Mittelkalbach sehnt sich nach dem Derby-Sieg

Kreisoberligen: FT-Coach Andrijasevic gegen seinen Ex-Club mit Personalsorgen

02. Oktober 2015, 10:00 Uhr

Benjamin Friese (links) und der SV Mittelkalbach peilen gegen Rückers den langersehnten Derbysieg an. Foto: Charlie Rolff

Während Eiterfeld/Leimbach weiterhin verlustpunktfrei durch die Kreisoberliga Nord marschiert, haben Borussia Fulda II und die Spvgg. Hosenfeld zuletzt gepatzt. Während die Borussen am Wochenende spielfrei sind, will Hosenfeld zurück in die Spur. Im Fokus der Süd-Staffel steht allerdings ein Derby.

Kreisoberliga Süd:

In Mittelkalbach steigt am Samstag (15 Uhr) das Derby zwischen dem SVM und der SG Rückers. Im Vorjahr konnte Rückers noch beide Spiele knapp für sich entscheiden (1:0, 2:1). "Brisanz ist erstens durch die zwei Niederlagen in der Vorsaison gegeben, und zweitens durch die Derby-Niederlage gegen Schweben (vor drei Wochen 2:3-Pleite, Anm. d. Red.)", erklärt Trainer Mario Lins, der zusammen mit Markus Hohmann das Zepter in Mittelkalbach schwingt. "Jetzt wollen wir endlich den Derbysieg, gerade auch deshalb, weil danach unser Oktoberfest ansteht."

Und auch deshalb, weil die vergangenen drei Spiele allesamt verloren wurden. "Wir brauchen jetzt Punkte, wir stehen ein wenig unter Zugzwang", so Lins, der aufgrund einiger Verletztungssorgen erstmal Zähler gegen den Abstieg sammeln möchte. Auch am Samstag fehlen dem Coach einige Spieler, zum Beispiel Ricco Herzig (Kreuzbandriss) und Julian Möller (Muskelfaserriss). Auch Keeper Dominik Seng ist noch rotgesperrt, für ihn wird Routinier Oliver Föller zwischen den Pfosten stehen. Dafür steht Kapitän Lucas Bannert wieder zur Verfügung: Der 24-Jährige absolviert eigentlich ein Auslandssemester in Irland, "die Mannschaft hat ihm als Abschiedsgeschenk aber einen Heimflug zu unserem Oktoberfest geschenkt", verrät Lins.

Außerdem wird die Spvgg. Hosenfeld versuchen, nach dem 1:3 in Schweben wieder in die Spur zu finden. Am Sonntag (17 Uhr) geht es gegen Löschenrod. Verfolger Kerzell lauert jedenfalls, der Rückstand beträgt nur noch einen Punkt. Sonntag (15 Uhr) geht es zu Aufsteiger Bad Soden II. "Die drei Punkte sind eingeplant", redet Spielertrainer Heiko Rützel nicht lange um den heißen Brei herum, ehe eine Woche später dann das Spitzenspiel gegen Hosenfeld folgt. "Daher ist es ungemein wichtig, in Bad Soden nicht zu stolpern. Dann hätten wir auf eigenem Platz in eineinhalb Wochen ein echtes Kracherspiel." Darüber hinaus kommt es zum Duell zwischen dem Tabellenvierten und dem Dritten, der Haimbacher SV trifft auf die Überraschungsmannschaft der Liga, Aufsteiger Schweben (Sonntag, 15 Uhr).

Kreisoberliga Mitte:

Primus Borussia Fulda II ist am Wochenende spielfrei - eine gute Gelegenheit für die Verfolger, aufzuschließen. Michelsrombach/Rudolphshan beispielsweise kann den Rückstand auf die Elf von Timo Peikert auf zwei Punkte verkürzen - am Sonntag (15 Uhr) geht es zuhause gegen Engelhelms. Doch gerade Engelhelms, vergangenes Jahr eigentlich schon sicher abgestiegen, hat Borussia am vergangenen Wochenende den ersten Punktverlust zugefügt (2:2).

Auch der TSV Künzell II und die SG Lauter wollen aufschließen, für sie geht es gegen Teams aus der unteren Tabellenregion. Während Lauter Tabellenschlusslicht SG Steinau empfängt (Sonntag, 15 Uhr), spielt Künzell II daheim gegen FT Fulda (Samstag, 14 Uhr). Die Turner, als Mitfavorit auf den Aufstieg gestartet, sind aktuell Drittletzter und von Verletztungssorgen geplagt. Carsten Seifert (Sehnenscheidenentzündung an den Adduktoren) und Dominik Möller (Meniskusquetschung) werden sicher fehlen, Torwart Sebastian Hüter (vermutlich Bizepsriss) fällt wohl mindestens vier Wochen aus. Noch härter erwischt hat es Valentin Dalmer (Schulter angebrochen, fehlt wohl bis März) und Marcel Möller (Kreuzbandriss, Saisonaus). "Es geht trotzdem immer weiter. Wir müssen zusehen, langsam die Punkte einzufahren", fordert FT-Trainer Romeo Andrijasevic.

Für den 40-Jährigen ist die Partie in Künzell dazu noch eine ganz besondere, schließlich war Andrijasevic fünf Jahre lang Trainer beim TSV. Dazu kommt, dass Künzells Spielertrainer Tobias Hahner lange Jahre Andrijasevics Kapitän war. "Ich freue mich auf die vielen alten Gesichter. Dennoch wird Künzell uns die Punkte nicht schenken", meint der Coach. "Uns fehlt aktuell einfach ein Erfolgserlebnis. Ein Punkt in Künzell wäre ein Anfang, darauf ließe sich aufbauen."

Kreisoberliga Nord:

Die SG Eiterfeld/Leimbach ist weiterhin auf Rekordjagd. Nach neun Spielen hat die Mannschaft von Florian Roth immer noch eine blütenweiße Weste vorzuweisen, der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Aulatal ist bereits auf sieben Punkte angewachsen. Der zehnte Sieg im zehnten Spiel soll bei der SG Wildeck (Sonntag, 15 Uhr) eingefahren werden.

Nicht so gut läuft es beim FSV Hohe Luft: Als Topfavorit gestartet, rangieren die Hersfelder aktuell nur auf Platz sechs. "Bei der fußballerischen Qualität, die in uns steckt, muss mehr rauskommen", weiß auch Trainer Martin Heß, der das Amt nach drei Spielen von Timo Reidt übernommen hat und mit vier Siegen gestartet ist, zuletzt gab es aber zwei Niederlagen in Serie. Platz eins ist angesichts 13 Punkten Rückstand bereits abgehakt, nur sechs Punkte ist Hohe Luft allerdings hinter dem Relegationsplatz. Mit einem Sieg beim SVA Bad Hersfeld II (Sonntag, 13.15 Uhr) und einem Patzer von Aulatal (Sonntag, 15 Uhr gegen Rotensee/Wippershain/Schenklengsfeld) wäre Platz zwei wieder in Reichweite.

Autor: Steffen Kollmann