Nister warnt vor Vatanspors Torjäger Ibrahim Cigdem
Verbandsliga Süd: Im Abstiegskampf brennt weiter der Baum
Timo Becker hat mit der Spvgg. 05 Oberrad noch den Klassenerhalt im Visier. Foto: Rita Hartenfelser.
VfR Fehlheim - FC Alsbach (Samstag, 16 Uhr)
Mit zwei Heimspielsiegen in der englischen Woche gegen Bad Vilbel (2:0) und Kalbach (3:0) hat die Mannschaft von Sascha Huy das nötige Selbstbewusstsein für den Abstiegskampf getankt. "Nun können wir im Derby in Fehlheim den letzten Schritt Richtung Klassenerhalt schaffen", blickt Alsbachs Pressesprecher Andreas Rothermel voraus. Zumal die Bergsträßer noch eine Rechnung mit dem VfR offen haben. Das Hinspiel endete mit einem 4:2-Erfolg für die Fehlheimer und bedeutete gleichzeitig die erste Heimspielniederlage für die Alsbacher. "Das hat uns gewurmt und deswegen wollen wir Wiedergutmachung leisten. Auch weil Fehlheim zuhause nicht so stark ist", so Rothermel. Aus personeller Sicht kann Trainer Sascha Huy wieder auf Alexis Bonias (nach Sperre) und Cengiz Gencer (Verletzung) zurückgreifen. Lediglich ein Einsatz von Stürmer Florian Frölich ist fraglich, der an den Zähnen operiert wird.
Gerade einmal 18 Zähler holten die Fehlheimer vor heimischem Publikum und belegen damit den vorletzten Tabellenplatz in der Heimtabelle. Diese Bilanz gilt es aufzupolieren, damit es auch dem VfR gelingt die Klasse zu halten. Zumal die Fehlheimer auch im Nachholspiel am Mittwochabend in Wald-Michelbach nichts Zählbares mitnehmen konnten. "Ich erwarte, dass meine Mannschaft mit Kampf und Leidenschaft in die Partie geht, dann wird man sehen, wie es ausgeht", so Fehlheims Trainer Martin Weinbach, der hofft, dass die individuellen Fehler seiner Mannschaft nicht erneut zu Gegentoren führen, wie es in Wald-Michelbach der Fall war. Durch die 1:4-Niederlage bleibt der VfR zumindest bis Samstag auf einem Abstiegsplatz./se
SC Hanau 1960 - Usinger TSG (Samstag, 16 Uhr)
Hanaus Trainer Seref Zangir war nach dem 2:0-Sieg in Bruchköbel "sehr stolz" auf seine Mannschaft, die bei der SG nach den Erfolgen gegen Großkrotzenburg (3:1) und Vatanspor (3:0) den dritten Derbysieg binnen einer Woche einfahren konnte und sich so aus dem Abstiegskampf verabschiedet hat. Ganz soweit ist die Usinger TSG bei fünf Zählern Vorsprung auf die gefährdete Zone noch nicht, doch auch das Team von Spielertrainer Marcel Kopp konnte aus den letzten beiden Partien vier Zähler einfahren und zeigt sich derzeit in guter Verfassung. Nach dem 1:1-Unentschieden gegen Vatanspor war Kopp mit der Leistung seiner Truppe sehr zufrieden: "Wir waren über 90 Minuten das bessere Team und fußballerisch eine Klasse stärker", haderte aber auch der UTSG-Coach mit der mangelhaften Chancenverwertung seiner Mannen.
Im Hinspiel konnte Usingen einen Rückstand noch drehen und ging mit 2:1 als Sieger vom Feld. Ullrich Strenkert besorgte damals kurz vor dem Ende der Partie den Siegtreffer für die UTSG. Auch damals verpassten es die Usinger, ihre Chancen besser zu nutzen und mussten deshalb lange auf den Sieg warten. /db
Vatanspor Bad Homburg - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)
"Nun kommt der alles entscheidende Monat Mai", blickt Ober-Rodens Trainer Daniel Nister auf den Abstiegskampf. Der kommende Gegner der TSO hat damit allerdings so gut wie nichts mehr zu tun. Mit 45 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Hüseyin Güven auf einem gesicherten vierten Tabellenplatz. Vor allem vor dem Torschützen der Gastgeber, Ibrahim Cigdem, warnt Daniel Nister. Und das nicht zu unrecht. Vatanspor Stürmer ist mit aktuell 26 Toren Toptorjäger der Verbandsliga Süd. "Es lässt sich schwierig einschätzen, wie sie auftreten werden. Doch ich erwarte eine kampfbetonte Partie und kein Torfestival", so Ober-Rodens Coach, der hofft, dass seine Mannschaft genauso auftreten wird wie beim 1:1-Unentschieden am vergangenen Wochenende gegen den Tabellenzweiten aus Ginsheim ohne dabei „kopflos anzurennen“, wie es Nister formuliert und fügt hinzu: "Die Art und Weise wie wir uns präsentiert haben, hat gezeigt, dass wir uns auch gegen stärkere Mannschaften der Liga behaupten können."
Damit sollen zum Schluss genügend Punkte geholt werden, um die Klasse zu halten. In Bad Homburg werden neben Dennis Profumo, der gegen Ginsheim die Rote Karte sah auch Tim Schöppner und Felix Schwab berufsbedingt fehlen. "Dadurch fehlen uns drei Stützen, was wiederum die Chance für die anderen Spieler bietet sich zu präsentieren."/db
FC 07 Bensheim - Spvgg 05 Oberrad (Sonntag, 15 Uhr)
Oberrads Trainer Baldo di Gregorio bezeichnet die Auswärtsaufgabe in Bensheim als "Sechs-Punkte-Spiel" und fügt hinzu: "Bensheim geht als Favorit in die Partie und wird jeden Zweikampf suchen, um uns weh zu tun. Trotzdem wollen wir sie ärgern und unsere bestmögliche Leistung abliefern", sagt di Gregorio, der jeden Punktgewinn als Boni sieht. Denn in Oberrad wird schon für die Gruppenliga geplant, wie der Trainer verrät. "Die Situation ist für uns nun entspannter, weil die meisten Spieler uns auch in der Gruppenliga erhalten bleiben und wir auch in der kommenden Saison eine gefestigte Mannschaft haben", so di Gregorio, der in Bensheim auf George Worcester und David Schmelz verletzungsbedingt verzichten muss. Todi Vasilev ist derzeit noch fraglich, könnte aber aufgrund von Kneiproblemen ausfallen. Trotz alledem ist Oberrad noch nicht abgestiegen. Mit einem Sieg wäre die Spielvereinigung punktgleich mit den Bensheimern, die aber im Gegensatz zu Oberrad den Klassenerhalt noch selbst in der Hand haben.
"Unser Ziel ist es den Klassenerhalt zu schaffen und daran glauben wir fest", äußert sich Bensheims Spielertrainer Elton da Costa, der nur noch bis zum Saisonende beim FC tätig sein wird. Im Gegensatz zu den vergangenen Partien erhofft sich da Costa, dass seine Mannschaft effektiver vor dem gegnerischen Tor ist und weniger individuelle Fehler zulässt als bei der 0:3-Niederlage gegen Tabellenführer Neu-Isenburg. "Ich bin mir sicher, dass wir es gegen Oberrad nun wieder besser machen werden. Außerdem bin ich guter Dinge, dass wir gewinnen, wenn wir von Anfang an unsere Leistung bringen, denn dann wird es für den Gegner schwer", glaubt Elton da Costa, der auf den Rotgesperrten Fabio Hechler verzichten muss. "Es wird trotzdem keine personellen Überraschungen geben."/se
FC Kalbach - Türk Gücü Friedberg (Sonntag, 15 Uhr)
Beim FC Kalbach schrillen die Alarmglocken. Nach fünf Spielen ohne Sieg stehen die Nordfrankfurter am Abgrund, sind mit 36 Zählern punktgleich mit dem FC Bensheim, der die Abstiegszone "anführt". Und am Sonntag kreuzt Türk Gücü Friedberg am Hopfenbrunnen auf, die gerade einmal drei Zähler mehr auf dem Konto haben und den Abstand zu den Kalbachern wahren wollen. "Wir erwarten ein kampfbetontes Spiel. Für beide geht es um sehr viel und beide brauchen die Punkte, wobei Friedberg sehr spielstark ist", blickt Kalbachs Co-Trainer Carmine Iannone voraus. Die letzten beiden Auswärtsniederlagen in Oberrad (2:3) und in Alsbach (0:3) wolle sein Team vor eigenem Publikum ausmerzen: "Wir wollen als Mannschaft kompakt auftreten. Jeder soll für den anderen rennen und kämpfen und dabei das Fußballspielen nicht vergessen", fordert Iannone. Bei den Schützlingen von Trainer Salvatore Cirrincione, die am Donnerstagabend vor dem Spiel der "Zweiten" auf dem Rasenplatz trainierten, stehen hinter einigen Spielern noch Fragezeichen. Fest steht nur, dass Stjepan Jurisic zum zweiten Mal innerhalb von nur einer Woche die Ampelkarte sah und damit den Kalbachern am Sonntag erneut gesperrt fehlen wird. Ob auf dem Kunstrasen oder dem Rasen gespielt wird, hängt vom Wetter ab. Da die einzige Konstante in dieser Woche das regnerische Wetter war, geht die Tendenz eher Richtung künstliches Grün. "Zwei Siege müssen noch her. Je schneller, desto besser", rechnet Iannone vor.
Die Gäste aus Friedberg treten zum letzten Mal in dieser Saison in der Fremde an. Nach dem Gastspiel in Kalbach hat TGF noch drei Heimspiele zu bestreiten. Gegen Geinsheim, Fehlheim und Bensheim geht es nicht nur gegen direkte Konkurrenten, sondern gegen Kontrahenten aus der Region Darmstadt/Bergstraße. Trotz einer beeindruckenden Bilanz von fünf Spielen ohne Niederlage und nur einer Niederlage aus den letzten neun Spielen sind die Friedberger noch nicht aus dem Schneider. "Wir wollen einen Punkt mitnehmen und Kalbach auf Distanz halten. Es wird ein richtungsweisendes Spiel", sagt TGF-Trainer Mustafa Fil, der wie sein Co-Trainer Gültekin Cagritekin an seiner alten Wirkungsstätte gastiert. Von 2007 bis 2009 war Fil damals in der ersten Kalbacher Verbandsliga-Periode, die mit dem Abstieg 2010 endete, Assistent von Cagritekin. Der kurz nur "Gülte" gerufene Trainer hatte später noch eine zweite Amtsperiode am Hopfenbrunnen und führte den FCK 2014 zur Gruppenliga-Meisterschaft und zum Wiederaufstieg in die Verbandsliga. "Wir müssen im Trainerteam das Emotionale ausblenden. Kalbach ist von den Namen her gut besetzt. Obwohl sie keinen guten Lauf haben, bringen sie eine gute Qualität mit", erläutert Fil. Akteure wie Torjäger Florian Kister und seinen Neffen Kadir Fil hatte der Friedberger Chefcoach zu alten Verbandsliga-Zeiten in Oberrad unter seinen Fittichen. Zuletzt kassierte TGF in Bad Vilbel und gegen Bruchköbel jeweils drei Gegentore, holte aber dennoch vier Punkte. "Bei Standards gegen uns benötigen wir eine bessere Raumaufteilung", will Fil mit dieser Maßnahme die Anzahl der Gegentore minimieren./pac
SV 07 Geinsheim - Germania Großkrotzenburg (Sonntag, 15 Uhr)
Geinsheim konnte am "Tag der Arbeit" einen Pokalsieg feiern. Am Maifeiertag gewann die Mannschaft von Spielertrainer Tim Ginkel den Kreispokal Groß-Gerau, besiegte den Gruppenligisten Rot-Weiß Walldorf auf neutralem Platz in Nauheim mit 2:1 und verteidigte erfolgreich den Titel. Somit werden die abstiegsbedrohten Geinsheimer auch in der kommenden Saison im Hessenpokal vertreten sein, wo der SV 07 für Furore sorgte und erst im Viertelfinale von den Sportfreunden Seligenstadt aus der Hessenliga gestoppt wurde (1:3). Einziger Wermutstropfen beim Pokalsieg: Spielertrainer Tim Ginkel sah in der Nachspielzeit für ein rüdes Foulspiel an der Mittellinie die Rote Karte und fehlt in den kommenden Partien gesperrt. Den Schwung vom Pokalsieg wollen die Geinsheimer auch in das Kellerduell Vorletzter gegen Letzter mit einbringen. Denn im Gegensatz zum seit langer Zeit schon abgestiegenen Schlusslicht wollen sich die Geinsheimer in den letzten Partien noch einmal verbandsligatauglich präsentieren, um in den letzten fünf Spielen so viele Zähler wie möglich zu holen. Ob das am Ende zum Ligaerhalt reichen wird? Momentan ist Geinsheim mit 29 Punkten genau sieben Zähler vom rettenden Ufer entfernt.
Im Gegensatz zu den anderen Konkurrenten hat Geinsheim aber erst 27 Partien absolviert, es stehen also noch fünf Begegnungen an. Unter anderem am kommenden Mittwoch das Nachholspiel bei Türk Gücü Friedberg, welches aufgrund des traditionellen Pokalfinales im Kreis Groß-Gerau auf den 10. Mai verlegt wurde. Gegen Großkrotzenburg daheim gelten die Geinsheimer als klarer Favorit. Alles andere als ein Sieg würde Geinsheim wohl in die "gute alte" Gruppenliga Darmstadt zurückversetzen. Zurück in die Gruppenliga Ost geht es nach zwei Jahren Verbandsliga-Zugehörigkeit für Germania Großkrotzenburg, die sich 2015 den Aufstieg in die Verbandsliga Süd über die Aufstiegsrunde mit dem FC Fürth und Olympia Fauerbach sicherten. Nach dem Klassenerhalt 2016 lief es in der aktuellen Runde katastrophal für die "Germanen". Nur zwei Siege, 23 von 29 Partien verloren. Darüber hinaus mit 27 Toren der torungefährlichste Sturm, mit 94 Gegentoren die Schießbude der Lage. Zum Vergleich: Geinsheim kassierte "nur" 49 Gegentreffer, also gefühlt nur die Hälfte als der erste Absteiger. Der plant schon seit langem für die Gruppenliga, wo der Klub aus dem Oberwaldstadion einen Neubeginn starten wird./pac


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