Marius Müllers Tor so traumhaft wie die Kulisse

Hessenliga: Borussia gewinnt Derby verdient

25. Juli 2015, 20:09 Uhr

Foto: Steffen Kollmann

Nicht wenige Experten hatten erwartet, dass es der TSV Lehnerz in der Fuldaer Johannisau so macht wie "Zeljko". Doch der Offensivtornado blieb beim Hessenliga-Vizemeister fast über das gesamte Spiel aus, die Fuldaer Borussia konnte somit ihr erstes Spiel nach sechs Jahren Abstinenz in Hessens Beletage verdient mit 1:0 (0:0) für sich entscheiden.

Das Tor des Tages erzielte Marius Müller: Der Ex-Profi zirkelte einen Freistoß aus 27 Metern Entfernung mit viel Kraft und noch mehr Effet in den rechten Torwinkel. Unhaltbar. 49 Minuten waren da gespielt. "Da hat man gesehen, dass Marius höherklassig gespielt hat. Besser geht nicht", musste TSV-Keeper Aykut Bayar anerkennen, der richtig Frust schob: "Vor so einer geilen Kulisse hier zu verlieren, das ist einfach scheiße. Borussia war von Anfang an läuferisch und kämpferisch das bessere Team. Da gab es auch mal richtig auf die Hölzer."

In der Tat: Alex Reith wurde schon nach 30 Sekunden recht unfreundlich von Sebastian Ruhl an alter Wirkungsstätte begrüßt, indem er von hinten von den Beinen geholt wurde. Und genauso wurde er übrigens auch verabschiedet: Nämlich von Mark Jaksch, weswegen der Wirbelwind sich mit heftigen Rückenschmerzen Richtung Kabine schleppen musste. Die Borussen kauften den spielerisch besseren Lehnerzern schlichtweg den Schneid ab und gestalteten deshalb das Spielgeschehen immer mindestens ausgeglichen.

Mistretta, Tusha und Reith bekommen keinen Zugriff

Chancen blieben Mangelware, weil vor allem die Borusssen-Defensive hervorragende Arbeit gegen den Ball leistete: Sebastian Ruhl warf seine ganze Erfahrung in der Innenverteidigung in die Waagschale und wurde von Rechts-Verteidiger Dennis Müller, Borussias bester Spieler, noch übertrumpft. Auch die Doppelsechs um Christopher Krause und Mark Jaksch spielte stark, machte die Räume eng und ließ Reith, Mistretta und Tusha nicht zur Entfaltung kommen.

Aber auch Lehnerz stand sicher, und so gab es auf beiden Seiten nur je zwei Möglichkeiten vor der Pause, die beste vergab Poredski, als Breunung gerade noch so einen Fuß vor den Ball brachte. Initiiert hatte die Möglichkeit Ingmar Merle, der rechts vorne ein mehr als solides Debüt gab: "Aber das interessiert mich nicht. Heute war die Mannschaft entscheidend und die hat überragend gearbeitet", sagte der Ex-Kassler, der sagt: "Ein paar Spiele werde ich noch brauchen, um wieder reinzukommen." Gemeint ist da die Position, denn vergangene Saison musste er als Rechtsverteidiger aushelfen.

4999 Zuschauer? Das waren wohl mehr

Nach der Pause brachte Müller seine Borussen in Front, Ausgleichschancen gab es wenige, die beste hatte Andre Vogt. Der zwang Tobias Wolf zur Parade, hätte aber durchaus auch querlegen können - Rummel stand blank (88.). Dazu kamen drei Freistöße aus bester Position, die allesamt Alex Reith vergab. Vielmehr war nicht: "Es war ein typisches 1:0-Spiel. Und das ein Standard so ein Spiel entscheidet, ist auch klar", konstatierte Patrick Schaaf. Der Lehnerzer Kapitän agierte besonders vor dem Pausenpfiff extrem defensiv. Letztlich hielt aber auch er fest: "Es kommen noch 31 Spiele, das war nur der Anfang."

Gelächter gab es nach rund einer Stunde im ganzen Stadion: Die offizielle Zuschauerzahl wurde vom Stadionsprecher mit 4999 beziffert. Mehr durften offiziell nicht rein. Glaubt man altgedienten Borussen-Fans, dann waren es wohl eher 7000 Zuschauer - und das bei bescheidenem Wetter. Organisatorisch lief dafür fast alles perfekt, Sportmanager Sebastian Möller hatte ganze Arbeit geleistet.

Die Statistik:

Borussia Fulda: Wolf - D. Müller, Ruhl, Milankovic, Schwab - Jaksch, Krause - Merle, M. Müller, J. Müller (81. Dimitrijevic) - Poredski (90. Schirmer).
Lehnerz: Bayar - Breunung, Kress, Bartel, Breunung (70. Lesser) - Sonnenberger, Schaaf - Mistretta, Reith, Tusha (81. Odenwald) - Rummel.
Schiedsrichter: Abdelkader Boulghalegh (TV Haßloch).
Offizielle Zuschauerzahl: 4999 (ausverkauft).
Tor: 1:0 Marius Müller (49.).

Autor: Johannes Götze

Kommentieren
Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe