Nister: "Ginsheim ist nicht unschlagbar"
Verbandsliga Süd: Geht das Schneckenrennen an der Tabellenspitze weiter?
Usinger TSG - TSV Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)
Die Usinger TSG und Vatanspor Bad Homburg waren zwei der Gewinner vom Spieltag unter der Woche. Beide konnten ihre Heimspiele mit jeweils 2:1 für sich entscheiden und holten dadurch wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Das gilt auch für den TSV als Tabellenvierten, der jetzt aber nur noch einen Punkt vom Mindestziel 45 Punkte entfernt ist: "Wir wollen im Derby zeigen, dass wir die Nummer Eins im Hochtaunuskreis sind. Ich bin mir sicher, dass wir am Ende der Saison vor Usingen stehen werden", sagte Vatanspors Sportmanager Hüseyin Güven.
Spielertrainer Marcel Kopp jedenfalls will den Bad Homburgern "auf jeden Fall Paroli bieten. Das wird aber nicht einfach, weil sie befreit aufspielen können nach ihrem Sieg gegen Ginsheim." Seinen Spielern gönnt Kopp nach dem Sieg über Bensheim erst einmal eine wohlverdiente Pause: "Wir werden jetzt erst einmal die Beine hochlegen und die Kräfte bündeln, damit alle Mann am Sonntag wieder fit sind. Bad Homburg geht auf jeden Fall als Favorit in die Partie, aber wir werden uns nicht kampflos ergeben", äußerte sich Usingens Übungsleiter.
SG Bruchköbel - SC 1960 Hanau (Sonntag, 15 Uhr)
Die SG Bruchköbel verlor am Donnerstag mit 3:5 bei Türk Gücü Friedberg und wachte dabei erst nach einem klaren 0:3-Rückstand auf. Mit 41 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Andreas Arr-You auf Platz fünf stehend immer noch nicht ganz gesichert. Im Kreisderby gegen Aufsteiger SC Hanau 1960, der nach dem Pflichtsieg in Großkrotzenburg punktgleich mit Bruchköbel ist, können beide Teams den entscheidenden Schritt Richtung des endgültigen Klassenerhalts machen.
"Gestern haben wir einen wichtigen Sieg in Großkrotzenburg geholt, und das war nicht einfach. Bruchköbel ist eine der dienstältesten Mannschaften der Liga und war im Hanauer Raum immer eine Größe. Jetzt sind wir auf Augenhöhe. Aus dem Hinspiel haben wir noch was gut zu machen (0:2, Anm. d. Red.)", erzählt Hanaus Pressesprecher Okan Sari, und weiter: "Es spricht für die Qualität der Liga, dass alles so eng beieinander ist und wir sind stolz darauf, dabei zu sein. Wenn wir nach dem Bruchköbel-Spiel 42 oder 44 Punkte haben, werden wir entspannter sein", sagt Sari.
Germania Großkrotzenburg - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)
Die erste Niederlage in diesem Kalenderjahr kassierte der FV Bad Vilbel. Die Reaktion nach der gestrigen Auswärtsniederlage in Alsbach von Trainer Amir Mustafic war eindeutig: "Die Leistung meiner Mannschaft war unterirdisch. Durch die Niederlage können wir nun unsere Aufstiegsträume begraben. Die Einstellung hat nicht gestimmt und die Leistung gegen Alsbach war enttäuschend." Den Brunnenstädtern bleibt nur, nach vorne zu schauen und nicht der verpassten Möglichkeit hinterher zu trauern, nicht auf das Spitzenduo Neu-Isenburg und Ginsheim aufgeschlossen zu haben: "Wir müssen es abhaken und in Großkrotzenburg eine Reaktion zeigen", hofft Mustafic. Der abgeschlagene Tabellenletzte steht bereits als erster Absteiger fest und erachtet die restlichen Saisonspiele als Vorbereitung auf den Neubeginn in der Gruppenliga Ost.
TS Ober-Roden - VfB Ginsheim (Sonntag, 15 Uhr)
Nach der knappen 1:2-Niederlage in Bad Homburg am Mittwochabend ist der VfB dazu aufgefordert, in Ober-Roden zu gewinnen, um den zweiten Tabellenplatz zu verteidigen. "Ginsheim steht unter Zugzwang, weil sie Platz zwei verteidigen wollen. Wir müssen deshalb spielerisch Lösungen finden, um dagegen halten zu können", äußert sich Ober-Rodens Trainer Daniel Nister, der von seinen Spielern Aggressivität und Leidenschaft, aber auch einen kühlen Kopf erwartet. "Ob es dann reicht ist eine andere Frage, aber wichtig ist, dass wir unsere Leistung bringen. Immerhin sind es noch fünf Endspiele für alle Mannschaften im Tabellenkeller und diese Chance müssen wir nutzen", fügt TSO-Trainer Nister hinzu. Mit der richtigen Einstellung sollen noch die nötigen Punkte für den Klassenerhalt geholt werden, auch gegen den Tabellenzweiten, die laut Nister "nicht unschlagbar sind", wie sie in Bad Homburg bewiesen haben. Personell müssen die Ober-Rodener auf den Langzeitverletzten Henkel verzichten, der sich nach seinem Muskelbündelriss in der Reha befindet und auf Cengiz Veisoglus, der Gelb-Rot gesperrt fehlt.
"Die Verbandsliga-Historie hat in den letzten beiden Jahren gezeigt, dass wir uns gegen Ober-Roden sehr schwer tun. Bis jetzt haben wir keinen Punkt mitnehmen können", sagt Ginsheims Trainer Artur Lemm. Die Fehlheimer hat er in Neu-Isenburg als Beobachter selbst als Sieger vom Platz gehen und als bessere Mannschaft auftreten sehen: "Für uns ist es wichtig, dass wir die Voraussetzungen für unser Heimspiel gegen Neu-Isenburg in einer Woche schaffen, damit wir er in der eigenen Hand haben. Mit der Leistung in Vatanspor bin ich trotz des 1:2 sehr zufrieden. Wir müssen in Ober-Roden die gleiche Mentalität an den Tag legen, allerdings effektiver vor beiden Boxen", so Lemm.
Spvgg. Neu-Isenburg - FC 07 Bensheim (Sonntag, 15 Uhr)
Neu-Isenburg verpasste es am Donnerstagabend durch die 0:2-Heimniederlage gegen Kellerkind VfR Fehlheim, von den Niederlagen der Verfolger VfB Ginsheim und FV Bad Vilbel zu profitieren. Statt mit vier Punkten davon zu ziehen, weist die Mannschaft von Trainer Peter Hoffmann weiterhin nur einen Zähler Vorsprung auf die Lemm-Truppe auf. Gegen die Bensheimer Vorstädter präsentierte sich der Spitzenreiter ideenlos und konnte sich kaum Tormöglichkeiten erspielen. Dem Tabellenführer bleibt aber kaum Zeit zum Luftholen. Schon am Sonntag kreuzt mit dem FC 07 Bensheim erneut eine abstiegsgefährdete Mannschaft von der Bergstraße im Sportpark auf.
"Wir müssen versuchen, es gegen Bensheim besser zu machen, wobei die eine gute Mannschaft haben. Sie haben sehr gute Einzelspieler drin und seit drei Wochen eine gute Ordnung. Vom Papier her ist das schwerer als das Fehlheim-Spiel. Die haben einen guten Job gemacht, aber Bensheim hat eine Spur mehr an Qualität". Die Südhessen verloren am Donnerstag das ganz wichtige Spiel in Usingen mit 1:2, nachdem sie durch Spielertrainer Elton da Costa zur Pause noch in Führung lagen und belegen derzeit wegen des schlechteren Torverhältnisses den ersten Abstiegsplatz.
FC Alsbach - FC Kalbach (Sonntag, 15 Uhr)
"Nach der laufintensiven Partie hoffe ich, dass die Spieler bis Sonntag wieder fit sind, denn auch Kalbach wird uns in der Defensive wieder alles abverlangen", sagte Alsbachs Trainer Sascha Huy nach dem 2:0-Sieg gegen den Tabellendritten Bad Vilbel, dem ersten Sieg des FCA 2017. "Durch den Sieg herrscht nun eine positive Stimmung und wir haben eine gute Portion Selbstbewusstsein bekommen, die uns auch dabei helfen wird den nächsten Schritt Richtung Klassenerhalt zu machen", erklärt der FCA-Trainer. "Wir haben den Klassenerhalt in der eigenen Hand und wollen mit einem Sieg dieses Ziel weiter verfolgen", kündigt der Coach an.
Die Kalbacher wurden bei der bitteren 2:3-Niederlage bei der Spvgg. 05 Oberrad vom Stadtrivalen in der Nachspielzeit mit in den Abgrund gezogen. Zwar belegen die Nordfrankfurter noch den zwölften Platz, sind aber punktgleich mit dem sich in der Abstiegszone befindenden FC Bensheim. "Durch individuelle Fehler geraten wir in letzter Zeit stets in Rückstand und das kostet uns Kraft, diese aufzuholen. Beim 3:2 der Oberräder hatten wir eine falsche Zuordnung", ärgert sich Kalbachs Co-Trainer Carmine Iannone immer noch über die vermeidbare Niederlage im Stadtderby. Vor dem Gastspiel in Alsbach gilt es, "die bittere Niederlage aus den Köpfen zu bekommen. Jeder hat mitbekommen, dass es schon fünf nach zwölf ist".
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