Nur Mut, Herr Kehl!
Götze würde sich über ein kurzes Comeback freuen
Ein Aprilscherz war es nämlich nicht, dass Tim Wiese an jenem Samstag für den schwäbischen Kreisligisten SSV Dillingen auflief. Ganz ehrenwerte Gründe führte der Ex-Nationalspieler an: Dem so gebeutelten Amateurfußball habe er mehr Aufmerksamkeit schenken wollen, dazu frischte er mit seinem wohl einmaligen Einsatz die Vereinskasse des Achtligisten gehörig auf. Dass er am Ende zweimal hinter sich greifen musste? Geschenkt!
Vielmehr feierte er auf seine Einladung hin mit beiden (!) Mannschaften bis morgens um 6 Uhr ausgiebig den für alle Beteiligten einmaligen Tag. Dass er sich in den sozialen Netzwerken neben Anerkennung viel Häme anhören musste, das wusste er vorher, das lag allerdings eher an seinen Vorgeschichten. Dass statt 2000 Zuschauern pro Saison plötzlich 2200 Kiebitze bei einem einzigen Heimspiel Dillingens vor Ort waren? Sein Verdienst!
Und was hat das nun mit Sebastian Kehl gemein? Dem gebürtigen Lahrbacher wird unter BVB-Fans noch immer Heldenstatus zuteil. Und das völlig zurecht, denn der langjährige Kapitän des Ballspielvereins aus Dortmund stand stets für die Attribute, die Fans immer weniger in den Bundesliga-Stadien bewundern dürfen. Vom Magazin „11 Freunde“ wurde er einst zum „Typ des Jahres“ gekürt. Und solche Typen findet man eben in der Kreisklasse, erst recht in der Rhön. Da wäre es doch wunderbar, wenn er sein wirklich letztes Pflichtspiel gemeinsam mit seinen Brüdern Benjamin und Alexander in Lahrbach bestreiten würde.
Da, wo er herkommt. Da, wo er die ersten kleinen Schritte als Fußballer gegangen ist, die später in Yokohama, London, Rotterdam, Dortmund oder Berlin zwar nicht immer zu den ganz großen Titeln genügten, aber dennoch eine große Fußballerkarriere fast perfekt machen konnten. Rund könnte die Karriere ein letzter Auftritt in der Heimat machen. Vielleicht im letzten Saison-Heimspiel gegen Hünfeld II, da waren Sie ja schon im Hinspiel Zaungast, kennen Stärken und Schwächen des Gegners und der Aprilscherz bekäme doch noch eine ganz nette Pointe.
HIER gibt's übrigens den Aprilscherz des HSV nachzulesen.

