreffer von Simon Lindlar mit einem abgefälschten Schuss. Weber verpasste es dann, die Platzherren kurz vor dem Seitenwechsel wieder nach vorne zu bringen.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich Makkabi und kam durch einen Treffer von Torjäger Branislav Glamocanin aus dem Gewühl heraus zum Siegtreffer. Makkabis Sportlicher Leiter Maximilian Eilingsfeld befand: "Wir hatten das Spiel 80 Minuten lang im Griff und wurden dann stärker. Auf dem Hartplatz hatten wir die letzten Jahre Probleme, aber diesmal hätte sich die TSG 51 über ein 5:1 nicht beschweren können. Wir haben den Kampf angenommen". Die Kicker von der Bertramswiese rückten mit diesem Sieg dem Tabellenzweiten Concordia Eschersheim bis auf einen Punkt auf die Pelle und haben ein Spiel weniger ausgetragen. Die Huberman-Truppe nimmt also nach dem sechsten Sieg in Folge Kurs auf die Aufstiegsrunde zur Gruppenliga Frankfurt West.

Schiedsrichter: Alexander Kessler (Wettenberg). Zuschauer: 100.

Tore: 1:0 Florian Weber (8.), 1:1 Simon Lindlar (16.), 1:2 Branislav Glamocanin (74.).

FC Tempo - FC Kalbach II 3:4 (2:2)

"Wir waren in der ersten Halbzeit nicht zweikampfstark. Die Mannschaft hat dann aber gefighted und sich angefeuert und hatte letztlich den längeren Atem", freute sich FCK-Trainer Karol Drynda über den Auswärtssieg bei den Serben an der Ginnheimer Woogwiese. Der entscheidende Mann bei der Verbandsliga-Reserve war wie so oft Torjäger Lukas Höll, der die Partie mit seinen drei Toren quasi im Alleingang entschied. Zunächst hatte Neuzugang Jonas Steenken die Nordfrankfurter mit 1:0 in Führung gebracht.

Höll brachte die Kalbacher dann durch einen Lupfer mit 2:1 nach vorne. Für die Balkan-Formation hatten Marko Jaksic per Kopfball und Goran Grijak jeweils bis zum Pausenpfiff ausgeglichen. Nach dem Seitenwechsel machte Tempo Druck und ging durch Stefan Stankovic (16-Meter-Schuss ins obere Eck) erstmals mit 3:2 in Führung. Doch das Team von Trainer Zoran Marcetic hatte die Rechnung ohne Lukas Höll gemacht. Der Goalgetter glich erst zum 3:3 aus und sorgte dann zwei Minuten vor dem Ende dafür, dass die Kalbacher Reserve alle drei Punkte aus Ginnheim mitnehmen konnte.

Schiedsrichter: Ersin Balkan (Bad Homburg). Zuschauer: 75.

Tore: 0:1 Jonas Steenken (5.), 1:1 Marko Jaksic (7.), 1:2 Lukas Höll (21.), 2:2 Goran Grijak (29.), 3:2 Stefan Stankovic (62.), 3:3 und 3:4 Lukas Höll (77./88.).

Autor: Pedro Acebes

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