SG Reulbach/Brand
Orf: „Die letzten fünf Prozent fehlen“
A-Liga Fulda/Rhön: Letztes Jahr des Coaches scheint das schwerste zu werden
Andreas Gutmann (rechts, hier gegen Dennis Scheffler von Ehrenberg II) fehlt der SG Reulbach/Brand schmerzlich. Archivfotos: Ottmar Schleich, Charlie Rolff
Herr Orf, im Mai unterhielten wir uns mit Ihnen noch über eine mögliche Aufstiegsrelegation zur Kreisoberliga, nun steckt ihre SG Reulbach/Brand im A-Liga-Keller. Was ist in den vergangenen fünf Monaten passiert?
Wie meine Trainerkollegen der A-Liga Rhön nun schon häufiger angemerkt haben, ist diese Staffel einfach wahnsinnig eng. Das sind oft fünf Prozent entscheidend, ob es läuft oder nicht. In dieser Saison fehlen uns oft leider diese letzten fünf Prozent, sei es durch die Ausfälle unserer Stützen Kilian Birkenbach (Kreuzbandriss, d. Red.) und Andreas Gutmann (komplexere Fingerverletzung), zu viele Fehler hinten und mehrere ausgelassene Chancen vorne oder die Kirmeszeit in Abtsroda und Reulbach, die uns derzeit voll aus dem Rhythmus bringt. Die engen Spiele, die wir im Vorjahr meistens gewonnen haben, verlieren wir in diesem Jahr halt fast immer.
Die Rhön-Staffel ist unglaublich eng und spannend. Spricht das für oder gegen die Qualität der Liga?
Die Qualität in unserer Liga ist Jahr für Jahr gestiegen. Mein Dietershausener Trainerkollege Gabriel Mahr hat zwar gesagt, dass vieles über die kämpferische Ebene läuft, aber das muss man in meinen Augen nicht negativ auslegen. Kampf, Einstellung und Moral sind schließlich auch in der Bundesliga immer noch die wichtigsten Tugenden.
Stichwort Kampf: Haben Sie in Reihen der SG Reulbach/Brand schon den Abstiegskampf ausgerufen?
Die Lage ist kritisch und nicht zu unterschätzen. Das Spiel gegen Motten ist ein richtungsweisendes, sehr wichtiges Spiel, gerade weil wir in der Woche drauf kirmesbedingt wieder spielfrei sind. Meine Mannschaft steht am Sonntag in der Pflicht, zumal die Jungs eigentlich wissen, dass Qualität und Mentalität in ihnen steckt.
Die Mottener sind ebenfalls nicht so gut in die Spielzeit gestartet. Was für eine Partie erwarten Sie?
Ich glaube, in meinen vier Jahren hier bei der SG gab es nicht ein einziges Duell mit Motten, in dem es nicht eng und emotional zuging. Beide Mannschaften sind nicht nur in der Tabelle fast gleichauf, sondern haben eine ganz ähnliche Spielanlage. Es wird sehr spannend.
Wie sehen Ihre persönlichen Zukunftspläne nach dieser Saison aus?
Mit dem Verein und der Mannschaft ist schon seit längerem abgestimmt, dass ich nach der Saison hier aufhören werde. Die Vereine sind prima geführt, der Zusammenschluss ist super über die Bühne gegangen. Ich hoffe sehr, dass wir den Eindruck der letzten drei Spielzeiten, in denen wir immer um die 50 Punkte geholt haben, in dieser Spielzeit nicht schmälern werden. Das wäre schade, weil die Zusammenarbeit bis heute sehr gut und erfolgreich gewesen ist. Nach 18 Jahren im Trainergeschäft plane ich ein Sabbatjahr – aber im Fußball ist das mit der Endgültigkeit von Aussagen immer so eine Geschichte ...

