Neben Spiel die Kernkompetenz verloren
Hessenliga: Leidenschaftslose Buchonia in der Krise
Entsprechend bedient bis konsterniert war Fliedens Coach Meik Voll nach der Partie, der nun schon siebten in Folge ohne Sieg: „Das 0:4 in Ginsheim habe ich als rabenschwarzen Tag verbucht. Das Resultat heute ist wesentlich strenger zu bewerten. Es war ein niveauarmes Spiel und von Abstiegskampf zu keinem Zeitpunkt etwas zu sehen. Ich habe keinen Willen und kein Aufbäumen gesehen“, war der Coach vor allem hinsichtlich der Einstellung, die seiner Elf sonst schon zu so vielen Zählern verholfen hat, extrem enttäuscht.
Beiden Mannschaften war von Beginn an anzusehen, dass sie gerade nicht mit dem allergrößten Selbstvertrauen gesegnet sind. Die Vilbeler waren mit dem ein oder anderen Dribbler mehr ausgestattet, spielten hier und da gefällig nach vorne, ohne jedoch richtig gefährlich zu werden. Bei Flieden allerdings lief noch weniger. Einmal, nach einer guten halben Stunde, hatte Marc Röhrig nach einem Steilpass von Taras Zaviiskiy ansatzweise eine Möglichkeit, ansonsten lag spielerisch bei der Buchonia alles brach. Dazu kam, dass Spieler wie Kemal Sarvan, Andreas Drews oder Fabian Schaub, an dene sich die Jüngeren hochziehen können, während der 90 Minuten nur als Phantome agierten.
So kam das 0:1 nach 34 Minuten nicht von ungefähr, als Thorben Knauer im Halbfeld nicht attackiert wurde, weil die Sechser nicht zu sehen waren und die Viererkette nur nach hinten rochierte, und der Vilbeler Kapitän so ein Traumtor aus 23 Metern gelang, das er wohl so schnell nicht mehr schießen wird.
Die Fliedener kamen – wie fast schon gewohnt – durch einen Standard zurück, als Leibold über die Stationen Zaviiskyi und Tobias Bartel zum 1:1 einköpfte, doch auch dieser unverhoffte Ausgleich vermochte Flieden in keinster Weise zu beflügeln. Vielmehr waren die Buchonen nach der Pause noch schlechter, was eigentlich kaum noch möglich war. Von Bad Vilbel kam ebenfalls weniger, trotzdem war das 2:1-Siegtor von Benjamin Sabic nach Steilpass von Knauer nicht unverdient.
Fragt sich, wo bis zum nächsten Kellerduell in Griesheim nun neue Impulse herkommen sollen. „Ich glaube weiterhin an die Qualität der Mannschaft, um die Klasse zu halten“, betonte Voll bei aller Enttäuschung fast schon trotzig. Ob ein Tapetenwechsel innerhalb der Mannschaft oder auf der Position des Trainers vonnöten sei, „das“, so Voll, „liegt nicht in unseren Händen.“
Die Statistik:
SV Buchonia Flieden: L. Hohmann - Leibold, Zeller (76. Hagemann), Bartel, Rumpeltes - Gaul, Sarvan (55. Götze) - Röhrig, Drews, Zaviiskyi (70. Bohl) - Schaub.
FV Bad Vilbel: Sememy - Alik, Grüter, Aslan - Emmel, Sabic - Uslu (89. Knell), Tilger, Knauer - Bauscher (86. Brauburger), Bejic (90.+2 Toma).
Schiedsrichter: Marcel Geuß (Haßfurt).
Zuschauer: 250.
Tore: 0:1 Thorben Knauer (34.), 1:1 André Leibold (41.), 1:2 Benjamin Sabic (75.).

