Marius Müller sieht wieder Licht am Ende des Tunnels
SCB-Mittelfeldspieler ist nach siebenmonatiger Pause zurück auf dem Trainingsplatz
Niemals hätte Marius Müller mit einer solch langen Pause gerechnet. Den Meniskus hatte er sich schon einmal in der Vergangenheit angerissen, damals jedoch nach drei Wochen wieder auf dem Platz gestanden. Doch die Trainingsverletzung erwies sich diesmal als hartnäckiger. Nach der ersten Operation Ende September durch den Vereinsarzt von Müllers Ex-Club Jahn Regensburg wurden die Beschwerden nicht besser. In Fulda ließ sich der Roßbacher anschließend ein weiteres Mal untersuchen. Da der Meniskus immer noch eingerissen war, wurde eine zweite Operation Anfang Dezember nötig. Doch auch in der Folge hatte Müller weiter Schmerzen im Knie. „Das war schon sehr frustrierend“, berichtet der Linksfuß, bei dem sich zudem ein Knochenödem gebildet hatte. Hinzu kamen Probleme in der Wade, die sich aufgrund der Schonhaltung verhärtete.
Während sich Borussia Fulda mit dem neuen Trainer Thomas Brendel aus der Krise arbeitete, haderte Marius Müller mit seinem Körper. „Es gab gute Tage und dann auch wieder schlechte. Meine Freundin und meine Familie mussten viel aushalten“, gibt der Mittelfeldspieler zu und ist dankbar für die Unterstützung seiner Liebsten. Zahlreiche Einheiten im Fitnessstudio zur Kräftigung der Muskulatur haben Kraft gekostet – physisch und mental. Denn erst vor zwei Wochen gab es wieder einen Lichtblick: „Thomas Brendel hatte einen solchen Fall schon mal erlebt. Bei dem Spieler wurde die Verletzung besser, als er wieder trainiert hat. Deswegen hat er mir den Tipp gegeben, wieder langsam ins Training einzusteigen“, erklärt Müller, der aktuell zwar noch nicht alle Einheiten mitmachen kann, allerdings deutliche Fortschritte spürt.
"Vielleicht hätte es für höher gereicht"
Ein Comeback in der laufenden Runde schließt Müller aus. Noch spürt er am Tag nach den Trainingseinheiten sein Knie. Doch in der neuen Saison will der 25-Jährige, dessen Vertrag in Fulda noch ein Jahr läuft, wieder angreifen. „Ich spreche viel mit Thomas Brendel und spüre die Rückendeckung vom Verein, wofür ich sehr dankbar bin. Ich will mir jetzt Zeit lassen und nichts überstürzen.“ An ein Karriereende habe er trotz der schwierigen Phase noch keinen Gedanken verschwendet: „Ohne Fußball könnte ich nicht“, betont der Sohn von Steinbachs Trainer Karl-Josef „Kalle“ Müller, der in Zukunft vielleicht selbst einmal ins Trainergeschäft einsteigen möchte.
Derweil beschäftigt den Linksfuß ein wenig die Frage, wo er heute Fußball spielen würde, hätte ihm sein Körper nicht schon in der Vergangenheit einen Strich durch die Rechnung gemacht. Als „Phase, die mich am meisten ärgert“ bezeichnet Müller eine Verletzungspause bei Jahn Regensburg: Nach Spielzeiten bei den U-23-Teams von Eintracht Frankfurt und dem FSV Frankfurt war Müller zur Saison 2012/2013 zum Zweitliga-Aufsteiger nach Regensburg gewechselt. Während er geduldig auf seine Chance wartete und Spielpraxis in der Reserve sammelte, wuchs die Hoffnung auf den ersten Zweitliga-Einsatz aufgrund eines Trainerwechsels: „Franz Gerber, der Sportdirektor, der mich nach Regensburg geholt hatte, wurde Nachfolger von Oscar Corrochano. Ich war ganz nah dran. Und dann habe ich mir das Innenband gerissen“, berichtet Müller, den die Zwangspause wieder deutlich zurückwarf. Anfang 2013 folgte schließlich als Leihgeschäft die Rückkehr in die Heimat zum SV Steinbach. „Die Verletzungen waren schon extrem bitter. Vielleicht hätte es für höher gereicht“, sagt Müller heute, hat die Vergangenheit aber dennoch abgehakt und sieht vor allem die positiven Aspekte seines Werdegangs. „Gerade an die Zeit in Regensburg denke ich gerne zurück. Das hat mich extrem weitergebracht. Die erste eigene Wohnung, zum ersten Mal ganz weg von zuhause und viele super Spieler im Team. Dort habe ich sehr viel gelernt.“

