Oliver Schumacher geht zum 1. FC Langen

Verein fokussiert direkten Wiederaufstieg

01. Juni 2018, 07:00 Uhr

Foto: Thomas Zöller

Noch ist der Schock in Langen nicht verdaut. Nach dem Abstieg am letzten Spieltag aus der Gruppenliga Frankfurt Ost geht es für den Aufsteiger wieder zurück in die Kreisoberliga Offenbach. Die Kaderplanungen hierfür sind schon weitestgehend abgeschlossen und auch ein Ziel wurde bereits benannt.

Ein 9:0-Erfolg am letzten Spieltag und 44 Zähler reichten am Ende nicht die Klasse zu halten. "Bitterer kann es nicht sein", sagte ein enttäuschter Langener Verantwortlicher Pedram Navidi, der den Abstieg mit der Schalker Meisterschaft der Herzen von 2001 verglich. Damals waren die Gelsenkirchener für ein paar Minuten Meister, ehe sie erfuhren, dass die Münchner noch ein Tor erzielt hatten und Schalke somit nur Zweiter wurde. "Eine ähnliche Dramatik", wie Navidi erklärte, erreignete sich am 34. Spieltag der Gruppenliga Frankfurt Ost. Nach einem deutlichen 9:0-Kantersieg gegen die SVG Steinheim, bestand Kontakt nach Rodgau, da dort der direkte Konkurrent aus Seligenstadt spielte. Aber nicht nur dorthin wurde geschaut, sondern auch nach Altwiedermus. Dort gastierte Dietzenbach, die sich in der Nachspielzeit noch mit einem 3:2-Erfolg aus dem Keller schossen und so die Klasse hielten.

Gleichzeitig bedeutete das den Abstieg für Seligenstadt und die Langener. "Wir waren geschockt und fassungslos. Dieses Finish hat einfach perfekt zur Saison gepasst, in der uns das ein oder andere Mal das Quäntchen Glück gefehlt hat", so Langens Verantwortlicher, der aber auch betonte, dass nicht allein der letzte Spieltag ausschlaggebend für den Abstieg war. Außerdem nahm Navidi den Gegner aus Steinheim, die bereits im gesicherten Mittelfeld standen, in Schutz: "Die Kritik an Steinheim ist mir sauer aufgestoßen. Sie haben sich in den ersten 20 Minuten gewährt und hatten ihre Chancen. Es war nicht so, dass sie angereist sind, um uns den Weg zu ihrem Tor frei zu machen." Kritik übte er hingegen an den Verantwortlichen, die für den Modus in der Gruppenliga Frankfurt Ost, in der es sechs Absteiger gibt, zuständig sind. "Wir haben fünf, teilweise etablierte, Mannschaften hinter uns gelassen und am Ende hat es trotzdem nicht gereicht. Außerdem gab es sehr weite Anreise, deshalb sollte das System hinterfragt werden. Und das hätte ich auch gesagt, wenn wir nicht abgestiegen wären", sagte Navidi, der nun mit dem 1. FC Langen nach vorne blicken möchte.

Wenig Abgänge zu beklagen

Denn die Zukunft in Langen heißt für die kommende Saison Kreisoberliga Offenbach. Dort will der Absteiger wieder oben angreifen und sich einen der ersten beide Plätze sichern, um möglicherweise direkt wieder aufzusteigen. Die personellen Weichen dafür haben die Langener schon gestellt. Neben vier Neuzugängen verlassen nur drei Spieler den Verein. Stammkeeper Faruk Duman, Erkurt Aygül (bei beiden Ziel unbekannt) und Julius Reitbauer (Auszeit wegen des Studiums) werden in der kommenden Runde nicht mehr für den FC spielen. "Wir haben für beide Ligen geplant und es spricht für den Charakter der Mannschaft, dass fast alle bleiben. Davor ziehe ich meinen Hut und das hat Respekt verdient", so Langens Verantwortlicher, der sich gleichzeitig darüber freut vier neue Akteure begrüßen zu dürfen.

Eine große Überraschung dabei ist die Verpflichtung von Oliver Schumacher, der in den vergangenen Jahren in der Hessenliga unter anderem für Viktoria Griesheim und Hessen Dreieich kickte. "Er ist ein Langener Junge und mit vielen unserer Spielern befreundet. Seit anderthalb Jahren pflege ich den Kontakt zu ihm und nun hat es geklappt", äußerte sich Navidi zu Schumacher. Außerdem werden auch Max Frank (Rot-Weiß Walldorf), Max Steinbrecher (SKG Gräfenhausen) und Nico Lippert (A-Jugend Spvgg. 03 Neu-Isenburg) zukünftig das Trikot des Kreisoberligisten tragen. "Ich bin mir sehr sicher, dass alle vier eine extreme Verstärkung für uns sind", so Navidi, der anfügte, dass der Verein noch eine Verstärkung für die Offensive suchen würde. Dabei setzen die Verantwortlichen weiterhin auf das Konzept, junge und talentierte Spieler zu holen und diese zu fördern. Alles andere ist in Langen aufgrund der finanziellen Mitteln nicht möglich. Deshalb wird der Verein auch in Zukunft "nichts verrücktes" auf dem Transfermarkt unternehmen, auch weil sie von diesem Weg überzeugt sind, sagte Navidi abschließend.

Autor: Selina Eckstein

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