Nister: Wir sind nur schwer zu knacken

Verbandsliga Süd: Nidda nimmt Anlauf beim 1. Hanauer FC

06. Oktober 2017, 19:57 Uhr

Benjamin Braus gastiert mit dem SC 1960 Hanau bei Germania Ober-Roden. Foto: Patrick Scheiber

Am Sonntag hält die Verbandsliga Süd an ihrem zwölften Spieltag wieder spannende Begegnungen bereit. Erstmals wird der neue Trainer des SC 1960 Hanau Antonio Abbruzzese bei Germania Ober-Roden von der Seitenlinie coachen.

1. Hanauer FC - SC Viktoria Nidda (Sonntag, 15 Uhr)

Nach zehn Spieltagen hat der Aufsteiger 1. Hanauer FC erst eine einzige Niederlage einstecken müssen, und die datiert vom 20. August gegen Rot-Weiß Darmstadt. Folglich strotzt der Tabellendritte nur so vor Selbstbewusstsein. Nicht auszudenken, wenn die Hanauer mehr als nur eines von fünf seiner Heimspiele gewonnen hätte. Jedenfalls kamen die Zuschauer mit mehr als drei Toren pro Spiel im Durchschnitt fast immer auf ihre Kosten.

Fremder Boden ist bis jetzt noch nicht so das Ding vom SC Viktoria Nidda. Mit einem Punkt aus vier Auswärtsspielen besteht diesbezüglich Nachholbedarf: "Unsere Auswärtsbilanz ist ausbaufähig, ich kann aber grundsätzlich keine Problematik zwischen unseren Heim- und Auswärtsspielen erkennen. Wir treten jeweils gleich an. Um am Sonntag was mitzunehmen, brauchen wir einen richtig guten Tag. Der Gegner ist richtig gut und in puncto Erfahrung ist uns Hanau um Welten überlegen. Man sieht es aber immer wieder, dass in der Liga jeder jeden ärgern kann und oftmals nur Nuancen entscheiden", hofft Niddas Coach Carsten Weber auf einen guten Auftritt seiner Elf. (cw)

Türk Gücü Friedberg - TS Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)

Nachdem Türk Gücü Friedbergs Trainer Mustafa Fil nach der 1:3-Heimniederlage seiner Elf gegen den SC 1960 Hanau mit der Auslobung des 40 Punkte-Ziels ordentlich die Levitten gelesen hatte, fruchtete das mächtig. Es folgten zwei Auswärtssiege und jetzt gastiert die TS Ober-Roden in Ober-Rosbach: "Obwohl wir zweimal in Folge gewonnen haben, sind wir dennoch in keiner guten Verfassung. Am Sonntag wird das ein Spiel auf Augenhöhe. Ober-Rodens Spieler sind top ausgebildet und haben eine starke Abwehr. Wir leiden momentan an einer gewissen Herbstmüdigkeit", relativiert Fil den optischen Tabellenabstand.

Bei der TS Ober-Roden lief das genau umgekehrt: Zwei Heimniederlagen zuletzt ließen die Gäste auf den ersten thoretischen Abstiegsplatz abrutschen: "Die Offensivpower und das letzte Quäntchen Glück fehlen bei uns zur Zeit. Wir sind alles andere als zufrieden", äußerte sich Daniel Nister zu den jüngsten Niederlagen. Zum Gegner sagte Nister: "Es wird alles andere als einfach, weil sie eine gute Offensive haben und hoch pressen werden. Für unsere Defensive ist das eine schöne Herausforderung, und es wird ein spannendes Spiel", und weiter: "Wir sind nur schwer zu knacken und lassen aus dem Spiel heraus kaum Tore zu. Bisher sind die Gegentore immer nach einem ruhenden Ball gefallen." Auch in Friedberg werden Stammspieler wie Thomas Barowski, Dennis Profumo, Dejan Djordjevic, Cengiz Veisoglu und Feta Suljic verletzungsbedingt ausfallen. (cw)

Rot-Weiss Frankfurt II - Vatanspor Bad Homburg (Sonntag, 15 Uhr)

Nach der bösen 1:7-Schlappe vom Dienstag gegen Germania Ober-Roden ist die Reserve des Hessenligisten am Sonntag gegen Vatanspor gefordert. Rot-Weiss-Kapitän Patrick Gürser fordert von seinem jungen Team Wiedergutmachung: "Wir müssen geschlossen gegen den Ball arbeiten und besser verteidigen. Zudem müssen wir die Chancen besser verwerten". Von der höchsten Saisonniederlage lässt sich Gürser aber nicht beirren: "So Spiele gibt es. Wir lassen uns nicht dadurch entmutigen". Vor den Gästen aus der Kurstadt hat der Captain Respekt: "Eine sehr gute Truppe mit einer guten Balance zwischen Defensive und Offensive. Es wird ein schweres Heimspiel, aber wir wollen unseren Spielstil durchsetzen", gibt sich der 25-jährige kämpferisch.

In den bisherigen zehn Saisonspielen gab es für die Bad Homburger derartig viele wechselvolle Ergebnisse, dass TSV-Sportmanager Hüseyin Güven anmerkt: "Unsere Ergebnisse spiegeln sich im momentanen Wetter wider. Mal Sonne, mal Regen, mal Wind. Unsere guten Aktionen machen wir uns durch kapitale individuelle Fehler wieder kaputt", hadert der Funktionär.

Zu viele Spieler, darunter auch Leistungsträger, seien derzeit außer Form. Güven betont, dass die Mannschaft derzeit auch gute Sachen produziere. So entstand der Ausgleich am Dienstag bei Viktoria Nidda aus einer "traumhaften Aktion". Am Ende stand aber eine 1:2-Niederlage zu Buche, die der Sportmanager als "völlig unnötig" einstufte. Im Auswärtsspiel am Sonntag wollen die Bad Homburger aber wieder ein Erfolgserlebnis einfahren.

Güven warnt zugleich vor einer "jungen und dynamischen Mannschaft, die wir niemals unterschätzen dürfen". Seine Forderung für den Auftritt am Brentanobad: "Wir müssen die individuellen Fehler abstellen. Dabei nehme ich jeden Spieler in die Pflicht. Dazu brauchen wir einen Dreier, um unsere Punktzahl zu erhöhen und bis zur Winterpause die 30-Punkte-Marke zu erreichen". (pa)

SG Bruchköbel - SV FC Sandzak (Sonntag, 15 Uhr)

Die sportliche Talfahrt geht in Bruchköbel unvermittelt weiter. Nach wie vor steht der Verein von der Hanauer Kante mit nur einem Punkt auf dem letzten Tabellenplatz, der Abstand zu den Nichtabstiegsplätzen beträgt jetzt schon elf Zähler. Für SGB-Trainer Carsten Keller kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: "Wir haben noch 24 Spiele, bei denen 72 Punkte zu vergeben sind. Wir schauen von Spiel zu Spiel und werden uns irgendwann für den betriebenen Aufwand belohnen, vielleicht schon gegen Sandzak". Der Grund für Kellers Optimismus: Die gute Vorstellung gegen Türk Gücü Friedberg, als Bruchköbel gegen den Tabellenzweiten zur Halbzeit ein 1:1 hielt und am Ende relativ knapp mit 1:3 unterlag.

"Wir kriegen personell von Woche zu Woche mehr Leute dazu, wir müssen Geduld zeigen und Punkte sammeln. Aufgeben werden wir nicht", betont Keller. Beim Balkan-Klub aus Frankfurt-Bonames bedeutet Rang 14 momentan nicht, dass der Aufsteiger den eigenen Erwartungen hinterher hinkt. Vielmehr steht Sandzak nur deshalb unter dem Strich, weil der Sechs-Punkte-Abzug wegen fehlendem Unterbau jetzt schon vollstreckt wurde.

Andernfalls würde sich das Team von Trainer Aleksandar Pajic unter rein sportlichen Gesichtspunkten auf Rang sechs wieder finden. Ein weiterer Beleg für die Ligatauglichkeit der Serben war der 2:1-Sieg gegen die Usinger TSG am Dienstag. "Dieses zweite Spiel innerhalb von 48 Stunden hat mir gezeigt, dass wir mehr Kapazität haben. Wir haben nicht gut gespielt, aber das Spiel gegen einen unangenehmen Gegner mit einer kämpferischen Leistung gedreht", resümierte Pajic.

Jedoch leistete sich der Haitianer Shelby Printemps nach seinem Siegtreffer einen Aussetzer und sah die Rote Karte. "Shelby muss lernen, wie man sich in solchen Situationen benimmt, mit der Roten Karte müssen wir nun leben", sagte Pajic zum Platzverweis. Dass der Gegner Tabellenletzter ist, bewertet Pajic so: "Ich bin schon so lange im Fußball dabei. Ich zolle jedem Gegner meinen Respekt. Warum die nur einen Punkt haben, das interessiert mich nicht. Für uns ist das die Möglichkeit, mit einem Sieg über die Abstiegslinie zu kommen. Denn jeder Punkt ist für uns Gold wert". (pa)

Germania Ober-Roden - SC Hanau 1960 (Sonntag, 15 Uhr)

Beim 7:1-Kantersieg der Germania bei Rot-Weiss Frankfurt II wurde Antonio Abbruzzese als Zuschauer gesichtet. Der Grund wurde erst im Nachhinein klar: Zu diesem Zeitpunkt stand schon fest, dass der frühere Trainer des Lokalrivalen Hanauer FC 93 die 1960er als neuer Coach übernehmen würde. "Mit hat die Außenlinie gefehlt. Als Trainer ist das schon ein anderes arbeiten, als wie zuletzt als Pressesprecher bei Hessen Dreieich, obwohl das auch eine tolle Erfahrung war", verdeutlicht der 50-jährige Italiener. Der UEFA-A-Lizemz-Inhaber konnte sich am Tag der deutschen Einheit sowohl ein Bild vom kommenden Gegner, als auch von seinem eigenen Team machen. "Germania Ober-Roden hat eine starke Mannschaft, die sowohl konter-, als auch angriffsstark ist. Die erste Aufgabe wird es sein, den beeindruckenden Angriff mit Fabian Bäcker und Marco Christophori-Como auszuschalten", sagte Abbruzzese über die Rödermarker.

Hinterher wohnte der neue Trainer dem 4:2-Sieg bei Viktoria Urberach bei und meinte: "Wir haben sehr gut gespielt und in den entscheidenden Momenten zugeschlagen. Dabei haben wir sehr viel Laufarbeit verrichtet. Negativer Aspekt war die Rote Karte gegen Stürmer Semih Aydilek, der den 1960ern in den kommenden Spielen gesperrt fehlen wird. "Das ist ein schwerwiegender Ausfall", findet der neue Trainer, meint aber auch: "Wir lassen uns dadurch nicht abhalten. Wir wollen unser Spiel aufziehen und die durchaus beobachteten Schwächen der Ober-Rodener ausnutzen".

Zu den Ambitionen von Hanau 1960 hob Abbruzzese hervor: "Das Potenzial ist vorhanden, davon konnte ich mich überzeugen. Aber die Verbandsliga Süd ist eine schwierige Klasse. Das wird eine lange Geschichte bis zum Schluss, bevor wir wissen, wohin die Reise geht". Unterdessen ist Germania-Torjäger Marco Christophori-Como nach seinem Hattrick in Frankfurt mit mittlerweile 16 Toren in der Torjägerliste davon gezogen. Und das, obwohl der Goalgetter beim 7:1-Sieg zunächst auf der Bank Platz nahm. "Er war unter der Woche etwas erkältet und hat am Sonntag nicht gespielt. Am Dienstag kam er wieder dazu und wenn wir wissen, welche Qualität wir mit ihm auf der Bank haben, sehe ich für jede Abwehr schwer. Der Hattrick freut uns um so mehr", sagte Germanias Teammanager Daniel Hoffstadt und ergänzte: "Unser schwacher Beginn war von außen schwer zu analysieren. Entweder war es die fehlende Anspannung und die Körpersprache oder es war der gute Gegner. Es war eine Mischung aus beidem, der Gegner hat es offensiv gut gemacht und sehr gut kombiniert. Dadurch haben sie uns vor Probleme gestellt. Erst nach der Anfangsphase hatten wir das Spiel im Griff". (pa)

Rot-Weiß Darmstadt - FC 07 Bensheim (Sonntag, 15 Uhr)

Nach drei Niederlagen in Folge hat sich Rot-Weiß Darmstadt durch den 2:1-Auswärtssieg bei der TS Ober-Roden wieder gefangen: "Den Schwung wollen wir auf jeden Fall mitnehmen und vor allem unseren Zuschauern zu Hause wieder besseren Fußball zeigen", ist Rot-Weiß Darmstadts Trainer Dominik Lohrer optimistisch. Alledings weist er auch auf die Stärken der Bensheimer hin: "Ich habe sie in der letzten Saison schon mehrmals gesehen.Die haben eine sehr talentierte Mannschaft, sind nicht einfach zu bespielen und treten geschlossen auf", so Lohrer.

Bensheims Trainer Ludwig Brenner möchte mit seiner Elf nach zwei Niederlagen in Folge aber auch wieder punkten: "Wenn wir die Punkte schon nicht zu Hause holen, dann muss eben auswärts was gehen", rechnet Bensheims Trainer Ludwig Brenner ganz sachlich vor. "Wir müssen schauen, dass wir wieder in die Erfolgsspur kommen. Dass das natürlich beim Hessenliga-Absteiger Rot-Weiß Darmstadt sehr schwierig werden dürfte, ist uns bewusst, denn ich sehe sie durch die Ligaumstellung erst jetzt so richtig in der Verbandsliga angekommen." (cw)

Kommentieren