Patrick Lorenz wechselt in die 2. Liga - beim Minigolf

Hohenrodas Reservetrainer mit dem besonderen Hobby

17. November 2015, 12:00 Uhr

Patrick Lorenz (links) bei der Vorstellung seines neuen Clubs. Foto: privat

Als Stürmer schoss Patrick Lorenz früher für Ausbach in der Bezirksoberliga und später für Hohenroda die Tore, bis ihn das Pfeifferschese Drüsenfieber vor zwei Jahren aus der Bahn warf und er bis heute noch nicht wieder richtig am Damm ist. Trotzdem hilft er bei der FSG immer wieder aus und betreut gemeinsam mit Johannes Bock die Reserve in der A-Liga Hünfeld-Hersfeld. Einlochen wird er aber in Zukunft wieder auf einem anderen Belag - oder vielmehr auf drei verschiedenen, denn sein liebstes Hobby Minigolf ist eine hochgradig komplexe Angelegenheit.

Das, wie auch Lorenz sagt, nur die wenigsten wissen: "Als ich Anfang des Jahres erzählt habe, dass ich wieder Minigolf spielen werden, wurde ich schon von ein paar Teamkameraden belächelt", blickt Lorenz auf den Startschuss seines zweiten Frühlings im Geschäft mit den kleinen Bällen zurück. Vor zehn Jahren musste er sich zwischen Fußball und Minigolf entscheiden, das fiel ihm nicht leicht: "Letztlich war Minigolf deutlich zeitintensiver und kostspieliger", erinnert er sich und entschied sich mit 17 Lenzen in die Bezirksoberliga nach Ausbach zu wechseln, um dort auf Torejagd zu gehen.

Es war wahrlich keine leichte Entscheidung, schließlich hatte ihn wenige Jahre zuvor der Minigolf-Sport so richtig gepackt, Lorenz wurde mit der Hessenauswahl zweimal Deutscher Juniorenmeister, schaffte Platz drei bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Einzel, wurde für die Deutsche Junioren-Nationalmannschaft nominiert. Er hatte das Gefühl und den richtigen Drive für das Spiel mit dem kleinen Ball. Mit Oleg Klassen, der ebenfalls aus Heringen kommt, war er auf Augenhöhe. Klassen wurde im August Weltmeister mit Deutschland.

Anfang des Jahres nun die Rückkehr: "Ich wurde beim Einkaufen von alten Teamkameraden angesprochen, daraufhin habe ich es wieder probiert und ich habe erstaunlich wenig verlernt", schmunzelt er und darf auf eine erfolgreiche Saison mit dem MGC Heringen zurückschauen, für den er in der Bezirksoberliga die Einzelwertung gewann. Was folgte waren mehrere Anfragen, letztlich entschied er sich jedoch für Bundesliga-Absteiger MGC putter Künzell: "Das ist heimatnah. Außerdem ist der direkte Wiederaufstieg das klare Ziel. Wir wollen angreifen", gibt der 27-Jährige den Weg vor.

Gemeinsamkeiten zwischen beiden Sportarten

Leiden muss deswegen der Fußball diesmal nicht: "Ich stehe immer zur Verfügung, wenn mich der Verein braucht. Und den Betreuerjob bei der zweiten Mannschaft werde ich auch durchziehen. Da ist die Zusammenarbeit mit Johannes Bock und Mike Lindemann, der als Trainer der ersten Mannschaft unglaublich viel Zeit aufopfert, auch einfach zu gut für."

Für Lorenz gibt es übrigens einige Gemeinsamkeiten in beiden Sportarten: "Es sind Mannschaftssportarten, du musst dich in jeder Sekunde konzentrieren, Kondition ist zudem sehr wichtig", erklärt er und macht an wenigen Beispielen die Komplexität des Minigolfs aus: So gebe es drei verschiedene Beläge, richtige Cracks haben dafür schon mal über 1000 verschiedene Bälle zuhause (Lorenz rund 150), dazu sind Tageszeiten und Temperaturen extrem entscheidend, wie die Bahnen reagieren und welcher Ball entsprechend aus der Tasche gezogen werden muss.

Durch Fußball und Minigolf wird aber sein drittes großes Hobby leiden müssen - die Eintracht aus Frankfurt: "Die Dauerkarte behalte ich aber und werde sie auch ganz sicher in meinem ganzen Leben nicht abgeben", stellt er klar und führt aus: "Wenn ich Zeit habe, werde ich dort sein." Und wenn nicht, ist die Eintracht am Minigolf-Platz dabei: Auf seinem Schläger steht seit Kurzem: "Eintracht Frankfurt - Im Herzen von Europa".

Und wer Lorenz beim Minigolfen erleben möchte, der sollte sich den 5. Juni 2016 schon einmal vormerken, da wird Heimspieltag des MGC putter Künzell sein.

Autor: Johannes Götze

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