KOL Mitte auf der Zielgeraden

Ohne Baldrian in die kommenden Spiele

22. Oktober 2021, 12:10 Uhr

Wollen spätestens in eine rwoche den Einzug in die Play-Offs feiern. Die Fans des RSV Margretenhaun. Foto: Torgranate

Für den RSV Margretenhaun geht es wie für die halbe Liga auch in den letzten beiden Spielen der Kreisoberliga Mitte darum, sich für die Play-Off-Runde zu qualifizieren. Trainer Torsten Renz (45) bleibt vor dem Saisonfinale aber gelassen.

Haben Sie sich bereits Baldriantropfen eingekauft? Die werden Sie für das spannende Finale vielleicht brauchen.

Wir haben im Fußball schon ganz schön viel erlebt und ja, das ist eine sehr spannende Konstellation. Jeder noch so kleine Fehler kann entscheidend sein. Am Ende wird sich der durchsetzen, der in den kommenden 180 Minuten am cleversten war. Aber ich schaffe das ohne Baldrian.

Was lief im bisherigen Saisonverlauf gut, was muss sich zwingend ändern?

Nervig sind vor allem die vielen personellen Ausfälle und Umbauten innerhalb der Mannschaft. Wir haben kein einziges Mal nacheinander mit der gleichen Startelf beginnen können. Ich muss sagen, dass das als Trainer fast schon keinen Spaß mehr macht, denn die Jungs können sich weder einspielen noch kannst du im Training etwas einstudieren. Dafür ist es toll, wie die Jungs – auch die aus der Zweiten – die ständigen Lücken kompensieren. Die ersten sechs, sieben Spieltage haben wir das Maximum herausgeholt, aber danach hätte es besser laufen können. Ich will die vielen Ausfälle nicht alleine an der Corona-Pause festmachen. Wenn du als Spieler in vielen Trainingseinheiten fehlst, bist du eben anfälliger.

Wie ist Ihr Gefühl vor den beiden Endspiel-Tagen?

Gemischt. Die Statistik lügt ja nicht und da haben wir nunmal nur eines der vergangenen sieben Spiele gewonnen. Wir kommen nicht aus einer Ausgangslage, dass wir befreit und völlig selbstbewusst aufspielen können. Aber wir wissen alle, dass wir jeden Gegner in der Liga schlagen können und dass wir an einem guten Tag immer in der Lage sind, richtig guten Fußball spielen zu können. Von daher gehen wir mit Chancen in diese beiden Spiele.

Was dem RSV fehlt ist ein überdurchschnittlich guter Torjäger.

Das stimmt, auch weil wir beispielsweise mit Florian Bug einen guten Mann verloren haben. Wir lösen das aktuell alles intern und mit sehr unterschiedlichem Personal. Ein Goalgetter mit dem Laufverhalten eines echten Stürmers täte uns gut.

Gegen Haimbach, Hilders/Simmershausen und Nüsttal hat man Punkte abgegeben, dafür hat man Dipperz/Dirlos und Pilgerzell aus der Spitzengruppe geschlagen. Wie ist das zu erklären?

Dipperz/Dirlos und Pilgerzell hatten wir im ersten Drittel der Saison, da waren wir auf einer Erfolgswelle und hatten auch ein bisschen Glück. Aber wir haben uns diese Siege redlich erkämpft. Haimbach dagegen war ein Schlüsselspiel für uns. Wir führen 3:1 und müssen das einfach viel cleverer zu Ende bringen. Wenn wir uns da geschickter angestellt hätten, dann wäre vielleicht ganz am Schluss noch ein deutlicherer Sieg herausgesprungen. Haben wir aber nicht und so stand es am Ende 3:3.

Jetzt geht es noch gegen den Türkischen SV und zu Kiebitzgrund/Rothenkirchen. Wie groß ist der Druck, in die Play-Offs kommen zu müssen?

Es gibt keinen Druck. Den müssen wir uns auch nicht einreden lassen, denn es sind nicht die letzten Spiele der Saison, in denen es um den endgültigen Abstieg geht. Natürlich wäre es schön, unter die ersten acht Teams zu kommen und das war auch unser Saisonziel. Entscheidend ist, dass wir unsere Leistung abrufen und dann sehen wir, zu was es letztlich reicht.

Hofbieber hat es geschafft, Dipperz/Dirlos, Pilgerzell und Bachrain, setzen wir einfach mal voraus, auch. Wagen Sie doch mal einen Tipp, wer die restlichen vier Vereine sein werden?

Margretenhaun natürlich, dazu sehe ich Sickels vorne. Eigentlich würde ich auch Edelzell/Engelhelms nennen, aber die haben wie Schlitzerland das Problem, dass sie beide noch gegen Hofbieber spielen müssen.

Margretenhaun wankt zwischen A-Liga und KOL-Mittelmaß und hat so ein wenig ein „Graue-Maus-Image“ Kann man das mittelfristig ablegen?

Wir versuchen, das Maximale herauszuholen, wobei das nicht immer ein Aufstieg sein muss. Sich in der Kreisoberliga langfristig zu etablieren, wäre schon ein guter Schritt.