Pajics Parole: "Jeder Punkt ist Gold wert"

Verbandsliga Süd: Hält die Serie von Hanau 93?

13. Oktober 2017, 20:00 Uhr

Sandzaks Trainer Aleksandar Pajic wiederholt sein Saisonmotto. Foto: Jörg Schulz

Am 13. Spieltag der Verbandsliga Süd tritt Tabellenführer FV Bad Vilbel beim TSV Vatanspor Bad Homburg an. Während Verfolger Türk Gücü Friedberg spielfrei ist, könnte der seit acht Spielen ungeschlagene Aufsteiger FC Hanau 93 mit einem Sieg beim SV FC Sandzak Rang drei festigen.

TS Ober-Roden - Eintracht Wald-Michelbach (Sonntag, 15 Uhr)

Es wird das erste Spiel für die Ober-Rodener nach der Entlassung von Daniel Nister sein. Interimsweise wird deshalb der Sportliche Leiter Zivojin Juskic an der Seitenlinie stehen, der zwei Trainingseinheiten mit der Mannschaft hatte, um sie auf die Partie gegen Eintracht Wald-Michelbach vorzubereiten. "Ich habe ein paar Ideen, was ich mit meinen Spielern vorhabe, aber das geht nicht von heute auf morgen. Mir geht es vor allem darum, dass die Jungs Spaß und Freude am Fußballspielen haben", so Juskic, der von einem "wichtigen Spiel" für beide Seiten sprach. Denn die TSO und die Eintracht sind in der Tabelle eng beisammen. Aktuell trennen beide Vereine nur zwei Punkte. Nach zuletzt drei Niederlagen soll deshalb mal wieder ein Sieg für die Gastgeber her. Dass dabei auch Fehler passieren können ist dem Sportlichen Leiter bewusst: "Ich glaube, in keiner anderen Sportart werden so viele Fehler gemacht, wie im Fußball. Wenn uns welche passieren, müssen wir einfach nachsetzen. Ich traue den Jungs zu, dass sie das schaffen."

Durch den Trainerwechsel wissen die Gäste nun nicht so recht, was sie in Ober-Roden erwartet. "Die TS hat schon in der ersten Amtszeit von Zivojin Juskic einen offensiven und emotionalen Fußball gespielt. Ich denke das wird in eine ähnliche Richtung gehen. Ich erwarte eine schwere Auswärtspartie, bei der wir aber wieder an unsere Grenzen gehen", sagte Wald-Michelbachs Trainer, Ralf Ripperger vor der Begegnung bei der TSO. Auch für die Eintracht läuft es derzeit nicht rund. Nach einem 3:1-Sieg gegen den FC Bensheim folgte am vergangenen Spieltag eine 1:4-Niederlage in Urberach. "Wir haben erneut gesehen, wie es in dieser Liga läuft. Wenn man nicht konsequent genug auftritt wird jedes Spiel eine brutal schwere Aufgabe", sagte Ripperger, der kritisch hinzufügte: "Wir haben eine schwache Partie bestritten und diese auch ohne Zweifel verdient verloren. Aber wir wollen darauf eine Reaktion zeigen. Wir müssen wieder mehr emotionaler auftreten und unsere eigentliche Mentalität an den Tag legen."

Auf beiden Seiten sieht es dafür personell gut aus. Bis auf die Langzeitverletzten, stehen sowohl den Ober-Rodenern als auch der Eintracht alle Spieler zur Verfügung. Bei Wald-Michelbach könnten lediglich kurzfristig Akteure ausfallen, die derzeit gesundheitlich angeschlagen sind. (se)

FC Alsbach - Germania Ober-Roden (Sonntag, 15 Uhr)

Alsbachs Abwehr wird am Sonntag einiges zu tun bekommen, da ist sich Pressesprecher Andreas Rothermel sicher. Denn an der Bergstraße wird der Aufsteiger aus Ober-Roden gastieren, die den aktuell besten Torschützenjäger in ihren Reihen haben. Marco Christophori-Como erzielte bislang 16 Tore für die Germania und auch beim FCA sollen weitere dazu kommen, um die Auswärtsstärke zu bestätigen. Dabei sprach Ober-Rodens Teammanager, Daniel Hoffstadt, von einer "spannenden Aufgabe" auf Augenhöhe: "Alsbach steht in der Tabelle unter Druck und braucht die Punkte, um den Anschluss zu halten. Dementsprechend erwarten wir eine sehr motivierte Heimmannschaft."

Auch Alsbachs Pressesprecher erwartet keine einfache Partie. "Auch wenn es schwer wird, drei Punkte würden uns gut zu Gesicht stehen", so Rothermel, der sich sicher ist, dass die Defensive dem Gegner Stand halten wird. Allerdings gibt es in der Alsbacher Offensive derzeit "Ladehemmungen", wie Rothermel gesteht: "Ich hoffe, dass bei Marcel Daniel nun der Knoten platzt und alle drei (Marcel Daniel, Philipp Ehmig, Cengiz Gencer; Anm. d. Red.) mal zusammen spielen. Das hat bisher nicht funktioniert, weil immer jemand gesperrt oder verletzt gefehlt hat."

Im Heimspiel gegen die Germania stehen nun alle drei Stürmer zur Verfügung, was die Hoffnungen auf einen Sieg erhöht. Auch bei den Gäste sind alle Spieler, bis auf die Langzeitverletzten, einsatzbereit. (se)

SC 1960 Hanau - Rot-Weiß Darmstadt (Sonntag, 15 Uhr)

Unter der Leitung des neuen Hanauer Trainers Antonio Abbruzzese haben die Industriestädter letzte Woche einen Punkt aus Germania Ober-Roden mitgenommen. Zehn Punkte aus den letzten vier Spielen ließen den SC aus dem Tabellenkeller klettern, jetzt ist Rot-Weiß Darmstadt im Herbert-Dröse-Stadion zu Gast: "Wir wollen natürlich gerne den Lauf aus den letzten vier Wochen mitnehmen. Wir wissen jetzt, dass wir allen Mannschaften gewachsen sind. Rot-Weiß Darmstadt hat eine sehr gute Offensive, aber wir müssen unseren Job gerade in der Defensive so machen wie zuletzt", weiß Hanaus Pressesprecher Okan Sari, mit dem die Hanauer in seiner Funktion als Interimstrainer neun Punkte aus drei Spielen geholt hatten. "Wir haben uns natürlich über den Gegner informiert, fokussieren uns aber in der ersten Linie auf uns. Die Jungs haben mittlerweile die nötige Ernsthaftigkeit gespürt und wir werden versuchen, mutigen offensiven Fußball zu spielen."

Nach dem 4:4 zuletzt zu Hause gegen den FC Bensheim hat Rot-Weiß Darmstadts Trainer Dominik Lohrer als positiv mitgenommen, dass zwei Zwei-Tore-Rückstände eingeholt wurden: "Das war wirklich nicht einfach, sich derart zu fangen. Das spricht für die Moral der Jungs." Generell sieht Lohrer noch ein großes Problem darin, dass "wir viel zu viele individuelle Fehler machen. Diese gilt es abzustelllen beziehungsweise in ihrer Anzahl zu reduzieren. Jetzt gegen Hanau liegt noch eine besondere Situation mit dem Trainerwechsel und der Übernahme von Okan Sari vor. Das gibt einen neuen Input, und dass sie jetzt wieder zu Null gespielt haben, ist ein gutes Zeichen bei denen. Ich denke, dass die Tagesform entscheiden wird." (cw)

FC 07 Bensheim - Rot-Weiss Frankfurt II (Sonntag, 15 Uhr)

Seit drei Ligapartien wartet der FC Bensheim auf einen Sieg. Diese kleine Negativserie soll im Heimspiel gegen die Reserve von Rot-Weiss Frankfurt ein Ende finden. Selbstvertrauen dürfte den Kickern von der Bergstraße das jüngste 4:4 bei Hessenliga-Absteiger Rot-Weiß Darmstadt nicht gegeben haben. Denn einerseits führten die Bensheimer zur Halbzeit schon mit 4:2, mussten sich aber am Ende nach dem turbulenten Spielverlauf mit einem 4:4-Unentschieden begnügen.

Trainer Ludwig Brenner hat die Gründe für die sportliche Stagnation ausgemacht: "Wir müssen lernen, unsere Leistung auch über 90 Minuten abzurufen. Auf der Bank können wir derzeit wenig für Entlastung sorgen, weil der Kader klein ist und wichtige Spieler verletzt sind. Von daher ist es derzeit nicht möglich zu rotieren". Zum bislang letzten Mal gab es für den FC Bensheim am 17. September beim 2:1-Sieg gegen Türk Gücü Friedberg Grund zum Jubeln.

Der Klub von der Bergstraße steht auf dem neunten Rang, doch die vermeintlich gute Platzierung trügt. Den FCB trennen nur drei Punkte zur TS Ober-Roden auf dem ersten Abstiegsplatz. Entsprechend wichtig ist das Duell gegen den Tabellen-Fünfzehnten Rot-Weiss II, die ebenfalls nur drei Zähler entfernt sind. Der Gegner ist Brenner zwar noch aus der Aufstiegsrunde mit seinem alten Verein SG Unter-Abtsteinach bekannt, als sein alter Verein den Aufstieg am Brentanobad mit einer 1:2-Niederlage verpasste.

Von der damaligen Mannschaft der "Roten" ist aber nur noch Kapitän Patrick Gürser dabei. Die Gäste will Brenner auf keinen Fall unterschätzen: "Die haben Talente, die weiter kommen wollen. Sie wollen sich durch eine individuelle Perfomance für höhere Aufgaben anbieten. Für uns ist klar: Wir müssen einen Dreier holen". Gürser selbst sagt vor der Reise nach Bensheim: "Es wird Zeit für einen Dreier. Wir müssen uns für unser Spiel belohnen und die fehlenden Prozentpunkte rausholen". (pa)

Vatanspor Bad Homburg - FV Bad Vilbel (Sonntag, 15 Uhr)

Nach elf Spielen steht der TSV Vatanspor Bad Homburg auf Rang fünf der Tabelle. Mit 16 Toren hat der Klub aus der Kurstadt aber die viertschwächste Offensive der Liga, damit aber effektive 19 Punkte geholt. Nur Alsbach, die TS Ober-Roden und Schlusslicht Bruchköbel haben weniger Tore geschossen. Einen richtigen Torjäger sucht man bei Vatanspor nach dem Abgang von Torschützenkönig Ibrahim Cigdem aber vergeblich. Patrick Berschick hat drei Treffer gemacht, danach kommen vier Spieler mit zwei Toren. "Wir sind mit vielen Torschützen unberechenbarer. Aber es stimmt, dass uns ein Knipser fehlt. Wir haben aber vollstes Vertrauen in die Mannschaft. Sollte aber in der Winterpause noch Bedarf bestehen, werden wir entsprechend handeln", verdeutlicht Sportmanager Hüseyin Güven.

Den kommenden Gegner und Tabellenführer Bad Vilbel hatte der Sportmanager schon vor der Saison neben Türk Gücü Friedberg als Topfavorit eingestuft: "Meine Einschätzung hat sich bestätigt. Bad Vilbel hat eine sehr gute Truppe, die spielerisch stark und kreativ ist. Ich erwarte ein schweres Spiel, in der die Tagesform entscheiden wird". Güven hat mit sechs Punkten aus den letzten drei Auswärtsspielen einen Aufwärtstrend ausgemacht: "Es hätten auch leicht neun Zähler sein können. Wir können gegen jede Mannschaft in dieser Liga bestehen".

25 Punkte haben die Gäste vom Niddasportfeld schon gesammelt. Das liegt zum einen daran, dass es im Sommer bei den Brunnenstädtern im Gegensatz zu den Bad Homburgern keinen personellen Umbruch gab. Zum anderen verfügt Bad Vilbel mit Zoran Djordjevic und Lukas Knell über zwei Torjäger, die in den letzten Partien nicht nur treffsicher agierten, sondern auch eine mentale Stärke an den Tag legten, die dem FV vier Siege und zwölf Punkte in Folge bescherten.

Acht der elf Partien wurden gewonnen und dabei lediglich neun Gegentore kassiert. Das ist der Bestwert in der Liga. Zudem hat Bad Vilbel seit dem Aufstieg Vatanspors 2015 in allen vier Begegnungen die Oberhand behalten. Jetzt grüßen die Grün-Weißen von der Tabellenspitze und das soll auch so bleiben. "Wir haben zwar immer auf dem Kunstrasen dort gespielt, trotzdem aber gut ausgesehen. Jetzt spielen wir auf dem Rasenplatz und das kommt uns noch mehr entgegen. Es wird ein offenes Spiel. Sie haben eine stabile und lauffreudige Mannschaft. Von daher wird das kein einfaches Spiel", sagt Bad Vilbels Trainer Amir Mustafic. (pa)

Usinger TSG - SG Bruchköbel (Sonntag, 15 Uhr)

Unter der Woche hat sich die Usinger TSG kadertechnisch noch einmal mit dem 20-jährigen Dominik Sowa vestärkt. Zu den null Punkten aus den letzten drei Spielen und einer Tordifferenz von 3:12 sagt Spielertrainer Marcel Kopp: "Das Problem mit den Gegentoren hat Usingen schon seit Jahren. Nach vorne Hurra-Fußball, um anschließend Tage und Wochen zu haben, um in diese altbekannten Muster zu verfallen. In der Abwehr wird Nils-Arne Wielpütz urlaubsbedingt fehlen." Gespielt wird am Sonntag auf Kunstrasen, und Kopp sieht wie viele seine Trainer-Kollegen Bruchköbel nicht da, wo sie tatsächlich stehen: "Ich bin überzeugt, dass sie keine schlechte Mannschaft haben. Sie sind eine erfahrene Verbandsliga-Mannschaft. Punkte sollen sie aber erst holen, nachdem sie gegen uns gespielt haben."

Für den Tabellenletzten aus Bruchköbel wird es wohl von Woche zu Woche schwieriger werden, die Mannschaft bei Laune zu halten. "Wir gehen auf jeden Fall mit Optimismus in das Spiel. Die letzten Spiele von uns waren nicht schlecht, so dass es jetzt mit einem Dreier mal an der Zeit wäre", bleibt Bruchköbels Trainer Carsten Keller zuversichtlich, und weiter: "Entscheidend wird das erste richtige Erfolgserlebnis sein. Wenn wir das haben, dann kann der Knoten schnell platzen. Ich bin auf jeden Fall von der Leistung meiner Mannschaft überzeugt." (cw)

SV FC Sandzak - 1. Hanauer FC (Sonntag, 15 Uhr)

Sandzak hat sich am vergangenen Spieltag mit dem 3:1-Sieg bei Schlusslicht Bruchköbel trotz des Punktabzuges wegen des fehlenden Unterbaus in das Tabellenmittelfeld geschoben. Trainer Aleksandar Pajic zeigte sich allerdings nicht komplett zufrieden: "Wir hatten viel Mühe und mussten die Ärmel hochkrempeln. Solche Spiele, die Du vermeintlich schon im Vorfeld gewonnen hast, sind die schwierigsten". Zumindest den Rückenwind aus dem Dreier nehmen die Balkan-Kicker in das Spiel gegen Mitaufsteiger Hanauer 93 mit.

Vor dem kommenden Gegner und dessen Ex-Profis hat Pajic allerhöchsten Respekt, wobei der Coach betonen möchte: "Für mich sind das keine Ex-Profis, sondern nach wie vor Profis. Wer einmal Profi war und zwei Mal am Tag trainiert hat, der bleibt auch Profi". Dennoch wirft Pajic ein, dass die 93er auch ein Aufsteiger sind, der aber im Gegensatz zum SV FC von keinen Punktabzügen betroffen ist: "Dadurch können sie befreiter aufspielen", meint Pajic.

Stürmer Shelby Printemps wurde unterdessen wegen seiner Roten Karte für vier Spiele gesperrt. Unabhängig davon wiederholt Pajic sein vielzitiertes Saisonmotto: "Jeder Punkt ist Gold wert". Die Hanauer zählen derzeit als Tabellendritter zu den Spitzenteams und boten beim spektakulären 5:5 gegen Viktoria Nidda den Zuschauern ein denkwürdiges Spiel. Spielertrainer Christoph Prümm blickt zuversichtlich auf den erstmaligen Auftritt auf dem engen Kunstrasenplatz in Frankfurt-Bonames und zollt auch dem Gegner seinen Respekt: "Sandzak wäre ohne Punktabzug gleichauf mit uns. Wir treffen auf eine robuste Mannschaft, die hart in die Zweikämpfe geht. Für unsere jungen Spieler ist das eine gute Probe". Prümm verweist darauf, dass auch bei den Hausherren der eine oder andere "Ex-Profi" dabei sein wird.

"Wir wollen die serbische Liga nicht schmal reden, aber diejenigen Spieler haben da auch professionell gespielt", sagt der HFC-Coach und erwartet ein schweres Spiel: "Wir wollen einen Punkt mitnehmen, um unsere Serie von acht ungeschlagenen Spielen fortzusetzen". (pa)