SVS im Pech
Nolte allein erledigt SVS
Hessenliga: Starke Leistung, deutliche Pleite
Tim Kleemann sah einmal unglücklich aus, hielt zweimal überragend und verursachte einen Elfmeter. Foto: Charlie Rolff
Denn eigentlich stand der TSV Stadtallendorf in Durchgang eins nur Spalier, ermöglichte den Gästen zahlreiche gute Gelegenheiten und hatte mehr Glück als Verstand, dass der SVS bis zum Pausentee nicht traf. Am knappsten ging es bei den direkten Freistößen von Sasa Dimitrijevic (17.) und Petr Kvaca (36.) zu, die jeweils an den linken Pfosten klatschten. Aber auch die Soli vom ganz starken Leon Wittke (28.) oder Kvaca (41.) hätten Tore verdient gehabt, doch zweimal landete der Ball am Außennetz. Überhaupt hatte Steinbach deutliche Vorteile am Ball gegen überhaupt nicht auf Spannung wirkende Gastgeber.
Dass es zur Pause dennoch 2:0 für Stadtallendorf stand, lag in vier schwachen Minuten des SVS begründet: So wurde die mutige Spielweise in der zehnten Minute abgestraft, als Jascha Döringer den Gegenstoß nach vorne trug und Felix Nolte den Ball präzise im kurzen Eck unterbringen sollte – haltbar für SVS-Keeper Tim Kleemann. Und gleich der nächste Angriff sorgte für das 2:0, weil Alin Neacsu trotz seiner Erfahrung viel zu unbedarft in den Zweikampf gegen Laurin Vogt ging und einen vollkommen unnötigen Elfmeter produzierte. Nolte ließ sich diese Chance nicht nehmen (12.), vergab wiederum zwei Minuten später aus guter Position seinen Hattrick. Vor- und nachher ließ der SVS im ersten Durchgang nichts zu.
Eintracht reißt sich am Riemen
Dennoch wog die Bürde für den SVS für die zweite Halbzeit gegen eine sich nun am Riemen reißende Eintracht zu hoch. Zwar hatte auch der Gast einmal noch die Gelegenheit zu verkürzen (48.), aber insgesamt war Stadtallendorf nun deutlich aktiver. Verhinderte Kleemann gegen Matthias Pape noch stark den Knock-Out (54.), war er gegen Noltes Abschluss Alleingang von der Mittellinie machtlos (59.). Kristian Gaudermann hatte den Ball in die Tiefe gespielt, und der Rechtsverteidger war der beste Beleg für die deutliche Leistungssteigerung der Eintracht.
Vor der Pause ließ sich Gaudermann mehrfach von Wittke vernaschen, nach der Pause setzte er selbst Offensivakzente en masse. Und bevor sich Nolte den Sonderapplaus von der Tribüne abholte, zeigte er sich generös, weil er den zweiten Strafstoß (Kleemann an Damijan Heuser) Vogt überließ, der den Schlusspunkt setzte. Auch weil sich Kleemann im Nachgang noch einmal auszeichnen durfte – und einen unhaltbaren gegen Leon Krasniq hielt.
Die Statistik:
Eintracht Stadtallendorf: Olujic – Gaudermann, Pape, Vidakovics, Jovic – Döringer, Zlidzovic – Heuser, Vogt (69. Krasniq) – Nolte (71. Schott), Silva (46. Mitrou).
SV Steinbach: Kleemann – Bott, T. Wiegand, Neacsu, F. Wiegand (56. Ristevski)– Kücükler, M. Wiegand – Kvaca, Dimitrijevic (65. Koch), Wittke – Ullrich (71. Stadler).
Schiedsrichter: Boris Reisert (TG Ober-Roden).
Zuschauer: 606.
Tore: 1:0 Felix Nolte (10.), 2:0 Felix Nolte (12., Foulelfmeter), 3:0 Felix Nolte (59.), 4:0 Laurin Vogt (67., Foulelfmeter).

