Noch eine Saison bis zum Karriereende

Vincent Müller startet in Magdlos seine persönliche Abschiedstournee

07. Juni 2016, 11:39 Uhr

Vincent Müller (links, hier noch im Trikot der Spvgg. Hosenfeld im Duell mit Großenlüders Hendrik Bachmann) spielt in der kommenden Saison in Magdlos. Foto: Ralph Kraus

Nach einem Jahr in Hauswurz zieht Vincent Müller weiter. Der 24-Jährige wechselt zur SG Magdlos und trifft dabei auf seinen guten Freund und ehemaligen Mitspieler, Mario Hartmann. Mit dem Defensiv-Allrounder kann der Schlüchterner A-Ligist jedoch nur eine Saison planen - nach der kommenden Spielzeit möchte Müller seine Fußballkarriere nämlich beenden.

Grund dafür ist Müllers beruflicher Werdegang. Seit Mai betreibt der 24-Jährige seinen eigenen Metzgerladen, der natürlich viel Zeit in Anspruch nimmt. "In einer Woche stehe ich gut 60 bis 70 Stunden im Laden, teilweise bis 22 Uhr", erklärt Müller. Der Hauptgrund für sein Karriereende im kommenden Jahr ist aber das Verletzungsrisiko. "Wenn ich länger ausfalle, ist das ein Problem, schließlich stehe ich tagtäglich. Da kann ich den Laden gleich zumachen. Ich verdiene nunmal mein Geld mit Arbeit und nicht mit Fußball. Die berufliche Schiene ist jetzt einfach wichtiger, weshalb ich nur noch ein Jahr spielen möchte."

Und diese letzte Saison wird Müller in der A-Liga Schlüchtern spielen, bei der SG Magdlos. Dort trifft er auf seinen ehemaligen Mitspieler beim SV Buchonia Flieden II, Mario Hartmann, der dort seit einem Jahr als Spielertrainer fungiert. "Mario ist einer meiner besten Freunde, ein sehr guter Kumpel. Ich habe ihm versprochen, dass ich noch einmal unter ihm spielen werde", erklärt der Defensiv-Allrounder. Und so ein Versprechen muss natürlich gehalten werden - deshalb also vor dem Karriereende noch einmal ein Vereinswechsel.

Doch obwohl die eine Saison in Magdlos die einzige bleiben wird, hat Müller sich einiges vorgenommen. "Ich möchte wie schon in Hauswurz sofort eine Führungsposition einnehmen. Ich möchte mein Wissen und meine Erfahrung weitergeben", betont der ehemalige Verbandsligaspieler. Und mit dem Verein soll am besten der starke dritte Platz bestätigt werden. "Das zweite Jahr ist für einen Aufsteiger immer das schwierigste. Wir wollen nichts mit dem Abstieg zu tun haben und eine gute Rolle spielen", betont Müller. Ein Aufstieg in die Kreisoberliga Süd sei indes kein Thema.

Dort spielte der 24-Jährige in der vergangenen Saison mit dem SV Hauswurz. Mit einem unerfreulichen Ergebnis. Als Vorletzter musste der SVH direkt wieder in die A-Liga runter. "Viele Faktoren haben eine Rolle gespielt, zum Beispiel Verletzungen und Undiszipliniertheiten. Wir haben es auch einfach nicht verdient gehabt, die Liga zu halten. Wir haben zu viele schlechte Spiele abgeliefert. Aber vielleicht ist es gar nicht so schlecht, einen Neuanfang in der A-Liga zu starten. Die Mannschaft hätte es sich jedenfalls verdient, um den Aufstieg mitzuspielen."

Autor: Steffen Kollmann