"Ohne den Sieg wäre es für uns vorbei gewesen"

Verbandsliga Süd: Neu-Isenburg in Usingen spielbestimmend

21. Mai 2017, 19:00 Uhr

Durch einen Doppelpack von Atzberger durften die Neu-Isenburger in Usingen einen Sieg bejubeln. Foto: Patrick Scheiber

Im vorletzten Spiel der Verbandsliga Süd wurden noch einmal viele Tore erzielt. Der VfR Fehlheim hat gegen den Tabellenletzten aus Großkrotzenburg durch einen 9:1-Sieg kommende Woche noch die Chance auf den Klassenerhalt, sollte die Konkurrenz patzen. Auch im Aufstiegsrennen ist noch nichts entschieden. Usingen verpasste gegen Neu-Isenburg die Sensation, nachdem sie sich nach der Führung noch mit 1:2 geschlagen geben mussten.

Usinger TSG - Spvgg Neu-Isenburg 1:2 (1:0)

Nachdem Schiedsrichter Sebastian Klein die Partie abpfiff, rannten die Neu-Isenburger zu ihrem Torwart und feierten ihn, denn sie wussten, wem sie den Sieg zu verdanken hatten. Neben dem Doppeltorschützen Aljoscha Atzberger war Torwart Lazar Kacarevic der beste Mann auf Seiten der Gäste. "Er hat Weltklasse gehalten, das habe ich in der Verbandsliga so auch noch nicht erlebt", lobte Usingens Trainer Marcel Kopp den gegnerischen Torhüter. Kopp hatte mit seiner Mannschaft erneut die Überraschung verpasst, obwohl die Gastgeber in Führung gehen konnte. Nach einem Pass von Tim Pelka umspielte Patrick Lerch seine Gegenspieler, um danach in den Winkel zu treffen. Durch den Rückstand drehten die Gäste in der zweiten Hälfte auf. Ein Doppelpack von Aljoscha Atzberger (60./66.) drehte die Partie zugunsten der Neu-Isenburger. "Wir haben zweimal geschlafen und unsere Chancen nicht genutzt. Trotzdem konnten wir dem Gegner Paroli bieten", fasste Trainer Kopp die Niederlage zusammen. Trotz der Pleite hat die TSG am letzten Spieltag es selbst in der Hand den Klassenerhalt in Oberrad perfekt zu machen. Für Neu-Isenburg geht es zuhause gegen Ober-Roden um den Aufstieg. "Wir waren die spielbestimmende Mannschaft in der ersten Halbzeit", sagte Neu-Isenburgs Trainer Peter Hoffmann und erwähnte sinnbildlich den doppelten Pfostenschuss von Johannes Günther in der 30. Minute. "Für den Kopf war der Rückstand zur Pause nicht gut, wir hatten dann auch bei einem Lattenschuss von Tim Pelka das Quäntchen Glück. Das hätte den Spielverlauf aber komplett auf den Kopf gestellt", berichtete Hoffmann und ergänzte: "Usingen konnte uns körperlich nicht mehr folgen und wir haben das 3:1 versäumt".

Schiedsrichter: Sebastian Klein (Frankenberg).
Zuschauer: 250.
Tore: 1:0 Patrick Lerch (38.), 1:1 Aljoscha Atzberger (60.), 1:2 Aljoscha Atzberger (66.).

SV 07 Geinsheim - FV Bad Vilbel 0:3 (0:2)

"Bad Vilbel hat heute verdient gewonnen", äußerte sich Geinsheims Pressevertreter Uwe Ginkel. Mit gleich zwei Fehlern gerieten die Gastgeber, die bereits in der vergangenen Woche abgestiegen waren, in Rückstand. Alexander Bauscher und Benjamin Sabic trafen innerhalb von einer Minute zur 2:0-Führung für Bad Vilbel. Zehn Minuten vor Spielende entschied Imran Barkok mit seinem Treffer dann die Partie endgültig für sich. Aus diesem Grund könnte Bad Vilbel am kommenden Wochenende noch auf Platz zwei klettern, sollte die Konkurrenz aus Neu-Isenburg oder Ginsheim patzen. Bad Vilbel bleibt bis zum letzten Spieltag im Rennen um die Aufstiegsrunde zur Hessenliga. "Für uns hat sich nichts geändert, wir versuchen gegen Kalbach zu gewinnen und dann schauen wir, was Neu-Isenburg macht", kündigte FV-Trainer Amir Mustafic an und betonte: "Was wir mit dieser tollen Rückrunde erreicht haben, ist unabhängig vom Ausgang des letzten Spieltags hervorragend".

Schiedsrichter: Joschka Pfeifer (Rimbach).
Zuschauer: 50.
Tore: 0:1 Alexander Bauscher (13.), 0:2 Benjamin Sabic (14.), 0:3 Imran Barkok (80.).

Vatanspor Bad Homburg - Spvgg Oberrad 5:2 (4:0)

Bereits in der ersten Hälfte hatten die Bad Homburger die Partie für sich entschieden. Eugen Schiffmann, ein Doppelpack von Ibrahim Cigdem und ein Eigentor von Oberrads Spielertrainer sorgten für die 4:0-Halbzeitführung. "Man hat gemerkt, dass bei uns die Luft raus ist, nachdem wir letzte Woche abgestiegen sind. Mit mehr Pech hätten wir auch noch höher verlieren können", fasste es Baldo di Gregorio nach Spielende zusammen. Deshalb soll in der nächsten Woche im Heimspiel gegen Usingen noch einmal Gas gegeben werden. In der zweiten Hälfte trafen zwar Vedran Plavsa und Fnan Tewelde für die Gäste, doch das änderte nichts an der Niederlage, weil auch Mustafa Ridvan Saniyeoglu noch für Vatanspor, für die es um nichts mehr geht, traf. So endete die Partie mit einem 5:2-Sieg für die Hausherren. "Es war ein typischer Sommerkick, aber dennoch ein schöner Fußballtag. Wir haben konzentriert gespielt und hätten 9:0 oder 10:0 führen müssen. In der zweiten Hälfte haben wir abgebaut und Oberrad wollte sich nicht abschlachten lassen", kommentierte Vatanspors Trainer Hüseyin Güven und hielt an seinem Saisonabschlussplan fest: "Wir wollen die 50 Punkte, dafür brauchen wir noch einen Punkt".

Schiedsrichter: Partick Werner (Darmstadt).
Zuschauer: 80.
Tore: 1:0 Eugen Schiffmann (6.), 2:0 Ibrahim Cigdem (31.), 3:0 Ibrahim Cigdem (42.), 4:0 Baldo Di Gregorio (45./Eigentor), 5:1 Vedran Plavsa (61.), 5:1 Mustafa Ridvan Saniyeoglu (66.), 5:2 Fnan Tewelde (90.).

FC Kalbach - SG Bruchköbel 3:2 (2:1)

"Wir haben uns das Leben selbst schwer gemacht und haben die Chancen liegen gelassen, weshalb wir bis zum Schluss zittern musste. Das passt zur derzeitigen Gesamtsituation im Abstiegskampf, weil es spannend war bis zum Schluss", erklärte Kalbachs Co-Trainer nach Abpfiff. Carmine Iannone durfte zunächst die Führung von Florian Kister bejubeln, ehe Antonio Sbano nur drei Minuten später ausglich. Vor dem Halbzeitpfiff gelang es den Hausherren durch Stjepan Jurisic erneut in Führung zu gehen. In der zweiten Hälfte glich Lukas Gottwalt erneut für Bruchköbel aus, doch es sollte nicht zum Punktgewinn reichen, weil Florian Kister für die Entscheidung zugusten des FC sorgte. Gottwalt hatte in der 90. Minute dann noch den Ausgleich auf dem Fuß, konnte den Ball aber nicht im Netz unterbringen. "Kalbach hat mit unglaublich hohem Tempo gespielt und war gefährlicher nach vorne, das erst in der zweiten Hälfte nachgelassen hat, trotzdem haben sie nicht unverdient gewonnen", äußerte sich Bruchköbels Pressewart Michael Kwasniok nach Abpfiff. Beide Mannschaften haben den Klassenerhalt am letzten Spieltag nun in der eigenen Hand. Während Kalbach in Bad Vilbel gastiert, empfängt Bruchköbel Fehlheim, die den Klassenerhalt auch noch schaffen könnten, sollte die Konkurrenz patzen. Auf Kalbach und Bruchköbel warten also keine leichten Aufgaben.

Schiedsrichter: Frederic Kaufmann (Nierstein).
Zuschauer: 120.
Tore: 1:0 Florian Kister (14.), 1:1 Antonio Sbano (17.), 2:1 Stjepan Jurisic (36.), 2:2 Lukas Gottwalt (51.), 3:2 Florian Kister (83.).

VfR Fehlheim - Germania Großkrotzenburg 9:1 (3:1)

Die Fehlheimer feierten gegen den Tabellenletzten, der das letzte Spiel in dieser Saison bestritt und am nächsten Wochenende spielfrei ist, ein Schützenfest. Nach einer Flanke von Joshua Rettig köpfte Dominik Thomas Melzer den Ball ins Netz und sorgte mit diesem Treffer für die Führung der Hausherren. Nur fünf Minuten später gelang es Melzer, auf 2:0 zu erhöhen, wodurch deutlich wurde, dass die Fehlheimer früh für eine Entscheidung sorgen wollten. Doch der Tabellenletzte aus Großkrotzenburg wollte das nicht auf sich sitzen lassen und schaffte es, den Anschlusstreffer durch Joseph Lutz zu erzielen (17.). Doch nach einer Ecke des VfR köpfte Andreas Wolfenstetter den Ball ins Tor und stellte so noch vor der Pause den alten Abstand wieder her. "Wir haben von Anfang an keinen Zweifel daran gelassen, dass wir heute gewinnen wollten", äußerte sich Fehlheims Trainer nach Abpfiff. In der zweiten Hälfte durfte Martin Weinbach gleich zu Beginn einen Doppelpack von Joshua Rettig bejubeln, der die Führung auf 5:1 ausbaute. Auch Ümit Altunkapan trug zwei Treffer zum Torfestival bei, ehe Melzer per Foulelfmeter und Reimund die Schlusspunkte setzten. "Ohne diesen Sieg wäre es für uns vorbei gewesen. Nun kommt es nächste Woche darauf an, wie die anderen Mannschaften spielen, aber wir wollen auf jeden Fall gewinnen", gibt Trainer Weinbach im Abstiegskampf seine Mannschaft noch nicht auf.

Schiedsrichter: Malte Kirschner (Mainz-Kastel).
Zuschauer: 150.
Tore: 1:0 und 2:0 Dominik Thomas Melzer (7., 12.), 2:1 Joseph Lutz (17.), 3:1 Andreas Wolfenstetter (36.), 4:1 und 5:1 Joshua Rettig (50., 53.), 6:1 und 7:1 Ümit Altunkapan (73., 74.), 8:1 Dominik Thomas Melzer (79./ Foulelfmeter), 9:1 Alexander Reimund (87.).

se/pa

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