Szilagyi sieht es realistisch
"Nicht mehr der Stani, der 30 Buden macht"
„Wir können erhobenen Hauptes das Feld verlassen“, sagte Trainer Meik Voll nach Schlusspfiff. Der 45-Jährige wusste, dass für seine Mannen etwas drin war, doch ein Nackenschlag unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff machte den Hausherren einen Strich durch die Rechnung. SCW-Spielmacher Jan Henrik Vogel, der von „Manndecker“ Timo Müglich komplett aus der Partie genommen wurde, zeigte bei einer Ecke seine Klasse, Florian Heine verlängerte nur noch hauchzart.
Wie schnell es in der Verbandsliga gehen kann, zeigte dann Tor Nummer zwei, als sich Willingen klasse durchkombinierte. Damit war die Partie gelaufen, zumal Thalau zuvor noch durch Stanislav Szilagyi eine super Ausgleichschance per Kopf liegen ließ. Ja genau, der 39 Jahre alte Szilagyi, der bei Viktoria Fuldas A-Junioren Trainer ist und viele Jahre für den TSVLehnerz stürmte. Er wurde aufgrund des kurzfristigen Abgangs von Patrick Kalis erst am Donnerstagabend verpflichtet, trainierte einmal mit und spielte gleich über 90 Minuten. „Ich stehe jeden Tag auf dem Platz, egal ob mit der Jugend oder meinem Sohn“, meinte der Routinier nur und ließ seine Qualität direkt aufblitzen.
„Das 1:1 muss ich machen, das nehme ich auf meine Kappe. Grundsätzlich bin ich aber nicht mehr der Stani, der vor zehn Jahren noch 30 Buden gemacht hat“, versuchte Szilagyi die Erwartungen in seine Person direkt zu dämpfen. Schließlich sei er auch nicht immer da, da die Arbeit beim Jugendförderverein Vorrang genieße, gegen Barockstadt II als Stammverein Viktorias wird Szilagyi zudem nicht auflaufen. „Es ist alles geregelt. Als ich von Thalau angesprochen wurde, wollte ich dieses Abenteuer einfach mitnehmen – zumal ich hier eine sehr gute Zeit erlebt habe.“
Dass er mit seinem Team gegen den Abstieg spielen werde, sei allen klar, auch gegen Willingen zahlte der FSV laut Szilagyi „Lehrgeld“. Unter anderem beim 0:3, als Dennis Fischer einen unnötigen Elfmeter verursachte. Dennoch durfte die Leistung den Zuschauern im „ausverkauften“ Wittiggrund Mut machen, insbesondere nach der schlechten Vorbereitung. „Dass wir es hier spannend hätten machen können, hätte uns wohl niemand zugetraut. Zumal der Kader dezimiert war, alle auf der Bank waren angeschlagen“, sagte Voll.


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