Nach sechs Jahren Pause ist der Bock auf Fußball zurück

13. Juli 2024, 10:35 Uhr

Das letzte Mal aktiv war Dominik Möller (in weiß) beim FC Eichenzell. Nun ist die Lust auf Fußball zurückgekehrt. © Torgranate

Ganze sechs Jahre war Dominik Möller von der Fußball-Landkarte verschwunden. Nun ist der 40-Jährige zurück. Als neuer Trainer beim SV Großenlüder heißt das große Ziel Klassenerhalt in der Gruppenliga.

Im Sommer 2018 hatte Möller seine Laufbahn eigentlich beendet. Zwar folgte noch ein halbjähriger „Freundschaftsdienst“ für Kumpel Sebastian Vollmar beim TSV Rothemann, aber eigentlich war das Thema Seniorenfußball oder persönliche Trainerlaufbahn für ihn abgeschlossen. Bis sich eines Tages im Frühjahr die Verantwortlichen des SV Großenlüder meldeten. „Ich gebe zu, dass ich beim ersten Kontakt einerseits ein bisschen überrascht war, mich aber gleichzeitig auch riesig gefreut habe, dass man sich noch an mich erinnert hat“, erzählt Möller von der ersten Kontaktaufnahme.

Vom Familienmann zum Fußballtrainer: Comeback von Dominik Möller

„Bis dahin hatte ich keinen einzigen Gedanken daran verschwendet, ob ich wieder ins Trainergeschäft zurückmöchte. 2018 war einfach der Zeitpunkt gekommen, um andere Prioritäten zu setzen. Wenn du 30 Jahre lang vier bis fünf Mal die Woche am Sportplatz gestanden hast, dann ändern sich irgendwann die Dinge und du legst den Fokus auf anderes. Bei mir war es die Familie und die Geburt unserer drei Kinder. Der Beruf nimmt viel Zeit in Anspruch und der Wunsch war einfach da, mehr mit der Familie zu erleben“, schaut der Pressesprecher des Polizeipräsidiums Osthessen zurück. So ganz von der „Fußball-Bildfläche“ verschwunden war Möller dann aber doch nicht. In seiner Heimat Großenlüder trainierte er die Bambini und ging mit der Altersklasse dann eine Stufe hoch in den F-Jugendbereich. „Das hat mir mega viel Spaß gemacht, denn ich bin sowieso ein Typ, der gerne mit jungen Menschen arbeitet.“

Genau mit dieser Argumentation lösten die Verantwortlichen in Großenlüder auch die zunächst vorhandene gedankliche Bremse bei Möller . „Die Teutonia macht eine ganz hervorragende Jugendarbeit und baut im Seniorenbereich fast ausschließlich auf eigene Spieler. Das fasziniert mich schon. Und als ich mir dann in der Rückrunde drei Spiele angeschaut habe, dann hat das als erster Eindruck auch schon genügt“, gesteht der Nachfolger von Francisco Martinez, der seine Entscheidung pro Großenlüder nicht aus dem Bauch heraus gefällt hat. „Das war ein kleiner Prozess. Irgendwann habe ich dann die alten Trainingsunterlagen heraus gekramt und mit der Familie über das Thema gesprochen. Und je länger ich mir Gedanken darüber gemacht habe, umso mehr hatte ich wieder Bock, diese Aufgabe zu übernehmen“, gesteht Möller, der als Spieler aus der Jugend von Borussia Fulda in seinem ersten Seniorenjahr die unvergessene Saison unter Ex-Profi Andrzej Rudy in einem wahren Starensemble spielte. Es folgten sechs Jahre beim TSV Lehnerz, zwei Spielzeiten als Spielertrainer beim Tuspo Bad Salzschlirf (Rekordmeisterschaft mit der Optimalausbeute von 72 Punkten aus 24 Spielen bei 183:7-Toren), ein kurzes Intermezzo beim SV Großenlüder und schließlich fünfeinhalb Jahre Spieler und Spielertrainer beim FC Eichenzell.

Für die neue Spielzeit wartet nun eine Menge Arbeit auf Trainer und Spieler. Schließlich muss man nicht nur Elias Martella (Eichenzell) und Marcel Martinez (pausiert) ersetzen, sondern auch noch ein halbes Jahr auf Hendrik Auth (Auslandssemester) und den verletzten Kapitän Sebastian Ebert (Operation nach einer schweren Schulterverletzung) verzichten. Einziger „richtiger“ Neuzugang ist Tinotenda Phiri vom FV Horas. Dazu hat Niklas Odenwald (SG Johannesberg) seinen Pass bei der Teutonia hinterlegt. „Er wird uns aber nur temporär zur Verfügung stehen. Wie oft, das ist noch überhaupt nicht abzusehen“, sagt Möller, der außerdem auf die Nachwuchsspieler Linus Rehberger und Noah Schmitt sowie auf Yasin Hotaman (Maberzell/Gläserzell) zurückgreifen kann.

„Potenzial ist vorhanden und ich freue mich auf die Arbeit, den jungen Spielern im taktischen und spielerischen Bereich vielleicht noch etwas beizubringen. Aber uns ist allen bewusst, dass wir auch diesmal wieder die 41 Punkte aus der abgelaufenen Saison benötigen, um am Ende drin zu bleiben. Nichts anderes ist unser Ziel.“ Eines gibt Möller übrigens offen zu. „Ich glaube tatsächlich, dass eine Fahrtstrecke ein Argument dafür gewesen wäre, nicht wieder mit dem Trainerdasein zu beginnen. Entscheidend waren der kurze Weg und die Tatsache, dass in Großenlüder der Fußball noch gelebt wird.“

Für Möller winkt der erste Titel

Beim Gemeindepokal Großenlüder könnte der Teutonen-Coach seinen ersten Titel einfahren. Gespielt wird Samstag (ab 17.15 Uhr) und Sonntag (ab 13.30 Uhr) in Müs, die vier Teams treffen in einer Sechsergruppe gegeneinander an. Ebenfalls heute und morgen geht es in Rothemann beim Gemeindepokal Eichenzell rund. Acht Teams treffen sich zunächst am Samstag (ab 14 Uhr) in zwei Vierergruppen, ehe am Sonntag (ab 13 Uhr) die Finalspiele auf dem Plan stehen.

Gemeindepokal Großenlüder SV Müs – Spvgg. Bimbach (Sa., 17.15 Uhr) SG Lüder-Schwarzatal – SV Großenlüder (Sa., 18.30 Uhr) SV Großenlüder – Spvgg. Bimbach (So., 13.30 Uhr) SV Müs – SG Lüder-Schwarzatal (So., 14.45 Uhr) Spvgg. Bimbach – SG Lüder-Schwarzal (So., 16.45 Uhr) SV Müs – SV Großenlüder (So., 18.00 Uhr)

Gemeindepokal Eichenzell Gruppe 1 TSV Rothemann – SG Rönshausen (Sa., 14 Uhr) SG Kerzell – SG Löschenrod (Sa., 14 Uhr) TSV Rothemann – SG Löschenrod (Sa., 15 Uhr) SG Rönshausen – SG Kerzell (Sa., 15 Uhr) SG Kerzell – TSV Rothemann (So., 13 Uhr) SG Rönshausen – SG Löschenrod (So., 13 Uhr) Gruppe 2 FC Eichenzell – TSG Lütter (Sa., 16 Uhr) SV Welkers – SG Büchenberg/Uttrichshausen (Sa., 16 Uhr) SG Büchenberg/Uttrichshausen – TSG Lütter (Sa., 17 Uhr) SV Welkers – FC Eichenzell (Sa., 17 Uhr) TSG Lütter – SV Welkers (So., 14 Uhr) SG Büchenberg/Uttrichshausen – FC Eichenzell (So., 14 Uhr) Spiel um Platz drei Duell der Gruppenzweiten (So., 15.15 Uhr) Endspiel Duell der Gruppensieger (So., 16.30 Uhr)

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