Moritz Reinhard bleibt in Elters
Die Identifikationsfigur im Gespräch
Zwei die für Rhöner Tugenden einstehen: Moritz Reinhard (links) und Ehrenbergs Robert Schorstein. Foto: Charlie Rolff
Und dabei gibt sich Reinhard, der 21 der 48 Saisontore der Spielgemeinschaft erzielen konnte, ehrlich und gerade. Worte wie „Herzensangelegenheit“, wie sie gemeinhein in solchen Fällen Spielern über die Lippen gehen, vermeidet er. Er führt viel lieber ganz rationale Gründe an. Ein reizvolles Angebot aus der Hessenliga habe ihm vorgelegen und die Entscheidung dort, beim nicht genannten Verein, abzusagen, sei ihm auch nicht leichtgefallen. Allerdings habe er einerseits für sich schon lange festgelegt, bei Klassenerhalt den Weg mit der Mannschaft weiterzugehen und andererseits wisse er, dass er es mit maximal einem Mannschaftstraining pro Woche schwer haben würde. Der kantige Reinhard studiert in Bayreuth Sportökonomie, schreibt im Sommer seine Bachelor-Thesis und wird – läuft alles nach Plan – dort auch direkt seinen Master-Abschluss anstreben. Außerhalb der Semesterferien steht er im Training somit nur freitags zur Verfügung – wenn überhaupt. Ansonsten hält er sich in Bayreuth fit.
Doch – und so ehrlich ist er – wird seine Zusage nicht zwangsläufig für die Ewigkeit gelten. „Wenn du die Möglichkeit bekommst, Hessenliga zu spielen, dann fällt es dir als Sportler ganz einfach schwer, sich dagegen zu entscheiden. Vielleicht ergibt sich die Möglichkeit ja irgendwann erneut“, sagt Reinhard, der von nicht wenigen als bester Gruppenliga-Spieler der Saison angesehen wird. Kraft gepaart mit Wille, Überzeugung und Kaltschnäuzigkeit sind für die 21 Saisontore maßgeblich, wobei er nicht mal auf die Mittelstürmerposition festgelegt ist, sondern oft auch aus der Tiefe des Raums für Betrieb sorgt.
"Bei uns bekommt niemand Geld"
Doch den Erfolg der Spielgemeinschaft nur auf seinen Namen zu reduzieren, würde dem Rest des Teams nicht annähernd gerecht werden. „Wir alle besitzen die Mentalität, dass wir Fußball spielen, was uns Trainer Daniel Schirmer auch immer wieder vorgibt. Gemeinsam mit den Fans und Verantwortlichen ist der Gruppenliga-Klassenerhalt schon ein riesiger Erfolg.“ Er wie auch die Mannschaft sei an den Aufgaben gewachsen, schließlich habe das Gros des Teams vor drei Jahren noch gemeinsam in der A-Liga gespielt. Aber Reinhard schaut auch nach vorne, will mit der Mannschaft den nächsten Schritt gehen. „Wir haben uns sehr gut akklimatisiert, waren nur in zwei Spielen wirklich unterlegen. Nächste Saison wollen wir die Klasse früher halten, ein kleines bisschen mehr nach oben schielen.“
Mit jungen Spielern aus der Region, das verstehe sich von selbst, und werde sich laut Reinhard in drei Rhöner Örtchen auch so schnell nicht ändern. "Von uns bekommt niemand Geld, und deswegen werden auch keine Spieler aus Fulda für Geld geholt", unterstreicht Reinhard, der sich somit nicht nur gegen ein sportlich, sondern auch finanzielle lukrative(re)s Angebot ausgesprochen hat. Und geht die kommende Saison dem Ende entgegen, wird sich Reinhard wieder eine Frage stellen müssen: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt?

