Mehics Engagement beim OFC kein Thema in Soden

Verbandsliga: Wer stürmt beim HSV ganz vorne?

10. September 2015, 18:00 Uhr

Niklas Wahl könnte das entstandene Vakuum in Hünfelds vorderster Reihe mit Leben erfüllen. Foto: Siggi Larbig

Da ist schon so eine kleine Bombe eingeschlagen bei der SG Bad Soden, doch die Tatsache, dass Coach Sead Mehic parallel im Vorstand der Offenbacher Kickers mitarbeiten will, soll die Sprudelkicker nicht aus dem Rhythmus bringen - schon gar nicht vor dem Heimspiel gegen den Eschwege am Samstag.

SG Bad Soden - SV 07 Eschwege (Samstag, 15.30 Uhr)

"Der Trainer geht ganz offen und ehrlich mit uns um. Wir haben das OFC-Thema kurz besprochen, dann war es aber auch kein Thema mehr", sagt Sodens Goalgetter und Kapitän Tim Mulfinger. Schließlich berühre es nicht die Arbeit in Soden und sei zudem eine ehrenamtliche Geschichte. Gerade Mulfinger hat sich nicht beirren lassen und wenige Stunden nach Bekanntwerden seine Farben mit einem Dreierpack zum Sieg in Weidenhausen geschossen. Nach sechs Spielen steht der 29-Jährige schon wieder bei sieben Treffern - fast die Quote aus der letztjährigen Gruppenliga-Saison: "In der Landesliga wird es mir aber schon schwerer gemacht, die Tore zu schießen. Wir spielen jetzt auch einen etwas anderen Fußball, haben nicht mehr ganz so viel Ballbesitz." Als Kapitän gönne er aber zweifelsohne auch jedem anderen Spieler seine Tore. Gegen Eschwege hätte er aber gewiss nichts dagegen, wieder entscheidend zu treffen: "Das wird ein schweres Spiel. Eschwege hat ja auch erst kürzlich Hünfeld geschlagen. Der Anspruch an uns selbst ist es aber, dass wir jedes Spiel gewinnen wollen. Bisher können wir gerade mit der Punktausbeute vollauf zufrieden sein."

SC Willingen - Hünfelder SV (Samstag, 15.30 Uhr)

Wettbewerbsübergreifend ist der HSV seit vier Spielen ungeschlagen, als "kleinen Lauf" bezeichnet das Coach Dominik Weber. Und der soll auch bei den seit fünf Spielen punktlosen Upländern nicht abrupt beendet werden. Das allerdings ohne Robert Simon (privat verhindert), Maurus Klüber (Muskelfaserriss) und vielleicht auch ohne Christoph Neidhardt (Schlag auf die Wade). Niklas Wahl ist eine Alternative für die vorderste Front, dahinter sind Niclas Rehm und Kevin Krieger ohnehin in Form. Auch Sebastian Gensler steht vor der Rückkehr in die Startelf, gegen Korbach reichte es gestern nur zu einem Kurzeinsatz, um die Führung zu verwalten. Was gegen Hünfeld spricht: Kein Auswärtsspiel war bislang richtig überzeugend, gewonnen wurde nur gegen acht Mann in Neuhof (1:0).

SV Adler Weidenhausen - SVA Bad Hersfeld (Samstag, 15.30 Uhr)

"Mir war es sehr recht, ein schlechtes Spiel zu gewinnen, anstatt ein gutes Spiel zu verlieren", bringt Asbachs Kapitän Sebastian Schuch die Gemütslage nach dem dreckigen 2:0-Sieg gegen Schauenburg auf den Punkt, auch wenn er klar sagt: "Unser Anspruch sollte es schon sein, gegen einen Aufsteiger zu gewinnen." Dies gelang und brachte die Punkte vier bis sechs aufs Habenkonto: "Damit sind wir auch einigermaßen im Soll. Es war ja von Anfang an klar, dass wir uns in dieser Saison eher nach unten orientieren müssen." Dem Auftritt am Chattenloh um Asbachs Ex-Kapitän Jan Gonnermann blickt Schuch entspannt entgegen: "Da haben wir immer gut ausgesehen, ein Punkt ist sicherlich möglich." Außerdem kristallisiere sich langsam aber sicher eine erste Elf heraus, denn auch im Bad Hersfelder Stadtteil ist die Urlaubszeit endlich rum. Es fehlen nur noch Tim Ullrich und Stephan Wiegand: "Bei einem kleinen Kader wie bei uns ist aber auch das schwierig zu ersetzen."

SV Steinbach - TSV Korbach (Sonntag, 15 Uhr)

Natürlich war SVS-Coach "Kalle" Müller gestern Abend Zaungast, als sich Korbach in Hünfeld aus dem Hessenpokal verabschieden musste: "So eine Chance lässt man sich nicht entgehen, es sind ja doch ein paar Neue dabei", erklärte er, der dabei aber einen nicht unter die Lupe nehmen konnte: Christoph Osterhold, einer der besten Torjäger und Offensivaußen der letzten Verbandsliga-Jahre, musste passen, könnte allerdings bis Sonntag seine Sprunggelenksprobleme aus dem Soden-Spiel überwunden haben. Was Müller und die 170 Zuschauer sonst sahen, war ein bärenstarker Jonas Will auf der "Sechs" und ein insgesamt gut organisierter Abwehrverbund, der es von Hünfeld aber über weite Strecken auch zu einfach gemacht bekam. Nach vorne ging nicht viel, aber vielleicht ist ja am Sonntag dann wieder Korbachs Nummer 7 dabei.

TSV Lehnerz II - SSV Sand (Sonntag, 15 Uhr)

Ein echter Prüfstein, allerdings keinerlei Druck: "Wir wollten aus den Spielen gegen Rothwesten und Sand drei Punkte holen, die haben wir schon eingefahren. Die Jungs sollen befreit aufspielen", gibt TSV-Trainer Marco Lohsse die Marschroute vor - und bringt dem Gast eine Menge Respekt entgegen: "Die spielen einen sehr schnellen Fußball, sind sehr ballsicher und körperlich auch sehr athletisch. Tobias Oliev ist immer gefährlich, zudem sind sie sehr eingespielt." Der gebührende Respekt passt, Angst ist nach dem formidablen Saisonstart aber keine vorhanden: "Weil es die Mannschaft aktuell insgesamt sehr gut macht. Wir haben viele Chancen, das spricht für uns und für unsere Art Fußball zu spielen. Nur die Chancenauswertung passt nicht." Zumindest Marek Weber trifft zum Glück aktuell jedoch wie er will - und die letzten vier Tore hat dabei Kapitän Dennis Sorg aufgelegt. Ein neues Traumduo am osthessischen Fußballhimmel scheint gefunden.

SG Schauenburg - SV Neuhof (Sonntag, 15 Uhr)

Mit etwas Zähneknirschen akzeptiert der SV Neuhof die Sechs-Spiele-Sperre gegen Jan Moravcik, der war nach einem heftigen Einsteigen gegen Hünfelds Sebastian Gensler folgerichtig vom Platz geflogen: "Um die Strafe ein oder zwei Spiele nach unten zu drücken, lohnt der Aufwand nicht, zumal detailliert im Urteil steht, dass der Spieler mit offener Sohle gefoult habe und Gensler deswegen sogar ausgewechselt hätte werden müssen", erläutert Co-Trainer Alexander Bär, der aber auch nachschiebt: "Der Spieler konnte im nächsten Spiel schon wieder spielen und so brutal wie beschrieben haben wir das Foul nicht gesehen." Aber selbst ohne Moravcik, sowie die ebenfalls gesperrt fehlenden Edin Hasanagic und Radek Görner konnte Willingen zuletzt besiegt werden - glücklich stimmte Bär der Auftritt jedoch nicht: "Weil man nicht gesehen hat, dass beide Mannschaften gegen den Abstieg spielen. Wir brauchen mehr Aggressivität, mehr Kampfbereitschaft in unserem Spiel." Dies solle aber keineswegs in unfaire Spielweise ausarten, sondern sei vielmehr auf mehr Dynamik gerade im Umschaltspiel ausgelegt. Gerade bei Aufsteiger Schauenburg müsse dies der Schlüssel zum Erfolg sein.

Autor: Johannes Götze

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