Neu-Isenburg empfängt Ober-Roden: Alles kann - nichts muss!

Verbandsliga Süd: Kessel Buntes bekommt am Samstag ein Gesicht

25. Mai 2017, 11:58 Uhr

Neu-Isenburgs Trainer Peter Hoffmann will erst einmal seine eigenen Hausaufgaben machen. Foto: Thomas Zöller

Das Saisonfinale 2016/2017 wird in der Verbandsliga Süd im Spiel zwischen dem Tabellenzweiten Spvgg. Neu-Isenburg und der TS Ober-Roden am Samstag nach dem Schlusspfiff definitiv emotionsreich werden. Alle Fragen zu Meisterschaft, Aufstiegsrunde und Abstieg sind spätestens gegen 18.50 Uhr abschließend geklärt und Spekulationen endgültig passè.

Spvgg. Neu-Isenburg - TS Ober-Roden (Samstag, 17 Uhr)

Am letzten Sonntag war die Spielvereinigung Neu-Isenburg im Kampf um die Meisterschaft fast schon weg vom Fenster. Ein Unentschieden hätte der Hoffmann-Elf in Usingen nicht gereicht, um das Titelrennen bis zum letzten Spieltag offen zu halten, weil Tabellenführer VFB Ginsheim gegen Eintracht-Waldmichelbach führte, und das bis zum Schluss. " Ein Usinger Sieg oder ein Unentschieden wäre wahrlich nicht gerecht gewesen. Auch wenn die Usinger in den letzten fünf Minuten nochmal alles nach vorne geworfen haben, sind sie auch nur durch einen Sonntagsschuss in Führung gegangen. Respekt vor meiner Mannschaft, dass sie den 0:1-Rückstand, den wir mit in die Pause genommen haben, mental so gut verarbeitet hat", sagt Neu-Isenburgs Chefcoach Peter Hoffmann. Auch im letzten Spiel gegen die TS Ober-Roden setzt Hoffmann nicht nur auf eine geschlossene Mannschaftsleistung, sondern auch ein bisschen auf den FC Alsbach: "Wir haben die Meisterschaft zwar nicht mehr in der eigenen Hand, aber Alsbach ist vor allem zu Hause eine sehr unangenehme Mannschaft, hoffentlich auch für Ginsheim."

Für Neu-Isenburg könnte es gegen Ober-Roden ein Spagat werden, entweder voll auf Angriff zu gehen, und parallel darauf zu hoffen, dass Ginsheim in Alsbach verliert, oder aber einen Mittelweg zu suchen. Der Tabellendritte FV Bad Vilbel spekuliert nämlich auch noch auf den Platz zur Aufstiegsrunde. Falls die Hugenottenstädter verlieren würden, könnten sie am Ende sogar noch mit leeren Händen dastehen: "Wir waren die ganze Zeit oben gestanden. Jetzt wollen wir zumindest einen Punkt holen, denn die Jungs haben wenigstens die Aufstiegsrunde verdient. Auf dem Papier braucht Ober-Roden einen Punkt. Sie haben eine junge Mannschaft, die sich sehr gut weiterentwickelt hat. Wir hoffen auf Alsbach, müssen aber auch unsere eigenen Hausaufgaben machen", weiß der Übungsleiter von der Kurt-Schumacher-Straße.

Ober-Roden will Lauf halten

Vor dem letzten Spieltag steht die Mannschaft der TS Ober-Roden mit Tabellenplatz neun genau für das, was sich in der Verbandsliga Süd - der "gefühlt engsten Liga der Welt" - seit Monaten abspielt: Wenn alles dumm läuft, könnte die Nister-Truppe trotz des derzeitigen einstelligen Tabellenplatzes noch absteigen. Eminent wichtig waren acht Punkte aus den letzten vier Spielen, die mit hoher Wahrscheinlichkeit den Klassenerhalt bedeuten: "Meine junge Mannschaft weiß, worauf es ankommt, und ist mit der Drucksituation bis jetzt hervorragend umgegangen. Wir hätten sogar viermal gewinnen können. Vor Neu-Isenburg haben wir zwar Respekt, aber auch schon im Hinspiel sind wir mit 1:0 in Führung gegangen. Wenn wir mit der gleichen Einstellung wie aus den letzten Partien in Neu-Isenburg auftreten, traue ich uns Einges zu", sagt Ober-Rodens Mannschaftsleiter Daniel Nister.

Für Neu-Isenburgs Allzweckwaffe Aljoscha Atzberger - mit 20 Saisontreffern gerade in den letzten Spielen der Punktegarant für den Tabellenzweiten - hat Nister keine besondere Strategie auf dem Plan: "Auch andere Mannschaften wie Vatanspor oder Hanau haben hochkarätige Stürmer in ihren Reihen, aber deswegen richten wir uns nicht unbedingt nach anderen." Für den hochwahrscheinlichen Nicht-Abstieg "steht bei uns keine große Feier auf dem Plan, denn feiern tut man nur Meisterschaften", stellt Nister für sich klar.

Autor: Christoph Weß

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