"Müssen vielmehr Drecksau sein"
Verbandsliga: King will keine "Egal-Einstellung"
RSV Petersberg – SV Kaufungen 07 (Samstag, 15.30 Uhr).
Durchaus gefrustet war Rolf Gollin nach der 0:4-Pleite bei Spitzenreiter Sand, als er schon vor der Pause die Hälfte seiner Viererkette vom Feld nahm. „Wir haben die Partie wegen völliger Abwesenheit verloren, das ärgert mich, da brauch ich gar nicht erst so eine Reise antreten“, blickt der RSV-Coach zurück und zählt die haarsträubenden Fehler vor den ersten beiden Gegentoren auf. Gerade die erfahrene Innenverteidigung konnte nicht liefern, die Begegnung war früh entschieden. Nun gelte es sich vor dem Duell gegen den Aufsteiger zu sammeln: „Wir wollen in Heimspielen agieren, das gilt auch gegen Kaufungen, wobei wir aber mit dem Hintergedanken ins Spiel gehen müssen, dass der Gegner verdammt stark im Umschaltspiel ist.“ Deswegen gelte es, „absolut intelligent“ zu agieren. Kubilay Kücükler fehlt wegen einer Erkältung, Boris Aschenbrücker hat zwar nichts am Kreuzband abbekommen, muss aber zunächst erst wieder im Training Sicherheit für das lädierte Knie bekommen.
SG Bad Soden – SC Willingen (Samstag, 16 Uhr).
Kelvin King ist ehrlich, er sagt vor dem Spiel gegen Willingen, dass sein dortiger Kollege Uwe Schäfer über eine Mannschaft verfügt, die sich ein Trainer wünscht: „Physisch stark, sehr stabil, gewachsen, immer konzentriert und immer im Wissen, dass auch ein Tor langen kann“, zählt King die geneideten Attribute des Gegners auf. Um auch einmal solche Aussagen über das Team loswerden zu können, bedarf es rund um die Bornwiese noch so einiges – was die Pleite in Lehnerz (2:4) wieder einmal zu Tage förderte: „Wir müssen vielmehr Drecksau sein. Es darf uns nicht egal sein, wenn der Gegner an uns vorbeiläuft oder ein Tor schießt. Ich kann nur die Spieler gebrauchen, die zu 100 Prozent bei der Sache sind“, verdeutlicht King und hat seine Mannen auch dahingehend im Training ganz genau unter die Lupe genommen. Kapitän Dimitrij Scheller kommt nach Sperre zurück und soll der Defensive Stabilität verleihen.
SV Neuhof – TSV Lehnerz II (Sonntag, 15 Uhr).
Sedat Gören sind nach dem Sieg gegen Bad Soden (4:2) logischerweise ein paar Steine vom Herzen gefallen, für ihn war es allerdings auch nur eine Frage der Zeit, bis seine Elf liefert, schließlich habe sein Team zuvor auch nicht schlecht gespielt, diesmal aber die Fehler minimiert, aber dennoch nur einen Bruchteil der klaren Chancen auch in Zählbarem umgemünzt. Nun solle sein Team die Chance beim Schopfe packen und durch einen neuerlichen Sieg, „mal wirklich einen Schritt nach vorne zu machen“. Dies könnte in der tabellarisch so engen Verbandsliga durchaus ein Platz im oberen Mittelfeld bedeuten, allerdings weiß Gören, dass beim Spiel bei seinem Ex-Verein auch eine ziemlich hohe Hausnummer blüht. „Ich habe Neuhof mehrfach gesehen, da sind sehr gute Einzelspieler dabei, die in jedem Moment das Spiel verändern können. Das wird eine ganz enge Kiste.“ Eine, in dem Stratege Paul Hohmann wieder zur Verfügung stehen wird, dafür aber Offensiv-Außen Jan-Henrik Wolf aufgrund einer Bänderverletzung passen muss.
Der SVN befindet sich hingegen in der besten Phase der Saison:Nachdem Hünfeld mit 1:0 geschlagen werden konnte, kam der 6:2-Pokaltriumph gegen Ligakonkurrent Petersberg gerade recht, das spielfreie Wochenende zuletzt allerdings zur Unzeit. Nichtsdestotrotz hat die Görner-Elf Lunte gerochen und möchte nachlegen, auch wenn Marko Curic gesperrt fehlen wird.
SG Johannesberg – KSV Hessen Kassel II (Sonntag, 15 Uhr).
Dem Regionalliga-Farmteam wurde allenthalben eine schwierige Saison prophezeit, dem das Team zuerst so gar nicht gerecht wurde, doch nach sieben Punkten aus vier Spielen folgten zuletzt vier Pleiten in Serie – kein schlechter Zeitpunkt also für Johannesberg, um Zuhause nachzulegen. Dies vermag Jochen Maikranz allerdings gar nicht zu beurteilen, vielmehr glaubt Johannesbergs Trainer, dass sich sein Team in einer ganz sensiblen Phase befinde: "Wir dürfen nicht den Fehler machen, als Team weniger als bisher zu machen, sonst können wir nach dem Raketenstart nicht auf den Sonnenplätzen verbleiben." Entscheidend sei am Sonntag, wie sein Team im letzten Drittel agiert. Da nämlich habe es zuletzt entweder an Effizienz oder aber an Effektivität gehapert. Und mit der recht mickrigen Torausbeute sei es schwer, zukünftig so einen hohen Punkteertrag zu erreichen. Stichworte seien Druck, Entschlossenheit und Präzision. Dazu muss Maikranz in der Defensive basteln, Patrik Kaizar (krank) fällt aus, Alexandru Mihai Moise (muskuläre Probleme) droht selbiges Schicksal.
TSV Rothwesten – Hünfelder SV (Sonntag, 15 Uhr).
Draufhauen mag Dominik Weber nach den beiden jüngsten Spielen ohne eigenes Tor nicht, das ohnehin angekratzte Selbstvertrauen seiner Mannschaft will der HSV-Trainer viel lieber stärken: "Wir wussten, dass wir mit der jungen Mannschaft Leistungsschwankungen drin haben werden, da bringt es doch nichts, die Jungs jetzt auch noch unter Druck zu setzen", erklärt Weber, der schlicht und ergreifend die positiven Dinge hervorheben möchte und dabei auch bei der Beurteilung des Gegners anfängt. So könne man sagen, dass in sechs Spielen nur einmal gegen Rothwesten gewonnen werden konnte, aber man könnte auch sagen, dass Hünfeld gegen Rothwesten bislang noch ungeschlagen sei. Schaffe es sein Team, die positiven Aspekte zu Tage zu fördern, werde die Leichtigkeit wieder ganz von selbst kommen und die Spieler könnten sich aus dem Selbstvertrauensloch auch selbst wieder hinausziehen. So der Plan, der erste Sieg im vierten Gastspiel beim TSV soll dann einfach von selbst kommen. Innenverteidiger Steffen Witzel ist angeschlagen, auch seine Alternative Nicolas Häuser musste im Training aussetzen.

