TSV Poppenhausen mit vorzüglicher Runde

Mit Power und Ehrgeiz

29. Oktober 2020, 07:36 Uhr

Eine vorzügliche Runde spielt Felix Müller (rechts, hier im Duell mit Büchenbergs Jonathan Happ) mit dem TSV Poppenhausen. Foto: Charlie Rolff

Im Schatten der SG Dietershausen/Friesenhausen schwingt sich der TSV Poppenhausen als Tabellenzweiter der A-Liga Fulda/Rhön zu einer vorzüglichen Saison auf. Für einen kommt der positive Lauf aber nicht überraschend: Trainer Thomas Freier.

"TF" steht auf der Trainingsjacke sowie der Trainingshose von Thomas Freier. Ob jene Initialen für total fabelhaft, total frenetisch oder doch nur für seinen Namen stehen, vermag der Coach nicht zu sagen. "Es passt halt sehr viel momentan", schildert er und schiebt den Hauptgrund für den starken zweiten Rang nach: ein eingeschworener Haufen. Dieser Haufen sei sich für nichts zu schade, jeder Akteur bringe seine Opfer und ackere für die Nebenleute. Die richtige Mentalität sieht Freier bei seinen Spielern, die Woche für Woche jene Attribute mit absoluter Überzeugung auf den Rasen bringen.

"Ein großer Vorteil von uns ist, dass wir 90 Minuten Gas geben können. Klar, bei einem Doppelspieltag ist es nicht immer so, allerdings versucht jeder an seine Grenzen zu kommen", stellt der 55-Jährige klar. In seiner Mannschaft sieht er ein wenig seine frühere, eigene Spielweise. Der Kampf und das Läuferische waren seine Komponenten, die ihn stark werden ließen. Und damit trumpfen seine Schützlinge derzeit auf. "Weil man es irgendwie so erwartet, wenn man es selbst so praktiziert hat", lässt er durchblicken.

Ohne die blendende Trainingsbeteiligung, die der TSV vorweist, wäre eine solche Spielweise aber nicht möglich. So wurde die nötige Kondition dafür gelegt, auf die die starke bisherige Saison zurückzuführen ist. Nicht selten konnte Poppenhausen am Ende nämlich nachlegen, den Gegner spät in die Knie zwingen. So erst beim 2:1 in Weyhers vor Wochenfrist geschehen. Der Ausgleich in Minute 89 war bitter, der Siegtreffer kurz darauf mit dem letzten Ballkontakt hingegen das Zeugnis einer funktionierenden Truppe, in der außerdem jeder Spieler für ein Tor gut ist. Den wirklichen Top-Torjäger sucht man vergebens, Roman Burkhart und Claudius Jestädt führen die interne Liste mit vier Treffern an.

Freier nimmt A-Wort in den Mund

Die Euphorie im Umfeld ist geweckt, was sich auch in den Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen spiegelt. Und dennoch lief nicht von Beginn an alles nach Plan. Zwei Niederlagen aus den ersten drei Spielen schlugen auf den Magen, seitdem läuft es aber. Nur in Reulbach folgte eine weitere Pleite. "In Reulbach kann man verlieren, aber die Heimspiele gegen Elters/Eckweisbach/Schwarzbach II und Ehrenberg II schmerzen. Wir haben gegen Reserven unsere Müh und Not mit der Einstellung", sagt Freier. Im Gegensatz dazu steht jedoch ein Punktgewinn bei Spitzenreiter Dietershausen/Friesenhausen – als bislang einzige Mannschaft.

Mit Power und enorm viel Ehrgeiz kommt Poppenhausen meist zum Zug, Ulstertals Spielertrainer Steffen Trabert lobte jüngst erst den Gegner, nachdem die SGU 60 Minuten lang alles im Griff hatte. "Es ist natürlich schön, solche Dinge von einem Kontrahenten zu hören", weiß Freier, der die Ziele jedoch vor der Saison hoch gesteckt und so internen Druck ausgeübt hat. Mindestens unter die ersten drei Teams kommen hieß es im Sommer, vielleicht sogar Richtung Aufstieg schielen. "Blöd ist nur, dass es keine Relegation gibt", erzählt er schmunzelnd.

Von einer Relegation war der TSV auch bei Freiers Übernahme nicht weit weg. In seiner dritten Saison bei den Rhönern ist der 55-Jährige nun, damals aber ging der Blick Richtung B-Liga. Seitdem ist viel passiert, grundsätzlich musste Freier die Mannschaft festigen. "Das Relegations-Debakel wollte niemand mehr erleben. Wir mussten etwas ändern", so der Trainer. Und beim Blick auf den Kader wird deutlich, dass von der damaligen Truppe nur noch zwei, drei Akteure übrig sind. "Ein großer Umbruch, wobei wir davon profitieren noch eine eigenständige Reserve zu haben. Dadurch rücken immer wieder Nachwuchsspieler nach." Freier ist entsprechend locker drauf. Vielleicht steht "TF" also derzeit eher für tiefenentspannt.