Meik Voll kocht nach 2:2 – Flieden verliert Schaub und Kovacevic

Hessenliga: 90 emotionsgeladene Minuten am Weiher enden mit Remis

26. März 2016, 15:00 Uhr

Fabian Schaub musste trotz Knieschmerzen auf die Zähne beißen. Er vermutet eine Verletzung am Innenband. Foto: Ralph Kraus

Langweilig wird es am Fliedener Weiher nie. Hatten nach dem überraschenden Heimerfolg gegen Rot-Weiss Frankfurt zuletzt allerdings die positiven Emotionen überwogen, kochte die Stimmung im Kellerduell mit dem OSC Vellmar aus anderen Gründen hoch. Trainer Meik Voll war nach einem 2:2 (1:2) so bedient, dass Co-Trainer Sascha Gies die Partie gegenüber der Presse kommentieren musste.

"Es hat nur noch gefehlt, dass wir das 2:3 bekommen", bewertete Sascha Gies das Unentschieden, das sich für Flieden wie eine Niederlage anfühlte - und das trotz der Tatsache, dass die Buchonen einen 0:2-Rückstand egalisiert hatten. "Im Vergleich zu Rot-Weiss Frankfurt, wo wir das Spiel unbedingt gewinnnen wollten, hat heute vielleicht ein bisschen der letzte Wille gefehlt. Wobei es mit neun Mann natürlich auch schwierig ist", sprach Gies die Schlussphase in Unterzahl an. Während sich Leonardo Kovacevic in der 86. Minute zu einem Frustfoul vor der Fliedener Bank hinreißen ließ und dafür die Rote Karte sah, hatte Flieden schon ab der 68. Minute gefühlt einen Spieler weniger auf dem Feld. Da Trainer Meik Voll schon zur Pause reagiert und dreifach gewechselt hatte, musste Angreifer Fabian Schaub trotz starker Schmerzen im rechten Knie in den letzten 20 Minuten auf die Zähne beißen. "Es ist wohl etwas am Innenband", so der Torjäger, der seinem Team in der Schlussphase nicht mehr helfen konnte, nach Abpfiff. Es war nur ein Negativaspekt eines gebrauchten Tages der Mannschaft aus dem Königreich.

Schon in Hälfte eins hatte Fliedens Trainer Meik Voll seinen Unmut lautstark zum Ausdruck gebracht und in mehreren Szenen die Schlafmützigkeit seiner Mannen kritisiert. Flieden gab gegen ein Gästeteam, das mit lediglich zwei Feldspielern auf der Bank angereist war, zwar den Ton an, doch schon zu Beginn überboten sich die Spieler im Auslassen von Großchancen. Jan-Niklas Jordan (6.) oder Marc Götze (8.) machten den Anfang, Lukas Heil (22.) und André Leibold, der die Kugel nach Vorarbeit von Jordan ganz knapp neben den rechten Pfosten setzte, hätten schon Mitte der ersten Hälfte für Klarheit sorgen können.

So nachlässig Flieden in der Offensive war, so ungenau agierte Flieden phasenweise auch in der Defensive. Neben langen Bällen ins Niemandsland ermöglichten Stockfehler dabei auch immer wieder gefährliche Konter der Nordhessen, die Flieden mit zwei Aktionen Mitte der ersten Hälfte ins Mark trafen. So kassierte die Buchonia in der 35. Minute nach eigenem Eckball das 0:1 durch Nasuf Zukorlic, der einen Traumpass aus der eigenen Hälfte mit einem Lupfer über Keeper Lukas Hohmann krönte. Nur fünf Minuten später spielte Vellmar den nächsten Konter blitzsauber aus und erhöhte durch Enis Salkovic auf 2:0 aus Sicht der Nordhessen. Der Anschlusstreffer durch Schaub in der Nachspielzeit der ersten Hälfte hielt Flieden im Spiel.

Auch in Hälfte zwei hatte Flieden ausreichend Chancen, um einen Sieg einzufahren, kam gut aus der Kabine und schaffte nach 58 Minuten den verdienten Ausgleich durch den eingewechselten Julian Ankert, den zuvor bereits der Torschütze selbst (48.) und Marco Gaul (51) auf dem Fuß hatten. Ankert hätte auch direkt für die Führung sorgen können, scheiterte nach 64 Minuten jedoch zunächst am Lattenkreuz, eine Zeigerumdrehung später per Kopfball und nach 72 Minuten am Keeper. Und so schlichen sich plötzlich wieder Nachlässigkeiten ins Fliedener Spiel ein, die die ersatzgeschwächten Nordhessen noch einmal stark machten. Nicht nur beim abgefälschten Schuss von Enes Glogic (84.) hatte Flieden letztlich sogar Glück, dass der OSC nicht alle drei Punkte mitnahm. "Solche Spiele gewinnt man mit der Bank und die hatten wir heute nicht", bewertete Gästetrainer Mario Deppe, der mit Marvin Steube einen Spieler aus dem Gruppenligateam erstmals und sogleich von Beginn an aufbot, das Unentschieden und sprach seinem arg dezimierten Team ein Kompliment aus. Während der OSC das Positive für die kommende Begegnung am Ostermontag gegen Borussia Fulda mitnehmen wird, werden die Buchonen vor dem Heimspiel gegen Dreieich (Montag, 15 Uhr) nicht nur Wunden lecken müssen.

Buchonia Flieden: L. Hohmann - Rumpeltes, Fischer, Kovacevic, N. Hohmann - Heil (46. Müller), Leibold - Osman (46. Gaul), Jordan, Götze (46. Ankert) - Schaub.
OSC Vellmar: Orth (13. Peschutter); Steube, Wollenhaupt, Zukorlic (90. Matzenmiller), Glogic, Wagener, Springer, Hajzeraj, Salkovic (90. Garcia Hortigosa), Meuser, Boughoutta.
Schiedsrichter: Marius Ulbrich (Büdingen). Zuschauer: 300.
Tore: 0:1 Nasuf Zukorlic (35.), 0:2 Enis Salkovic (40.), 1:2 Fabian Schaub (45.+2), 2:2 Julian Ankert (58.)
Rote Karte: Leonardo Kovacevic (Flieden, 86) wegen groben Foulspiels

Autor: Viktoria Goldbach

Kommentieren
Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe