"Mehr als nur eine Alternative"
Imal Schersadeh zählt zu den Gewinnern der Vorbereitung
Für Imal Schersadeh blieb in der Hinrunde oft nur die Jokerrolle übrig. Das könnte sich jetzt ändern. Foto: Charlie Rolff
Dabei deutete nach dem Trainerwechsel von Oliver Bunzenthal zu Thomas Brendel zunächst wenig darauf hin, dass Schersadeh für die erste Mannschaft noch einmal eine tragende Rolle spielen könnte. Während „Scherse“ unter Bunzenthal lediglich gegen Seligenstadt für 24 Minuten auf das Feld durfte, änderte sich die Situation auch unter dem neuen Coach Brendel nicht. Einzig gegen Hessen Dreieich durfte der Ex-Nürnberger vier Minuten lang Hessenliga-Luft schnuppern.
„Ich hatte in den ersten Wochen nach den Trainingseindrücken entschieden. Da es zu Beginn ganz ordentlich lief, habe ich keinen Bedarf gesehen, die Spieler regelmäßig zu wechseln“, erkärt Brendel, der zugibt: „So hatte ich Imal, aber auch einen Daniel Schirmer in den Spielen natürlich ganz wenig gesehen. Daher habe ich den Jungs in der Vorbereitungsphase bewusst mehr Einsatzzeit gegeben, um mir ein noch genaueres Bild von ihnen machen zu können.“
Und Schersadeh hat diese Chance genutzt. Hängengeblieben ist vor allem das Testspiel gegen Regionalligist Kickers Offenbach (3:1), als er nicht nur extrem bissig und zweikampfstark gegen den Ball agierte, sondern dem Fuldaer Offensivspiel seinen Stempel aufdrückte und ein echtes Traumtor aus 20 Metern zur 1:0-Führung erzielte. „Imal ist eine der positiven Erscheinungen in der Vorbereitung“, lobt Brendel den polyvalent einsetzbaren 31-Jährigen.
Während Schersadeh unter Bunzenthal vor allem im Sturmzentrum oder verkappt dahinter eingesetzt wurde, mausert er sich unter Brendel still und leise zum Stammspieler auf der Doppel-Sechs neben Kapitän Mark Jaksch. „Imal kann vielleicht in der Gruppenliga im Angriff spielen, allerdings sehe ich in ihm nicht den Stoßstürmer, der sich mit dem Rücken zum Tor durchsetzt. Ich glaube einfach, dass er seine Ballsicherheit vor allem im defensiven Mittelfeld zur Geltung bringen kann und das Spiel von dieser Postion heraus immer wieder ankurbeln kann“, analysiert Brendel und betont: „Er ist für mich mehr als nur eine Alternative im defensiven Mittelfeld.“
"Ich will es noch einmal allen beweisen"
Hinzu komme, dass Schersadeh und Jaksch sich auf der Doppel-Sechs sehr gut ergänzen. "Mark ist sehr zweikampfstark, Imal kommt hingegen vor allem über das Spielerische. Das passt sehr gut“, findet der A-Lizenz-Inhaber. Auch Schersadeh lobt das Zusammenspiel mit dem Mannschaftskapitän der Borussia: „Ich kenne Mark schon ewig und ich fühle mich sehr gut, wenn er an meiner Seite spielt. Er ist ein richtiges Kampfschwein.“
Eine große Umstellung ist die vermeintlich neue Postion für Schersadeh übrigens nicht: Sowohl beim SV Neuhof als auch bei der afghanischen Nationalmannschaft bekleidete er die Rolle im defensiven Mittelfeld. Darüber hinaus agierte er in der Hinrunde für Borussia Fulda II in der Kreisoberliga bereits vor der Abwehrreihe. „Wo ich spiele, ist für mich zweitrangig. Ich möchte einfach mehr Einsätze bekommen als in der Hinrunde“, hat sich Schersadeh ein bescheidenes Ziel gesteckt, bedenkt man, dass er in der Hinrunde nur 28 Spielminuten bekam.
Doch trotz seiner bereits 31 Jahre will Borussias Nummer zehn noch einmal allen zeigen, dass er gewiss kein Auslaufmodell ist. "Das Alter ist für mich eine Nebensache. Ich fühle mich topfit und auch meine Knochen sind gesund. Durch den neuen Trainer habe ich neue Motivation geschöpft, ich will es noch einmal allen beweisen“, sagt Schersadeh.


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