Müglich nutzt Aydins Unsicherheit gnadenlos aus

Thalaus Youngster ganz abgezockt

01. November 2016, 07:05 Uhr

Timo Müglich (am Ball, hier noch im Trikot von Viktoria Fulda) wechselte im Sommer vom JFV zum FSV Thalau. Foto: Charlie Rolff

Einen Fairplay-Preis wird Timo Müglich so schnell nicht gewinnen, zu sehr im Graubereich war seine Aktion im Gruppenliga-Spiel am Sonntag in Großenlüder, als er eine Gelbe Karte auf sich nahm, die eigentlich für Mitspieler Patrick Broschke bestimmt war.

Als Timo Müglich in der 73. Minute für Dennis Strom eingewechselt worden ist, waren seine Thalauer schon nur noch zu zehnt, da Daniel Zimmer zwölf Minuten zuvor Gelb-Rot sah. Und kurz später hätte sein Team eigentlich nur noch zu neunt sein dürfen, weil Patrick Broschkes Rempler durchaus gelbwürdig erschien.

Schiedsrichter Michael Aydin (FSG Bebra) schien sich jedoch unsicher und wollte seinen Assistenten befragen, welcher Thalauer denn das Foul begangen habe. Müglich kam jener Nachfrage vorweg: „Ich wusste, dass Patty bereits Gelb hat und habe dem Schiedsrichter gesagt, dass es meine Schuld war“, erklärt der 19-Jährige die Geschehnisse äußerst ehrlich. Aydin sparte sich die Nachfrage, gab Müglich Gelb und Broschke durfte das Spiel bis zum Ende auf dem Platz erleben. Nicht so Müglich, der für ein Handspiel – das Aydin nicht, dafür dessen Assistent Hendrik Paris sah – vom Platz gestellt wurde. Acht Minuten nach seiner Einwechslung.

Dass seine Aktion sportlich nicht ganz fair war, weiß auch Müglich, jedoch handelte es sich in diesem Falle auch ein Stück weit um eine Kurzschlussreaktion. Der Neuzugang von Viktoria Fulda wollte schlichtweg seinen Mitspieler schützen. Kein gutes Bild warf die Szene letztlich allerdings auch auf Aydin, der mit seiner Entscheidung daneben lag.

Dass Müglich nur eingewechselt wurde, liegt an seinem ersten kleinen Tief in der noch jungen Laufbahn als Seniorenspieler: Nachdem er zu der Beginn der Serie traf wie er wollte, warf ihn eine Knöchelverletzung Anfang September merklich zurück. Dennoch steht er trotz nur sieben Startelfeinsätzen bei acht Treffern. „Die Verletzung war schon bitter, erst war es nur eine Prellung, dann bin ich noch mal voll umgeknickt. Ich werde aber aus der Winterpause gestärkt zurückkommen“, verspricht Müglich und weiß aus Thalau bislang nur Gutes zu berichten.

Autor: Johannes Götze

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